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Senioren

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Senioren in die Gesellschaft zurückholen

Auch für die Bürger im letzen Lebensabschnitt gilt es Verbesserungen herbeizuführen. Die

Erfahrungen und das Potential von rüstigen Senioren dürfen nicht brach liegen. Ob im

ehrenamtlichen, sozialen oder kommunalen Bereich – es gibt viele Tätigkeiten, bei denen wir

auf die Tatkraft und Erfahrungen der Generation 60+ noch mehr zurückgreifen müssen. Dies

gibt auch den Senioren wieder Lebensfreude zurück und das wertvolle Gefühl, gebraucht zu

werden. In jeder Natur belassenen Gesellschaft und auch in der Familie ist es

selbstverständlich, dass sich Menschen für das Gemeinwesen einbringen wollen, solange sie

das irgendwie können. Nur unsere moderne arbeitsteilige Welt glaubt, Menschen zu Beginn

des letzten Lebensdrittels trotz körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit aussortieren zu

müssen, um dann vor einer Rentnerschwemme zu warnen, die immer schwerer zu

finanzieren sei.

Es ist unverständlich, warum die Pflege eines Familienangehörigen zu Hause nur mit einem

Bruchteil der Summe honoriert wird, die für die Heimpflege abgerechnet wird. Ebenso ist es

eine Fehlentwicklung, dass Pflegekräfte, obwohl nicht sonderlich gut bezahlt, zu immer mehr

Leistung und Durchsatz angetrieben werden, wobei die individuelle Betreuung der

Pflegepersonen zunehmend auf der Strecke bleibt. Das darf in einer humanen Gesellschaft

nicht zwangsläufiges Schicksal am Ende des Berufs- und Steuerzahlerlebens sein!

Da Senioren immer weniger auf eine eigene Familie zurückgreifen können, müssen in Zukunft

Betreuungsnetzwerke für Senioren aufgebaut werden. Vielfach sind es nur einige kleine

Handreichungen, die täglich nötig sind, um die teure Heimunterbringung noch einige Jahre

hinauszuschieben. Es bietet sich an, hierzu sozial engagierte Mitmenschen, gerade auch

rüstige Senioren, aus dem näheren Umfeld zu vermitteln, die gegen anständige Bezahlung

die kleinen Dinge des Alltags erledigen helfen. Frühstück zubereiten, die Wohnung pflegen,

Einkäufe erledigen, etwas persönliche Ansprache. So braucht die eigene Wohnung, die

gewohnte Umgebung und Nachbarschaft noch nicht gegen einen Heimplatz getauscht zu

werden. Der Betreuer kann sich möglicherweise nacheinander um mehrere hilfsbedürftige

Personen kümmern, hat dadurch eine Aufgabe, kann verdienen oder sich die Rente

aufbessern und spart der Allgemeinheit noch einen beachtlichen Teil an Pflegekosten. Das

bringt Menschlichkeit in den letzten Lebensabschnitt zurück. Einfallsreichtum ist gefragt und

unbürokratische Lösungen müssen möglich gemacht werden. Das gelingt jedoch nur, wenn

man den Irrglauben ablegen kann, alles müsse hochoffiziell bürokratisch erfasst und

zertifiziert sein, wobei aber am Ende Papier und Realität oftmals nicht übereinstimmen.