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Ära Zottmann geht zu Ende

Pfeiffer neuer FW-Fraktionschef

Pfeiffer neuer FW-Fraktionschef

Hilpoltstein (mes) Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler hat ab dem 1. August einen neuen Vorsitzenden.

 

Nach 15 Jahren an der Spitze gibt der Spalter Alfred Zottmann das Amt an den Hilpoltsteiner Michael Pfeiffer ab. „Wir haben uns das nicht leicht gemacht mit der Nachfolge“, so Zottmann gestern bei einem Pressegespräch in Roth. Drei Kandidaten habe es gegeben, die hätten sich zusammengesetzt und am Ende sei es Michael Pfeiffer gewesen. Den die Fraktion bei ihre Sitzung am Montag in Greding bestätigt hat.

Diese 15 Jahre seien eine schöne Zeit gewesen, sagt Zottmann. Es sei einige Entscheidungen getroffen worden, die den Landkreis nach vorne gebracht hätten. Darunter auch schwierige, wie die, Walter Schnell zum stellvertretenden Landrat zu wählen. Da war Zottmann ganz frisch Fraktionschef und „es gab damals einige nicht gute Sachen im Vorfeld“. Aber es sei richtig gewesen, Schnell zum Stellvertreter zu machen. Ebenso richtig und wichtig wie die Unternehmerfabrik oder die Deponienachsorge.

Im Kreistag sitzt Zottmann seit 1990, damals gab es eine klare CSU-Mehrheit und einen CSU-Landrat. „Uns hat man nicht ernst genommen“, erinnert sich Zottmann. Das habe sich erst mit Herbert Eckstein geändert. „Der ist auf alle zugekommen.“ Richtig eingebunden wurden die Freien Wähler dann 1996, denn seit diesem Zeitpunkt hat keine Partei mehr eine Mehrheit im Kreistag gehabt. Da habe man erstmals das Gefühl gehabt, „wir werden gebraucht“.

Aus dem kleinen, sehr heterogenen Haufen mit sieben Mitgliedern ist im Zuge der Wahlen von 2002 und 2008 eine stattliche Fraktion mit 13 Mitgliedern geworden. Die durchaus ihre Vorstellungen im Kreistag verwirklichen will. Allerdings hat es aus Zottmanns Sicht in den zurückliegenden Jahren keine großen Differenzen mit Eckstein gegeben. „Wenn uns etwas nicht passt, dann sagen wir es.“ Aber die Freien Wähler stünden zu den großen Investitionen in die Bildung genauso wir für erneuerbare Energien und den gentechnikfreien Landkreis.

Als wichtigste kommunalpolitische Aufgabe der Zukunft sieht der 67-Jährige eine Reform der Gemeindefinanzierung. „Die muss verbessert werden, denn 10 von 16 Gemeinden im Landkreis geht es nicht gut.“ Die Lösung sieht er in einem umlagegerechten Finanzausgleich.

Zu seinem Nachfolger sagt er, dass die Arbeit als Fraktionsvorsitzender sehr aufwendig sei und oft unterschätzt werde. Gerade die Freien Wähler richteten sich weniger nach irgendeiner Parteilinie, sondern folgten bestem Wissen und Gewissen. „Das ist für den Fraktionschef nicht einfach.“ Zumal man im Kreistag mit einer Stimme sprechen wolle.

Ganz fremd ist die Fraktionsarbeit dem 42-jährigen Pfeiffer nicht. Denn obwohl der gebürtige Solarer erst seit fünf Jahren in den Kommunalpolitik tätig ist, hat er bereits eine Bürgermeisterkandidatur hinter sich und sitzt zudem der FW-Fraktion im Hilpoltsteiner Stadtrat vor. Zugute kommt Pfeiffer auch sein beruflicher Werdegang, der über die Stationen Landratsamt und Stadt Hilpoltstein zum Bauamt der Gemeinde Kammerstein führte. Sprich, dem Verwaltungs- und Betriebswirt sind die öffentlichen Prozesse mehr als vertraut. „Ich traue mir es zu.“

Dabei sieht er die Arbeit seines Vorgängers als „vorbildlich“. Er habe Alfred Zottman – den FW-Kreisvorsitzender Hermann Kratzer „einen typischen freien Wähler“ nennt – als verbindenden Vorsitzenden kennen gelernt. Man habe intensiv Themen ausdiskutiert, bis alle überzeugt waren und habe dann an einem Strang gezogen. Zudem habe er neuen und jungen Kreisräten das Reinkommen leicht gemacht. Auch sonst hält er es mit Zottmanns Linie: „Es geht um die Bündelung von Meinungen und um Sachpolitik ohne irgendwelches Geplänkel.“

Von Rainer Messingschlager

 

 

 

 


Ära Zottmann geht zu Ende

Michael Pfeiffer ist neuer Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag

ROTH - Michael Pfeiffer (42) aus Jahrsdorf ist ab 1. August neuer Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag. Er löst damit Alfred Zottmann aus Spalt ab, der nach 15 Jahren den Vorsitz in jüngere Hände legen wollte.

Nach 15 Jahren übergibt Alfred Zottmann (li.) das Amt des FW-Fraktionssprechers im Kreistag an Michael Pfeiffer (Mitte). Auch Kreisvorsitzender Hermann Kratzer gratuliert.

Nach 15 Jahren übergibt Alfred Zottmann (li.) das Amt des FW-Fraktionssprechers im Kreistag an Michael Pfeiffer (Mitte). Auch Kreisvorsitzender Hermann Kratzer gratuliert.

Foto: dg

Den Rückzug ins zweite Glied hatte Zottmann schon vor drei Jahren angekündigt. Unspektakulär war denn auch die Nachfolge. Es gab drei Kandidaten. Zottmann empfahl, die Bewerber sollten sich zusammensetzen und den neuen Vorsitzenden unter sich ausmachen. Dieser heißt nun Michael Pfeiffer. Der 42-Jährige hat seit 2008 Sitz und Stimme für die Freien Wähler sowohl im Hilpoltsteiner Stadtrat als auch im Kreistag. Pfeiffer ist beruflich Leiter des Bauamtes in Kammerstein. Der Jahrsdorfer zeigt Respekt vor dem neuen Amt, traut sich aber zu, in die großen Fußstapfen seiner Vorgänger Friedrich Rupprecht, Walter Schnell und eben Alfred Zottmann zu treten.

Pfeiffer bezeichnet seinen Vorgänger als großes Vorbild. Er habe es verstanden, die unterschiedlichen Meinungen in der Fraktion zu bündeln, er habe für ein ausgezeichnetes Klima des Miteinanders gesorgt, sei jederzeit kollegial gewesen und habe nach außen hin mit deutlichen Worten die Vorstellungen der Freien Wähler vertreten.

Im Rückblick spricht Zottmann, der neben seinem politischem Engagement im Kreistag seit 1978 auch im Spalter Stadtrat sitzt, von einer „schönen Zeit“, in der einige wichtige Entscheidungen gefallen seien. Doch das war nicht immer so. „Erst als Herbert Eckstein Landrat wurde, fühlten wir Freien Wähler uns im Kreistag richtig ernst genommen. Belastet haben ihn aber auch so einige Haushaltsberatungen. „In den Ausschüssen herrschte Friede, Freude, Eierkuchen, und bei der Abstimmung zeigt die CSU dann dem Haushalt die Rote Karte“, erinnert er sich.

Unschön fand er auch das Gezerre um den Finanzierungsanteil der Gemeinde Wendelstein beim Bau des Gymnasiums. In seine Zeit als Fraktionssprecher fielen einige wichtige Entscheidungen. Themen, die die Freien Wähler mit Nachdruck verfolgt hätten. Die Gründung der Unternehmerfabrik beispielsweise, oder die Investitionen im Bildungsbereich. Zu Beginn seiner Amtszeit bestand die Fraktion aus sieben Personen. Heute haben 13 Frauen und Männer der Freien Wähler Sitz und Stimme im Kreistag. Für Zottmann auch ein Zeichen, dass der Wähler verstärkt die sachorientierte und konstruktive Politik der Freien wahrgenommen habe.

Innerhalb der Fraktion hatte es nie erwähnenswerte Probleme gegeben. „Meine Kunst war es, die Vielfalt der Meinungen in unseren Reihen zu bündeln und die richtigen Akzente zu setzen“, blickt Zottmann zurück. Besonderes Anliegen ist ihm derzeit, der Kampf für einen gerechten Finanzausgleich. „Immer mehr Lasten werden ,von oben’ auf die Kommunen abgedrückt. Die Folge ist, dass es allein im Landkreis Roth nahezu elf Gemeinden finanziell nicht so gut geht“. Um etwas zu erreichen, muss nun Michael Pfeiffer an verantwortlicher Stelle ran.dg