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Kommunales
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Die Kommune als Keimzelle des Staates
1. Kommunen brauchen einen höheren Stellenwert
In unseren Gemeinden, Städten und Landkreisen spielt sich das Leben ab. Dort treffen
Bürger und Politik direkt aufeinander. Dort gilt es, das Zusammenleben zu organisieren. Und
es entscheidet sich auch dort, ob politische Vorstellungen in die Praxis umgesetzt werden
können oder nicht. In den letzten Jahren ist der Stellenwert der Kommunen in der
bayerischen Politik immer geringer geworden. Die Freien Wähler mussten dem Gesetzgeber
im Jahr 2003 durch ein Volksbegehren das Konnexitätsprinzip abringen, um eine eigentlich
selbstverständliche Sache durchzusetzen: wenn den Kommunen von den höheren politischen
Ebenen neue Aufgaben zugewiesen bekommen, sollen sie hierfür auch die benötigten
Finanzmittel bekommen, um die Kommunen nicht in der Verschuldung zu landen. Es ist nicht
hinnehmbar, dass die Staatsregierung dieses verfassungsmäßig verankerte Recht
regelmäßig umgeht – angefangen vom G8 bis hin zum Büchergeld und Krippenausbau. Nach
wie vor sitzen die Kommunen aber politisch am kürzeren Hebel und kämpfen teilweise
vergeblich um ihr Recht. Die zunehmende Verschuldung besonders auf der kommunalen
Ebene zeigt, welcher Belastungsprobe die Kommunen ausgesetzt sind. Bei vielen
Entscheidungen befinden sich die Kommunen in der Rolle eines Zaungastes, der Appelle
aussenden kann, aber keine Mitsprache hat.
2. Mehr Freiraum für die Kommunen
Die Freien Wähler fordern mehr Handlungsspielraum für die Kommunen, weil hier am
zielsichersten auf politische Probleme reagiert werden kann, und weil hier der örtliche
Sachverstand einfließen kann. Der Versuch, die Kommunen über die Arbeitsgemeinschaften
bei der Vermittlung von Arbeitslosen besser einzubeziehen, ist ein zaghafter, halbherziger
Schritt in diese Richtung, nachdem jahrelanges zentrales Verwalten der Probleme weit weg
von der Realität nicht zum Ziel geführt hat. Hier ist noch mehr Mut gefragt, die Zuständigkeit
nach unten zu verlagern. Meistens kommt die Kommune mit weniger Mitteln schneller zum
Ziel als Zentralbehörden das können. Es ist also auch vor dem Hintergrund des Umganges
mit Steuergeldern zu fordern, den Kommunen so viel Macht wie möglich einzuräumen.
Bei den sieben bayerischen Bezirken würde eine Zusammenlegung von Regierung und
Bezirksverwaltung teure Doppelstrukturen vermeiden und wäre fachlich sinnvoll. Ein nach
dem Vorbild der Landräte direkt gewählter Bezirkspräsident an der Spitze sollte die jetzigen
Positionen von Regierungspräsident und Bezirkstagspräsident vereinen. Diese Aufwertung
der Bezirke stärkt das Regionalitätsprinzip und die Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürger.
Deshalb ist dies auch eine Forderung der Freien Wähler.
Der vorerst gescheiterte Versuch aus Kreisen der Staatsregierung, die Bürgermeisterstichwahlen
in Bayern abzuschaffen, was hauptsächlich einer großen Partei Vorteile gebracht
hätte, zeugt nicht von fairen und sachlichen politischen Absichten. Weitere, die Landkreise
betreffende Gebietsreformen, sind derzeit auch nicht nötig, aber sehr wohl zu befürchten.
Bürgernahe Verwaltungen dürfen nicht Mammutlandkreisen zum Opfer fallen, was nur die
Zentralmacht stärken würde.
Die Verkomplizierung der Kinderbetreuung in den Kommunen, etwa durch Dokumentationspflichten
und Vorschriftenfülle des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes
ist geradezu ein Symbol für Überregulierungen, die Zeit und Geld kosten. Für die
eigentliche Aufgabe, in diesem Fall die Kinderbetreuung, fehlen am Ende die Mittel. Dieses
Gesetz muss praxistauglich gemacht werden – weniger Dokumentationspflichten, mehr Zeit
für die Betreuung der Kinder. Aber auch die EU mischt sich bei vielen Dingen über das
erträgliche Maß hinaus in die Verhältnisse vor Ort ein. Ob bei Fragen der interkommunalen
Zusammenarbeit, der Erteilung von Aufträgen oder der öffentlichen Daseinsvorsorge mit dem
zunehmenden Druck aus Brüssel zur Privatisierung. Viele Abläufe, die bisher funktioniert
haben, werden durch Regulierungswut von oben unnötig beeinflusst und verkompliziert.
Bürgernähe wird durch Zwangsjacken erstickt. Vielfach drängt sich der Verdacht auf, dass
Vorschriften auch dazu dienen, Marktanteile für Interessengruppen abzusichern. Hier fordern
die Freien Wähler eine stärkere Vertretung der kommunalen Interessen durch die
Landespolitik nach oben hin.
Neben einem höheren Einfluss auf das politische Tagesgeschäft brauchen die bayerischen
Kommunen aber auch die entsprechende Finanzausstattung und Planungssicherheit.
Jahrelanges Warten auf Zuschüsse und die Vorfinanzierung von Aufgaben, die eigentlich der
Freistaat erledigen müsste, sind eine schlechte Ausgangslage für die kommunale Entwicklung.
Diese Missstände müssen grundsätzlich angegangen werden, um nicht zu einer
chronischen Krankheit Bayerns zu werden. Zuschüsse müssen zeitnah ausbezahlt werden.
Außerdem brauchen die Kommunen dringend mehr Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf
ihre Haushaltsmittel, damit Steuergelder gespart werden können.
3. Förderwesen ändern
Das derzeitige Förderwesen zwingt oder verführt dazu, Mittel anzufordern, weil eben gerade
Haushaltstöpfe dafür da sind. Oftmals werden Finanzmittel nach dem Windhundprinzip
vergeben: wer die Formalitäten am schnellsten erfüllt, bekommt die Gelder. Ein Bedürftigerer
kommt nicht zum Zug, weil die Mittel schon aufgebraucht sind. Der sparsame Umgang mit
den Mitteln ist häufig nicht möglich, weil teils praxisfremde Vorgaben einzuhalten sind, die bei
eigenverantwortlicher Entscheidung nicht in Kauf genommen würden. Die Kommunen wissen
in der Regel sehr gut, wofür die gesparten Gelder an anderer Stelle nutzbringender für die
Bürger eingesetzt werden können. Das ganze Förderwesen steht unter dem großen Ziel, die
Kommunen von oben am „goldenen Zügel“ dirigieren zu können, gezielter Einsatz knapper
Steuermittel ist zweitrangig. Da die Mittel dem Bedarf aber immer mehr hinterherhinken, sind
aus den goldenen mittlerweile rostige Zügel geworden und der Gebändigte fragt sich, ob er
das Spiel noch länger mitmachen soll. Besser ist eine Verteilung der Mittel nach objektiven
Kriterien wie z.B. der Einwohnerzahl. Auch brauchen die Kommunen deutlich mehr
Entscheidungsfreiheit, in welche Projekte sie das Geld investieren. Somit könnten
Marktschwankungen besser in Investitionsentscheidungen einfließen und man bekäme am
Ende mehr für das gleiche Geld. Die Freien Wähler fordern weniger Plan- und
Antragswirtschaft, dafür mehr Eigenverantwortung für die Kommunen.
4. Öffentliche Daseinsvorsorge nicht privatisieren
Die Freien Wähler sehen in der zunehmenden Privatisierung der öffentlichen
Daseinsvorsorge eine Gefahr für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Vorgaben der
EU und anderer Ebenen wirken häufig als Türöffner für Investoren, die sich Zugang auf die
Versorgungsnetze von Strom, Gas, Trinkwasser, oder auch auf die Krankenhäuser und den
öffentlichen Personennahverkehr verschaffen wollen. Die Kommunen sind wegen ihrer
klammen Finanzen häufig zu schwach, sich hier zu behaupten und müssen privatisieren, also
an gewinnorientierte Investoren verkaufen. Die erwarteten Effizienzsteigerungen privater
Betreiber gehen selbstverständlich mit deren Gewinninteressen einher, und verständlicherweise
ist die Gewinnmaximierung für den Aktionär höher gewichtet als die
Preisgünstigkeit und Versorgungssicherheit für den Verbraucher und das Einkommen und die
Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Zahlreiche Negativbeispiele aus Frankreich und
Großbritannien, wo die öffentliche Hand sich wegen schlechter Erfahrungen wieder um eine
Rückübereignung der privatisierten Infrastruktur bemüht, sollten uns eine Warnung sein. Die
Zusammenarbeit von Kommunen in diesem Bereich darf nicht dem EU-Wettbewerbsrecht
unterworfen werden, was wiederum der Privatisierung Vorschub leisten würde. Die
Kommunal- und Landespolitik muss sich gegen die Bevormundung in diesen Bereichen zur
Wehr setzen. Die Bevölkerung muss über die Gefahren einer rücksichtslosen
Privatisierungspolitik aufgeklärt werden. Dafür setzen sich die Freien Wähler ein.
Praktische Hilfen zu ausgewählten Themen mit Referenzangabe
| Thema | Beschreibung des Sachverhalts | Ansprechpartner |
| Arbeitskreise | Satzungsbeispiel für Arbeitskreise | karl-heinzzenkerNOSPAM@web.NOSPAM.de |
| Ausschüsse | Abschaffung der Ausschüsse bei Gemeinden bis 10.000 Einwohner | karl-heinzzenkerNOSPAM@web.NOSPAM.de |
| Bürgermedaille | Satzung und Verleihungsrichtlinien | karl-heinzzenkerNOSPAM@web.NOSPAM.de |
| Doppik | Einführung der doppelten Buchführung am Beispiel von Hallbergmoos | karl-heinzzenkerNOSPAM@web.NOSPAM.de |
| Gemeindebroschüre | Beispiel für Gemeindebroschüre | karl-heinzzenkerNOSPAM@web.NOSPAM.de |
| Homepage | Gestaltungsbeispiel | www.fw-hallbergmoos.de |
| Leitbild | Erarbeitung eines Gemeindeleitbildes | karl-heinzzenkerNOSPAM@web.NOSPAM.de |
| Preis für bürgerschaftliches Engagement | Jährlicher Preis für herausragendes Engagement | karl-heinzzenkerNOSPAM@web.NOSPAM.de |
| Vorschlagwesen | Beispiel für gemeindliches Vorschlagwesen sowohl für Bürger als Mitarbeiter | www.hallbergmoos.de |
| Wahlkampf | Hilfen für Vorbereitung | karl-heinzzenkerNOSPAM@web.NOSPAM.de |
