22.12.2021
FREIE WÄHLER wollen Ausbildungsoffensive in der Pflege, um wieder mehr junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern! Enders: „Es braucht sofortige Maßnahmen!"

Die FREIEN WÄHLER Bayern fordern eine abgestimmte Pflegeoffensive für das Land: mehr Ausbildungsplätze, mehr Werbung eine Verkürzung der Arbeitszeit und Möglichkeiten für Quereinsteiger. Susann Enders, Generalsekretärin FREIE WÄHLER Bayern, und Kerstin Haimerl-Kunze, Vorsitzende der FREIE WÄHLER Frauen, mahnen die Ampelkoalition.

München. Spürbare Veränderung im Pflege- und Krankenhausbereich sind jetzt unumgänglich. Doch nicht erst seit Corona krankt das Pflegesystem in Deutschland.„Anstatt die Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen weiter zu verbrennen, müssen wir den Menschen, die 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag für uns im Einsatz sind, neben einer besseren Bezahlung  wieder mehr Lebensqualität geben. Nur so kann die Freude am Beruf zurückkehren. Eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche für Intensivpflegepersonal oder auch ein zusätzlicher Urlaubstag wären hierfür ein erster Schritt. Die Weichen müssen endlich im Bund gestellt werden“, betont Susann Enders, die selber 30 Jahre aktiv im Gesundheitswesen gearbeitet hat.

Anstatt die Pflegekräfte weiter am Limit arbeiten zu  lassen, brauchen sie spürbar mehr Lebensqualität. Das hätte auch den positiven Nebeneffekt, dass sich wieder vermehrt Quereinsteiger für dieses Berufsbild interessieren. Worte und Applaus sind zu wenig, stellen die FREIEN WÄHLER klar. Enders: „Nicht erst seit Corona leisten tagtäglich zehntausende Pflegekräfte ihren unschätzbaren Dienst am Menschen. Dabei stoßen sie  regelmäßig an  ihre eigenen körperlichen und psychischen Grenzen. Um Berufsaussteiger und diejenigen,  die im Geiste schon gekündigt haben, am Patienten, im Krankenhaus oder in den Pflegeeinrichtungen, gerade aber auch an den Brennpunkten wie Intensivstationen langfristig zu halten, muss sich neben der Bezahlung auch die Work-Life-Balance spürbar verbessern.“

Nachdem immer noch vorrangig Frauen in diesen Bereichen tätig sind, unterstützt auch Kerstin Haimerl-Kunze, Landes- und Bundesvorsitzende der FREIE WÄHLER Frauen, den Vorstoß für mehr Freizeit und Lebensqualität in der Pflege: „Die Ampelkoalition in Berlin muss jetzt ihren angeblich sozialen Charakter unter Beweis stellen. 80 Prozent der Beschäftigten in der beruflichen Pflege sind Frauen. Rund 62 Prozent von ihnen arbeiten nicht in Vollzeit, sondern in Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt. Hauptgrund hierfür ist immer noch die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darüber hinaus ist der sogenannte Gender Care Gap weiterhin groß – also der unterschiedliche Zeitaufwand, den Frauen und Männer für unbezahlte Sorgearbeit aufbringen.“

Haimerl-Kunze  weiter: „Vor dem Frühdienst noch schnell putzen, danach die Kinder von der Schule abholen und für den nächsten Tag jemanden organisieren, der diese zum Sport bringt, weil auf dem Dienstplan Spätdienst steht. Da diese Doppelbelastung in Vollzeit schwer zu stemmen ist, reduzieren wir also unsere Arbeitszeit. Wir FREIE WÄHLER Frauen fordern deswegen die konsequente Umsetzung neuer Arbeitszeitmodelle, die sich den Lebensstrukturen von Frauen und ihren Familien anpassen.“


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