Mittwoch, 21. Oktober 2009

21.10.2009 Newsletter Giessereigelände

Planungen für das Gießereigelände kommen voran - Veranstaltungsbericht

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Wie lange noch dauert der Dornröschenschlaf?

Noch liegt das Gießereigelände gegenüber dem Neuen Schloss im Dornröschenschlaf. Aber es tut sich was. Die Frage nach dem aktuellen Stand der Entwicklung stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der die Freien Wähler am Dienstag eingeladen hatten. Auskunft gaben Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle, IFG-Geschäftsführer Dr. Werner Richler und der Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften, Prof. Gunter Schweiger. Für die Freien Wähler nahm Fraktionsvorsitzender Peter Gietl an der Diskussion teil. Eröffnet wurde die Veranstaltung im vollbesetzten Saal des Gasthauses Daniel vom Ingolstädter FW-Vorsitzenden MdL Markus Reichhart.

Preßlein-Lehle stellte den aktuellen Planungsstand vor, der das Gelände der früheren Gießerei folgendermaßen gliedert: Der nördliche Teil, der sich im Besitz des Freistaats Bayern befindet, ist der Erweiterung der Hochschule vorbehalten. Im südwestlichen Bereich, gegenüber dem Neuen Schloss und etwas zurückgesetzt, soll ein Hotel mit Kongresszentrum entstehen. Der südlichste Teil mit dem Kavalier Dallwigk ist für das lange geplante Museum für Kunst und Design vorgesehen. Außerdem sind Gebäude für die Audi Akademie und für eine Kindertagesstätte geplant. Preßlein-Lehle ging auch auf den aktuellen Stand der Überlegungen für den Museumsneubau ein. Möglicherweise sollen alle Preisträger des letzten Gestaltungswettbewerbs noch einmal zu Gesprächen eingeladen werden, um zu einer neuen Lösung zu kommen.

Prof. Schweiger begrüßte die Erweiterungsmöglichkeiten für die Hochschule. Die Hochschule wachse seit ihrer Gründung Jahr für Jahrs und brauche dringend neue Gebäude für Hörsäle und Labors. Zunächst müsse sich die Hochschule mit Containern behelfen. Die FH werde auf 5000 Studierende anwachsen. Dafür seien die jetzt geplanten Gebäude ausgelegt. Für die weitere Zukunft sei aber noch genügend Platzreserve vorhanden.

Werner Richler erinnerte an die verschiedenen Planungen und Projekte für das Gießereigelände, die sich aber alle wieder zerschlagen hätten. Nach seiner Erfahrung brauche es einfach Zeit, bis ein derartiges Gelände sinnvoll neu gestaltet werden kann. 2007 habe die IFG einen Großteil des Gießereigeländes gekauft. Die IFG werde das Hotel mit Kongresszentrum bauen, für das Hotel werde nun ein Betreiber gesucht. Laut Richler laufen derzeit erfolgversprechende Verhandlungen. Der IFG-Geschäftsführer geht davon aus, dass die Gebäude bereits 2012 fertig sein könnten. Von der Wunschvorstellung, ein Fünf-Sterne-Haus zu bekommen, müsse man sich aber verabschieden, meinte Richler. Ein gutes Vier-Sterne-Hotel sei realistischer. Im Untergeschoss, von der Donaulände nahezu ebenerdig zu erreichen, ist eine Tiefgarage mit bis zu 900 Stellplätzen geplant.

In der Diskussion, die FW-Fraktionsvorsitzender Peter Gietl leitete, erinnerte Stadtrat Dr. Gerd Werding an den Entwurf für das Gießereigelände, den die Freien Wähler während des Kommunalwahlkampfs erarbeitet hatten. Darin war eine Tieferlegung der Rossmühlstraße vorgeschlagen worden, um eine kreuzungsfreie und höhengleiche Verbindung zwischen Altstadt und Gießereigelände schaffen zu können. Preßlein-Lehle hatte in ihren Ausführung bereits eine Absenkung der Rossmühlstraße angesprochen, aber nur um rund 70 Zentimeter. Sie sicherte zu, die Anregung der FW in den weiteren Überlegungen berücksichtigen zu wollen.
Ein weiterer Punkt in der Diskussion war die Frage, ob die Parkplätze ausreichen werden, da viele Studenten mit dem Auto zur Hochschule fahren werden. Richler bedauerte in diesem Zusammenhang, dass der Freistaat sich geweigert hat, unter dem Erweiterungsbau der Hochschule eine Tiefgarage zu bauen.

Schließlich wurde auch über die Gestaltung des neuen Museums gesprochen. Während ein Diskussionsteilnehmer vor allzu mutigen architektonischen Experimenten warnte, weil sie nicht zum Stadtbild passten, setzte sich Richler energisch für eine Lösung ein, die über Ingolstadt hinaus Aufsehen erregen könne. Nur so könnten Touristen zum Besuch des Museums nach Ingolstadt gelockt werden.