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Podiumsdiskussion

650 Gäste bei der Podiumsdiskussion des Bürgervereins und des Schwabacher Tagblatts in der Gemeindehalle

Es war die einzige Chance, die vier Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters in Schwanstetten im direkten Vergleich zu erleben. Der Bürgerverein «Leben und leben lassen in Schwanstetten» und das Schwabacher Tagblatt hatten zur Podiumsdiskussion in die Gemeindehalle eingeladen. Die Resonanz eineinhalb Wochen vor dem Wahltag zeigte: Kommunalpolitik in der 7700-Einwohner-Gemeinde ist ein Thema, das die Massen bewegt.

SCHWANSTETTEN – 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung hat Heiko Könicke sein erstes Ziel schon erreicht. Für 300 Besucher hat der Sprecher des Bürgervereins Tische und Stühle zur Verfügung gestellt. Die sind schon vergeben. Draußen gibt es lange Schlangen. Freundliche Frauen und Männer in weißen T-Shirts kommen ins Schwitzen. Die Stuhllager werden geräumt, neue Tische herangeschleppt. Doch irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Empore wird geöffnet, um dem Ansturm Herr zu werden.

Riesiger Andrang

Am Ende verfolgen über 650 Frauen und Männer die Podiumsdiskussion, in der sich Richard Seidler (CSU), Robert Pfann (SPD), Peter Weidner (FW) und Wolfgang Scharpff (Bündnis 90/Die Grünen) dem Wahlvolk empfehlen möchten. Das sind mehr als zehn Prozent aller Wahlberechtigten. FW-Kandidat Weidner mag’s gar nicht glauben: «Und in unseren Wahlversammlungen referieren wir vor zehn Leuten.»

Gut zweieinhalb Stunden und sieben geleerte Mineralwasserflaschen später machen sich die vier Bewerber auf den Nachhauseweg in der Gewissheit, dass sich niemand aus dem Rennen geredet hat. Es bleibt spannend in Schwanstetten. Mutmaßlich über den 2. März hinaus. Denn bei vier Kandidaten - und «Titelverteidiger» Dietmar Koltzenburg hat ja auf eine weitere Kandidatur verzichtet - ist eine Stichwahl wahrscheinlich.

Die ganz großen programmatischen Unterschiede zwischen den vier Männern auf dem Podium herauszuarbeiten, fällt Jürgen Karg, Leiter der Lokalredaktion des Schwabacher Tagblatts und Moderator des kurzweiligen Abends, gar nicht so leicht.

Sicher: Der eine setzt seine Schwerpunkte auf eine «Demokratisierung und Ökologisierung» (Scharpff), der andere auf mehr «Kundenorientierung» (Pfann), der nächste auf den «Wohlfühlfaktor» (Seidler), der vierte auf die «Auflösung des Stillstands» (Weidner). Und doch haben alle etwas für alle Generationen im Programm. Stimmen sind schließlich von allen Seiten willkommen.

Die Kandidaten im Überblick

Am leichtesten hat es an diesem Abend Wolfgang Scharpff. Der 55-jährige Berufsschullehrer von den Bündnisgrünen ist im Bürgermeisterrennen der große Außenseiter und hat nichts zu verlieren. Wenn er es nicht in die Stichwahl schafft, werden alle sagen: «War ja klar, als Grüner.» Wenn ihm die Sensation gelingen sollte, werden ihn seine Getreuen vermutlich auf Händen ums Rathaus tragen. Entsprechend entspannt referiert er über seine Ziele. In einem Mäppchen hat er zwar einige Zettel vorbereitet, das er sicherheitshalber auf dem Tisch ausgebreitet hat. Doch die Unterlagen würdigt er auf dem Podium kaum einmal eines Blickes.

Mehr Druck hat Richard Seidler. Der junge CSU-Mann wird ja irgendwie für all das verantwortlich gemacht, was in den letzten Jahren in Schwanstetten möglicherweise nicht optimal gelaufen ist: Bauland- und Gewerbepolitik, Schließung der Teilhauptschule, Vandalismus vor dem Rathaus, Streit unter den Feuerwehren und, und, und. Der 30-jährige Polizist weiß das und hat sich entsprechend präpariert. Immer wieder blättert er in einem DIN-A-4-Ordner und streut in die Diskussion Zahlen zu Steuereinnahmen und Kinderbetreuung («hier sind wir super aufgestellt») ein. Rhetorisch muss er sich hinter seinen Kontrahenten bestimmt nicht verstecken, beweist vielleicht die größte Schlagfertigkeit.

Nur beim Thema Vandalismus kommt er ein wenig altbacken daher. Wir stellen uns vor: Ein 20-Jähriger demoliert im Vollrausch eine Parkbank. Da kommt der Bürgermeister Seidler zufällig vorbei und fragt in freundlichem Ton: «Was machst Du da?» Da wird der Angesprochene garantiert sofort um Verzeihung bitten und sagen, dass er die Bretter nur herausreiße, um sie besser neu anstreichen zu können.

Neue Diskussionskultur

Robert Pfann hat ein ähnliches Problem wie Richard Seidler. Er sitzt zwar aktuell nicht im Gemeinderat, doch seine SPD hat in einigen strittigen Punkten in den letzten sechs Jahren mit der CSU gemeinsame Sache gemacht. Vieles davon war ja auch richtig, sagt der Sozialdemokrat. Und doch soll jetzt mit ihm eine neue (Diskussions-)Kultur einziehen ins Rathaus.

Wie die aussehen soll, wird im Laufe des Abends deutlich. Pfann versucht es in ersten Stellungnahmen mit etwas Hochdeutsch. Je mehr er in Fahrt kommt, desto mehr schwenkt er über in den Schwander Dialekt. Auf dass die Leute sagen: Aha, der Pfann, der redet so wie wir. Dass so etwas nicht unbedingt von Nachteil sein muss, sieht man ja an Landrat Herbert Eckstein.

Bleibt Peter Weidner von den Freien Wählern, der als einziger des Quartetts völlig ohne Hilfsmittel – sprich Zettel – auskommt. Klar: Er hat sich nach eigenen Angaben ja auch seit drei Jahren auf das Bürgermeisteramt vorbereitet. Und wer ihn nachts um Drei weckt, dem kann er bestimmt sein umfangreiches Wahlprogramm vorwärts und rückwärts vortragen. Weidners Freie Wähler hatten bei brisanten Themen die Nase immer früh im Wind. Sie waren die ersten, die sich konsequent gegen den Hubschrauberlandeplatz aussprachen. Sie machten Politik gegen den Discounter. Sie wollten den Baugrund im Gebiet «Pointgärten» von vorneherein billiger anbieten als zu den jetzt beschlossenen 210 Euro pro Quadratmeter.

Ob das jetzt Peter Weidner auch zum Wahlsieg reicht, muss man abwarten. Es gibt ja Leute, die sagen, dass er es schon deswegen schwer hat, weil er unbedingt gewinnen will. Da geht mitunter die Lockerheit flöten.

Ja oder Nein?

Schwung kommt immer dann in die Diskussion, wenn es auf einfache Fragen aus dem Publikum auch einfache Antworten gibt. So glauben FW, SPD und Grüne, dass man auf den vor sechs Jahren eingeführten 3. Bürgermeister wieder verzichten kann. CSU-Mann-Seidler möchte ihn beibehalten, weil er deutlich weniger koste als immer wieder gesagt wird.

Seidler und Scharpff würden die Feuerwehren Schwand und Leerstetten gerne zusammenlegen, Pfann und Weidner derzeit nicht. Wolfgang Scharpff glaubt weiter an eine discounterfreie Zukunft für Schwanstetten. Die Vertreter der drei großen Blöcke sehen zumindest Gesprächsbedarf, wollen die örtlichen Metzger, Bäcker und Einzelhändler aber ins Boot holen und vor allem die Standortfrage neu aufrollen.

Stellen wir uns doch abschließend vor, alle vier Kandidaten würden ab 1. Mai gemeinsam regieren. Dann wäre sechs Jahre später Schwanstetten ein blühendes Gemeinwesen. Richard Seidler würde den Naturbadeweiher und die Skaterbahn bauen. Robert Pfann einen größeren Jugendtreff einrichten und die gemeindliche Verschuldung gegen Null fahren. Peter Weidner würde die Verwaltung verschlanken und sich an das Mehrgenerationenhaus machen. Und Wolfgang Scharpff Schwanstetten zum Öko-Vorreiter in Mittelfranken machen.

Schöne Aussichten. Dumm nur, dass man sich am 2. März trotzdem entscheiden muss.

Quelle: Schwabacher Tagblatt, ROBERT GERNER