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Kornhausanbau

Letzter Blick auf ein unverschandeltes Kornhaus

Überflüssig wie ein Kropf: der Kornhausanbau!

Die Würfel sind gefallen. Der Anbau Kornhaus wird realisiert. Von den vier Varianten ist der erste Entwurf, den Architekt Greiner anfangs des Jahres vorgestellt hatte und Stein des Anstoßes war, unverändert „auserkoren“ worden, den Blick von Süden auf das schöne spätgotische Kornhaus zu verunstalten. Die sechs Gegenstimmen von UWG/FW und Fair in der Stadtratssitzung vom 12. Oktober haben diesen zukünftigen Schandfleck in Spalt nicht verhindern können.

Die Entscheidungsträger, Prof. Dr. Walter vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Kreisbaumeister Möllenkamp, Bürgermeister Weingart, sein Stellvertreter Zottmann und letztlich die Mehrheit des Stadtrats standen hinter dem Entwurf des Architekten Greiner. Sie alle waren nicht bereit, echte Alternativen der UWG/FW aufzugreifen, obwohl einige vom Stadtrat sich mit ihrer Ja-Stimme nicht so richtig wohl gefühlt haben werden.

Da stellen wir uns die Frage, was schiefgelaufen ist. Liegen wir mit unserer Kritik falsch? Ist der Anbau vielleicht doch ein modernes, architektonisches Meisterstück, ein gelungener Kontrast zum Fachwerk des Kornhauses, wie es der Architekt und der Kreisbaumeister beschwörend versichern?  Wir und alle Spalter Bürger, mit denen wir darüber diskutiert haben, sind ganz anderer Meinung.

Auf jeden Fall steht unumstößlich fest, dass der Anbau die Sicht auf das Fachwerk des Kornhauses behindert. Der Turm des Anbaus ragt bis zur Decke des zweiten Obergeschoßes, ist ca. 5,5 m tief, ca. 5 m breit und nur einen guten Meter von der Kornhausfassade entfernt. Damit verdeckt er einen Teil des Fachwerks und je näher man sich, von der Höllgasse kommend, dem Kornhaus nähert, umso weniger ist vom Fachwerk des Giebels zu sehen.

Es wird jedoch nicht nur die Sicht auf das Kornhaus behindert. Dieser Bau in L-Form mit dem abgehackten Turm wirkt außerdem extrem störend auf das Gesamtbild. Das ist kein gelungener Kontrast von Alt und Neu. Im Gegenteil: Dieser Anbau ist ein Fremdkörper neben unserem altehrwürdigen Kornspeicher, egal welche Verkleidung für den Turm und Unterbau gewählt wird.

Weit schlimmer: Dieser Anbau ist völlig überflüssig und viel zu teuer. Denn allein die Verkleidung der Kubatur kostet lt. Kostenaufstellung 173.000 Euro. Teuer verkleidet wird vor allem eine Fluchttreppe, die als einfache, unauffällige Stahltreppe bis zur Höhe  des zweiten Obergeschoßbodens (nicht bis zur Decke wie der Turm!) gerade mal 10.000 Euro gekostet hätte. Außerdem wird ein Teil des Baus im Untergrund versenkt. Das ist lt. Architekt „sündhaft teuer“ (Aussage zu seiner Variante 2), da erhebliche Mehrkosten durch den schwammigen Untergrund entstehen (siehe Anhang 3). Zudem riskiert man durch die notwendige Grundwasserabsenkung Setzungen bei den umliegenden Gebäuden. Das trifft auch für die jetzt verabschiedete Variante zu.

Überflüssig ist der Anbau deswegen, weil es preiswertere, effizientere, risikoärmere  und ablauforganisatorisch bessere Lösungen gegeben hätte (siehe Beispiel unten), die einen aufwendig verkleideten Turm verhindert hätten. Erstaunlich und frustrierend war, wie die oben genannten Verantwortlichen unsere Alternativen völlig ignoriert haben! Beispielhaft eine Äußerung von Bürgermeister Weingart: „Sie mit Ihrer Wendeltreppe!“ Gemeint war damit unser Vorschlag für eine einfache, unauffällige, preiswerte Fluchttreppe anstelle des klobigen Halbturms. Ebenso die Begründungen des Architekten zum Aufzug: Zuerst musste die Deckenkonstruktion des Kornhauses herhalten (Platz zwischen den Deckenbalken nicht ausreichend für einen Aufzug im Treppenauge!), dann der Brandschutz!

Fassen wir zusammen: Der Anbau behindert die Sicht auf das Kornhaus, wirkt wie ein Fremdkörper in der Landschaft, ist sündhaft teuer und man riskiert Setzungsgefahren der angrenzenden Gebäude. Diese Kriterien treffen mehr oder weniger für alle vier Varianten zu, die der Architekt Greiner aufgrund unserer Proteste zu seinem ersten Vorschlag (Variante 1) erstellt hat. Echte Alternativen wurden nie ernsthaft diskutiert und hatten keine Chance. Warum? Darauf wollen wir nun eine Antwort geben.

 

Fallstrick 1: Innen darf nichts verändert werden!


Das war schon die Prämisse 1 im Jahr 1998 bei der Planung zur Instandsetzung des historischen Kornspeichers. Das bedeutet, dass das vorhandene Erscheinungsbild der Wände, Decken, Stützen und Pfeiler nahezu unverändert erhalten bleiben muss. Quasi haben wir dann ein „Museum im Museum“ (Erläuterungsbericht Greiner von 1998): Bewundert werden sollen nicht nur die Exponate für das Hopfen- und Biermuseum, sondern auch der Innenraum selbst, und zwar in seiner ganzen, ursprünglichen Pracht. Deswegen muss alles raus, was eigentlich, wie bei anderen vergleichbaren historischen Gebäuden, für eine sinnvolle Nutzung rein gehört: die Haustechnik, die WCs, der behindertengerechte Aufzug, notwendige Lager! Dazu kamen die Auflagen des Brandschutzes, die einen Aufzug im Innern des Kornhauses verhindert haben sollen. Seltsam nur, dass in vielen anderen historischen Gebäuden es mit weit schwierigeren Brandschutzgegebenheiten möglich war, einen Aufzug bis in den Dachboden zu installieren (siehe Anhang 1 und 2). Beim Kornhaus geht der Aufzug nur bis zum zweiten Stock, die Dachgeschoße werden nicht genutzt! Wir sind überzeugt, dass eine Aufzug-Innenlösung mit etwas Kreativität nicht nur realisierbar, sondern sogar dringend notwendig gewesen wäre, um die Innenräume effizient zu nutzen.

Bei der Volkacher Barockscheune hat sich die Untere Denkmalschutzbehörde gegenteilig entschieden und den freistehenden Aufzug außen nicht zugelassen. Er befindet sich jetzt mitten in der Scheune, umgeben von viel Holz und trotzdem brandschutzsicher! (Siehe Anhang 1). Auch im Schloss Köngen hatte eine zeitgemäße Nutzung des Denkmals Vorrang. (siehe Anhang 2)

 

Fallstrick 2: Alle ausgelagerten Funktionen sollen auf einen Standort konzentriert werden!


„Um Störungen innerhalb des Gebäudes und seiner Konstruktion zu vermeiden, ist geplant, mittig vor dem weniger einflussreichen Südgipfel einen neuen, modern und transparent konzipierten Baukörper zu errichten und behutsam mit dem historischen Kornspeicher zu verbinden.“ So steht’s im Erläuterungsbericht des Architekten Greiner, ohne Datum, wahrscheinlich aus dem Jahr 1998.

Das war die Geburtsstunde der Idee, Fluchttreppe und Aufzug in einen Turm zu packen, WC und Haustechnik mit zu integrieren und – damit alles nach was aussieht – entsprechend teuer zu verkleiden. Nur: Es ist schon eine teure, verglaste, komfortable, brandschutzsichere (?) Treppe im Innern des Kornhauses vorgesehen, in die problemlos ein behindertengerechter Aufzug gepasst hätte. Ganz zu schweigen, dass der Aufzug zum Haupteingang der zwei Museen gehört, die im ersten und zweiten Geschoß geplant sind, weil hier bspw. die Führungen beginnen. Weil dann Haupttreppe und Aufzug die Kommunikationszentrale zwischen den drei Geschoßen (Erdgeschoß, 1. und 2. Stock) geworden wäre. Weil dann ein gelungener Kontrast zwischen altem Gebälk und filigranem, verglastem, beleuchtetem Aufzug im Auge des Treppenaufgangs die dunklen Räume aufgelockert hätte.

Warum brauchen wir, wie jetzt durchgeführt, zwei komfortable, gleichwertige Innentreppen: eine im Turm, eine im Kornhaus selbst? Werden ein paar tausend Besucher pro Tag erwartet? Dann würde diese Lösung einen Sinn ergeben. Lt. Statistik haben unser Museum im Kornhaus in den letzten Jahren durchschnittlich ein paar Tausend Personen pro Jahr besucht! Selbst wenn die Besucherzahl gewaltig zunimmt, brauchen wir keinen extra Ein- und Ausgang respektive einen separaten Treppenaufgang und -abgang. Andere Begründungen für zwei komfortable Treppen konnte uns weder Möllenkamp, noch Dr. Walter, noch unser Bürgermeister vermitteln. Eine einfache Fluchttreppe, die wir hoffentlich nie benützen müssen, wäre völlig ausreichend gewesen. Hier werden unsere Steuergelder buchstäblich „die Treppe hinuntergeworfen“. In diesem Sinne basiert dieser Anbau mit Turm auf einem gewaltigen, nicht zu verzeihenden Denkfehler, den man sich nicht zugestehen oder mit vagen, nicht haltbaren Brandschutzargumenten übertünchen will.

Innen darf nichts verändert werden! Dieses Damoklesschwert ist schon eine schwere Bürde für die Verantwortlichen und der kapitale Denkfehler schlechthin! Denn andererseits soll das Kornhaus intensiv genutzt werden: Man hat ja schließlich ca. drei Mio. Euro in die Instandhaltung investiert. Und die „Spender“ der hohen Zuschüsse wollen erkennen, dass sich ihre Investition lohnt: Es wird ein kostendeckendes Nutzungskonzept eingeklagt. Wie aber das Kornhaus effizient nutzen, wenn nichts verändert werden darf? Wie kann man bspw. die drei Etagen beheizen, wenn weder Innen- noch Außenwände isoliert und keine Trennwände eingezogen  werden dürfen - bei ca. 1.300 qm oder ca. 3.500 cbm pro Etage?  Wie soll die „funktionsbedingte Raumtemperierung über Fußboden- und evtl. zusätzlich Sockelheizleitungen“ (Erläuterungsbericht Greiner von 1998) erreicht werden? Im Erdgeschoß befinden sich Dauerarbeitsplätze des Touristikbüros und es sollen möglichst viele Veranstaltungen stattfinden. Wie hoch werden allein die Heizkosten sein?

Auf einer der letzten Bauausschusssitzungen hat der Bürgermeister angedeutet, das Touristikbüro nicht ganzjährig im Kornhaus verbleiben zu lassen. Da können wir nur vermuten, dass die Touristikmitarbeiterinnen ins Rathaus zurückwandern, wenn‘s kalt wird: mit PC, Drucker, Kopierer, Organisationsmittel, Prospekten, Verkaufsmaterialien etc. In diesem Sinne: rein ins Kornhaus, raus aus dem Kornhaus, rein ins Rathaus, raus aus dem Rathaus! Wie oft pro Jahr? Das hieße auch, dass zwei Arbeitsplätze pro Person gehalten werden müssen. Wer soll das bezahlen?

Ein altes Gebäude innen unverändert zu lassen und trotzdem intensiv zu nutzen, ist für uns die Quadratur des Kreises, die auch den Planern und Verantwortlichen des Kornhauses kaum gelingen wird. Bei anderen denkmalgeschützten, vergleichbaren Gebäuden hat man den anderen, realistischen Weg eingeschlagen. Hier war die zeitgemäße Nutzung des Denkmals Bestandteil des Sanierungskonzepts und stand im Vordergrund. Das sah dann u.a. den Einbau eines Aufzugs in den alten Gemäuern vor (siehe Anhang 2).

 

Fallstrick 3: Ausbau und Nutzung des Kornhauses


Unabhängig aller Kritik zum Anbau: Die Sanierung des Kornhauses wird ca. 3 Mio. Euro kosten, einschließlich des Anbaus. Um das Kornhaus nutzen zu können, müssen nochmals mindestens 1 Mio. Euro investiert werden. So steht`s schon in der Kostenaufstellung Greiner aus dem Jahr 1998 (1.927.590,-- DM) und aktuell im Nutzungskonzept der Fa. Impulse.

Die Sanierung wurde mit ca. 90 % bezuschusst. Wie hoch die Zuschüsse für den Ausbau anfallen werden, ist offen. Mit Sicherheit werden es keine 90 % oder 80 % sein, eher 60 % oder noch weniger, wenn wir uns die finanzielle Situation des bayerischen Staates bzw. der öffentlichen Zuschussgeber betrachten. Die Stadtverwaltung will dies gerade feststellen.

Allerdings: Wie will die Stadt Spalt den Rest finanziell stemmen? Wie will sie mindestens  500.000 Euro, nehmen wir an, in den Ausbau und das Nutzungskonzept investieren? Woher das Geld nehmen? Wir sind finanziell das Schlusslicht aller 16 Gemeinden im Landkreis Roth, wir gehören sicherlich zu den am meisten verschuldeten Kommunen pro Kopf in ganz Bayern – und haben nicht einmal unsere Kernaufgaben wahrgenommen! Unser Haushaltsplan 2010 konnte nur - im wahrsten Sinne des Wortes - mit trickreicher Unterstützung der Aufsichtsbehörde (!) des Landkreises Roth genehmigt werden! Unsere Prioritätenliste heißt zuerst Schulden abbauen, dann dringendst notwendige Investitionen wie Straßensanierungen (z.B. Albrecht-Achilles-Straße!) und den noch dringenderen Ausbau der Kanalisation in unseren Ortsteilen durchführen, ganz zu schweigen von den stark zunehmenden Kosten im Sozialbereich.

So schön die Umsetzung des Nutzungskonzepts für den Tourismus, die Spalter Bürger und das Image der Stadt Spalt auch wäre, wir werden es uns in den nächsten Jahren nicht leisten können. Vielleicht gelingt das nicht einmal in der nächsten Stadtratsperiode. Die Umsetzung steht letztlich in den Sternen! Da müssten bspw. die Gewerbesteuereinnahmen, der gewaltige Schwachpunkt der Spalter Finanzpolitik seit vielen Jahren schlechthin, steil ansteigen, sich mindestens verdoppeln. Der Griff nach einem Strohhalm in unseren Augen, wenn der Bürgermeister die Finanzierung über eine Stiftung lösen will, die zurzeit wie Pilze aus dem Boden schießen. Wer investiert schon in Einrichtungen wie Museen oder öffentliche Veranstaltungsräume, die immer ein Draufzahlgeschäft sind und bleiben werden? Wir sind überzeugt, dass wir uns das schlicht und einfach in den nächsten Jahren nicht leisten werden können!

Last but not least zu den laufenden Kosten, um das Kornhaus nutzen zu können: die Ausgaben für Heizung, Licht, Wasser, die Personal- und Wartungskosten. Da kommt schnell ein sechsstelliger Betrag zusammen. Was steht an Einnahmen dagegen: Eintrittsgelder für die Museen, Verkauf von Touristikartikeln, Einnahmen durch die Überlassung des Veranstaltungsraums im Erdgeschoß. Diese Einnahmen werden wohl nie die Ausgabenseite übertreffen. So gesehen ist das Nutzungskonzept fast für die Katz - leider! Wer weiß, wann wir es überhaupt umsetzen können und ob es dann nicht neue Erkenntnisse gibt.

Fazit


Ein trauriges Ergebnis: der unbedingte, überzogene Wille zum Guten respektive die Prämisse, im Kornhaus innen nichts zu verändern und alles Notwendige für eine sinnvolle Nutzung an einer Stelle auszulagern, hat zu diesem unglückseligen Anbau geführt. Die Verantwortlichen haben ihr Konzept stur beibehalten und ein Denkverbot propagiert - ohne jegliche Selbstkritik, Einsicht oder Bereitschaft, sich mit neuen Erkenntnissen und Argumenten ernsthaft auseinanderzusetzen - nach dem Motto „was nicht sein darf, ist nicht“!

Der Anbau wird bald vor dem „weniger einflussreichen Südgipfel“ (Originaltext Greiner) des Kornhauses stehen und kann dann ein Leben lang (und darüber hinaus) von den Schöpfern und Befürwortern dieses „architektonischen Wunderwerks“ bestaunt werden.

 

Beispiel für eine echte Alternative!


Kritisieren ist einfach, besser Gestalten die andere Seite. Deshalb wollen wir eine Lösung ohne Turm aufzeigen, auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

1. Der entscheidende Punkt: In das Treppenauge der geplanten Treppe im Kornhaus wird ein verglaster, filigraner, behindertengerechter Aufzug integriert. Treppe und Aufzug sind die zentrale Verbindung zwischen den drei Etagen. Das ist ablauforganisatorisch ideal und ergibt einen gelungenen Kontrast von alt und neu – wie in vielen anderen historischen, denkmalgeschützten Gebäuden.

2. Eine einfache, nicht verkleidete, eiserne Fluchttreppe bis zur Höhe des zweiten Geschoßbodens, bspw. mittig auf der Längsseite des Kornhauses gegenüber dem Kindergarten, ist nicht nur eine sehr preiswerte, sonder vor allem eine unauffällige Alternative zum sündhaft teuren, abgehackten Turm.

3. Haustechnik, WCs und Lagerräume werden kostengünstig vor der Südfassade des Kornhauses auf einer einfachen Betonplatte gebaut. Platz ist mit über 200 qm genug vorhanden! Bei ca. drei Meter Höhe ist die Sicht zur Kornhausfassade frei und es sind keine aufwendigen, teuren und fragwürdigen Eingriffe in den sumpfigen Baugrund notwendig, somit auch keine Folgeschäden zu befürchten.

So einfach wäre es gewesen, wenn … Es ist ja nicht so, dass wir im Stadtrat allein auf weiter Flur mit unserer Meinung stehen. Selbst aus CSU-Kreisen kam in der ominösen Stadtratssitzung zur Entscheidung über den Anbau eine Bestätigung unserer Argumente, allerdings mit dem Hinweis, dass wir drei Jahre zu spät dran sind.

Da fragen wir uns: Wieso ist man zu spät dran, wenn es neue Erkenntnisse, weit bessere, kostengünstigere und praktischere Lösungen gibt und die umstrittene Lösung noch nicht umgesetzt ist? Wie der Bürgermeister mehrfach betonte, war man in der Stadtverwaltung über die Verzögerung des Anbaus aus Vorfinanzierungsgründen nicht unglücklich. Das Argument, dass es für eine weit preiswertere Lösung keine Zuschüsse mehr gibt, ist wenig glaubwürdig und die Zeit hätte auch noch gereicht.

Man hätte „nur“ die entscheidenden Gremien, den Bayerischen Landesverband für Denkmalpflege (Herrn Dr. Walter) und das Kreisbauamt (Herrn Möllenkamp), für eine weit bessere Lösung überzeugen müssen, was traurig genug ist - vom Architekten Greiner ganz zu schweigen. Aber wenn sich die Spalter Stadträte selbst uneins sind, ein vergebliches Bemühen!

Der hehre Vorsatz, innen nichts zu verändern, ist schon lange obsolet. Z.B. wird eine verglaste Innentreppe neu gebaut, sollen lt. Konzept der Fa. Impulse ein verglaster Windfang eingebaut werden, erreichen die Möbel mittlerweile fast Augenhöhe (früher max. ca. 1,10 m) und in den Museen sollen halbtransparente Vorhänge Räume schaffen. Warum dann kein Aufzug innen, wie bei anderen genutzten, denkmalgeschützten Gebäuden auch?

 

Für die UWG/FW-Stadtratsfraktion

Wolfgang Seefried

 

 

 



Anhang 1


Volkacher Scheune
: "Sein (Anmerkung des Architekten) Vorschlag für die Barockscheune, einen freistehenden Aufzug vor das Gebäude zu stellen, wurde von der unteren Denkmalschutzbehörde abgewiesen, weil sich dadurch die Ansicht von außen zu sehr verändert hätte.“
http://www.bda-architekten.de/reinhold-jaecklein/projects/stadtmuseum-volkach-in-ehem-barockscheune.html

http://www1.rehacare.de/cipp/md_rehacare/custom/pub/content,lang,1/oid,18872/ticket,g_u_e_s_t/~/Barrierefreier_Denkmalschutz_Immer_ein_Kompromiss.html

 

Anhang 2


"Doch nicht nur die möglichst originalgetreue Rekonstruktion von Schloss Köngen, sondern auch die zeitgemäße Nutzung des Denkmals war Bestandteil des Sanierungskonzepts. Das sah beispielsweise den Einbau eines Aufzugs in den alten Gemäuern vor. Eine leichte Angelegenheit war, wie einige Beispiele zeigen, der Einbau der Anlage nicht. besonders knifflig, eine Schachtgerüstkonstruktion zu entwickeln, mit der sich die Brandschutzbehörde einverstanden zeigte, denn der Glasaufzug kann bis in den historischen Dachstuhl fahren. mit G30Türen und einer speziellen Brandschutzverglasung im oberen Halt des Schachtes ist das Problem gelöst."
http://www.haushahn-aufzuege.de/aktuelles,0,21__news_detail.htm

Anhang 3


Auszüge Grabungsbericht Kornhaus im Zuge der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen
Durch archivalische und dendrochronologische Untersuchungen kann der dreischiffige, dreigeschossige Hallenbau in das Jahr 1456/1457 datiert werden. Im frühen 18. Jahrhundert (1789) erfolgte der Umbau des Erdgeschosses. Die ältere Fachwerkkonstruktion wurde durch ein massiv in Sandsteinquadern ausgeführtes Erdgeschoss ersetzt. Dieser Eingriff in das Baugefüge hatte zur Folge, dass sich das Gebäude im Laufe der letzten 200 Jahre allmählich senkte und zu erheblichen Schäden in der Bausubstanz führten.“

Der Bau des Gebäudes stellte für die damalige Zeit eine logistische Herausforderung das. Denn sowohl die Größe als auch Lage des Kornhauses im Sumpfbereich machte trotz der ursprünglichen Fachwerkkonstruktion eine ausgeklügelte Fundamentierung notwendig. Die spätgotischen Erbauer mussten zwei entscheidende Probleme meistern: Zum einen war die Tragfähigkeit des Bodens nicht hoch genug, zum anderen lag der Bauplatz im Sumpf. Eine Lösung des Problems lag in der Konstruktion einer Spundwand aus Eichenpfählen mit einer Abdichtung aus Ton.

Bei der Grabung (4.12.2008 – 24.4.2009) hat kurz nach Beginn der Erdarbeiten stark austretendes Schichtenwasser zu einer sehr starken Behinderung der Arbeiten geführt.