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Neujahrsempfang

Schwanstetten  - Unter dem Motto "Jung für Alt - Alt für Jung" luden die Freien Wähler Schwanstetten zu ihrem diesjährigen Neujahrsempfang in der Kulturscheune Leerstetten ein, nachdem sie zuvor gemeinsam den Sonntagsgottesdienst in der evangelischen Peter- und Paulskirche besucht hatten.

Mit dem Schlager "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an" von Udo Jürgens begannen die Freien Wähler Schwanstetten ihren siebenten Neujahrsempfang. Peter Weidner, der Vorsitzende und Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler in der Marktgemeinde dankte eingangs allen Mitbürgern, die ihren Mann oder ihre Frau stehen  in Familie, Beruf und in den Vereinen . Sein Dank galt unter anderem auch seinen Freunden von den Freien Wählern, die diesen Neujahrsempfang durch ihre engagierte Mitarbeit möglich machten. Roman Engelhardt begleitete den Vormittag musikalisch.

Mit einem Glas Sekt-Orange stieß die Vorstandschaft mit den Gästen auf das Jahr 2008 an. Von links Schatzmeister Ludwig Knäblein, 2. Stellvertreter Helmut Melzer, Vorsitzender Peter Weidner, 1. Stellvertreter Richard Hetzelein, Öffentlichkeitsreferent Friedrich Hörauf und Schriftführer Axel Vogelsang

Werner Winter, stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler und Bürgermeisterkandidat aus Wendelstein erklärte in seinem Grußwort, dass bei 80 Prozent der Bevölkerung der derzeitige Wirtschaftsaufschwung nicht ankomme. Er appellierte an die Bürger, zu den Wahlen zu gehen. Er stellte heraus, dass das jetzige Parteiensystem keine Zukunft habe.

Der Vorsitzende des Kreisverbands, der stv. Landrat und 1. BGM Walter Schnell aus Kammerstein betonte, dass die Problematik der derzeitigen demografischen Entwicklung hierzulande bereits seit Jahrzehnten bekannt sei. Auf diese Veränderungen hätten die Parteien und die Politik zu spät reagiert. Dem BGM-Kandidaten Peter Weidner wünschte er viel Glück. Schnell berichtete, dass er Peter Weidner seit über zehn Jahren stv. Kreisvorsitzender ist. Er ist äußerst zuverlässig und gewissenhaft. Er bringt auch die nötige Erfahrung und Kompetenz für dieses Amt mit. Der 2. Bürgermeister Fritz Schrödel sprach in Zusammenhang mit dem Thema des Neujahrsempfangs von einer großen Herausforderung unserer Zeit. Unter anderem sagte er, Kinderstimmen müssten als Zukunftsmusik wahrgenommen werden. Es dürften aber auch die Älteren nicht vergessen werden.

Das Hauptreferat des Empfangs hielt Andrea Lehmann von der Johanniter Unfall-Hilfe in Schwabach. Es beschäftigte sich mit dem Mehrgenerationenhaus. Das ist eine generationenübergreifende Haus- oder Wohngemeinschaft. Diese Gemeinschaft dient als Ort des Zusammenlebens mehrerer unabhängiger und verschieden alter Personen in einer sehr großen Wohnung oder einem Haus. Das Aktionsprogramm zu den Mehrgenerationenhäusern hatte seinen Ursprung in Niedersachsen. Dort initiierte seinerzeit die damalige niedersächsische Familienministerin Ursula von der Leyen die Förderung von Mehrgenerationenhäusern im Sinne offener Nachbarschaftstreffpunkte. Nach ihrem Wechsel in das Amt der Bundesfamilienministerin initiierte sie das Aktionsprogramm auf Bundesebene. Ziel des Programms sei es, überall in Deutschland offene Tagestreffpunkte entstehen zu lassen und zu fördern, an denen sich die verschiedenen Generationen im Alltag begegnen und gegenseitig unterstützen. Sie sollen der Vernetzung der Altersgruppen und der  Weitergabe von Alltags- und Sozialkompetenzen zwischen Jung und Alt dienen. Das Mehrgenerationenhaus sei eine Antwort auf den demografischen Wandel. Es soll eine moderne Form der Großfamilie darstellen. Auf der einen Seite steht die heutzutage geforderte berufliche Flexibilität und auf der anderen Seite  soll diese Wohngemeinschaft die Bedürfnisse der Senioren und Junioren miteinander vereinbaren. Träger können die Kommune, eine Kirchengemeinde oder beispielsweise ein Verein beziehungsweise ein Sozialverband sein. Für diese, vor allem für eine Gemeinde bedeute ein solches Haus vor allem Ausgaben. Jedoch bestünden Möglichkeiten der Förderung in Höhe von 40.000 Euro pro Jahr für eine Dauer von fünf Jahren. Konzepte müssen hierbei vorliegen. Danach sollte sich die Einrichtung selbst tragen können.  Wie ein Mehrgenerationenhaus konkret aussehen könnte, hänge von den vor Ort zur Verfügung stehenden Strukturen ab. Andrea Lehmann nannte unter anderem Möglichkeiten die Schwerpunkte auf die Seniorenarbeit oder die Kinderbetreuung zu verlegen, aber auch die Ansiedlung von Dienstleistungsbereichen. Aber nicht nur den "Profis", sondern auch Ehrenamtliche sollen hierbei zum Zug kommen. Weitere Möglichkeiten wären die Einrichtung eines offenen Jugendtreffs oder einer gemeinsam betriebenen Cafeteria. Andrea Lehmann stand auch für die Fragen der Zuhörer zur Verfügung.  Unter anderem kam der Vorschlag, dass die Seniorenwohnanlage "Sägerhof" als Grundlage für ein Mehrgenerationenhaus dienen könnte. Peter Weidner sprach sich dafür aus, einen möglichen Bedarf ermitteln zu lassen. Die Freien Wähler Schwanstetten wollen den Grundgedanken einer Einrichtung, in der mehr Generationen unter einem Dach leben, weiter verfolgen, sagte Peter Weidner und stellte eine Nachfolgeveranstaltung, in der es um die baulichen Aspekte eines Mehrgenerationenhauses gehen soll, in Aussicht.

Von links: Fritz Schrödel, Walter Schnell, Werner Winter, Andrea Lehmann, Tochter (W. Winter), Richard Hetzelein und Peter Weidner