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5. Juni 2009

Die Entwicklung der Milchviehbetriebe in unserer Heimat

Walter Schnell, stv. Landrat

Presse-Info  5. Juni 2009 der FW

Die Entwicklung der Milchviehbetriebe in unserer Heimat (Presse-Info als download)

Roth - 5 Juni 2009

ROTH – Der rapide Verfall der Erzeugerpreise für Milch war Thema der jüngsten Zusammenkunft der Freien Wähler im Landkreis Roth. FW-Kreisvorsitzender Hermann Kratzer fürchtet, dass wegen der katastrophalen Erzeugerpreise weitere Milchbauern ihre Hoftore für immer schließen. Immerhin hätten dies in den vergangen 25 Jahren etwa zwei Drittel der bayerischen Milchbauern getan.

Die Entwicklung der Milchpreise erläuterte stv. Landrat Walter Schnell. Im Sommer 2007 habe sich der Milchpreis durch die gestiegenen Absatzmöglichkeiten auf dem Weltmarkt zügig und damit marktgerecht nach oben entwickelt. Bedingt durch die Mehrproduktion weltweit und gleichzeitigen Schwierigkeiten auf den Exportmärkten seien die Milchprodukte massiv unter Druck geraten. Milchimitate und die Verwendung von Pflanzenfett anstatt von Milchfett bei Backwaren und Speiseeis verschärften die Situation zusätzlich.

In dieser Ausgangslage entschieden die Agrarminister der EU im November vergangenen Jahres, so der Kammersteiner Bürgermeister, die Milchquoten zusätzlich um fünf Prozent aufzustocken. Dies sei eine grobe Fehlentscheidung gewesen, die mit der Zustimmung von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner (CSU) zustande kam.

Kritik wurde an der Preispolitik der Discounter laut. Man dürfe nicht alles unter dem Aspekt der freien Marktwirtschaft beurteilen, sagte der stv. FW-Kreisvorsitzende Peter Weidner. „Bauernhöfe können nur einmal sterben“.

An die Verbraucher appellierte Thomas Schneider, stv. FW-Kreisvorsitzender und 1. Bürgermeister in Röttenbach. Der Verbraucher könne mit seiner Einkaufsentscheidung vieles auf dem Markt steuern. Regionale Kreisläufe und die Qualität der Lebensmittelmittel hätten  nicht immer den notwendigen Stellenwert.

Der Wert der landwirtschaftlichen Arbeit für den Erhalt unserer Kulturlandschaft werde in der Politik nicht angemessen gewürdigt, sagte Walter Schnell. Der Verfall der Milchpreise werde allmählich zu einer akuten Bedrohung der ländlichen Räume Bayerns. Schnell: „Landwirte müssen für ihren landschaftspflegerischen Dienst eine angemessene Entschädigung erhalten“. Es könne nicht sein, dass diese Arbeiten künftig kostenaufwändig durch kommunale Landschaftspflegehöfe verrichtet werden.

Für Hermann Kratzer ist es wichtig Angebot und Nachfrage bei der Milch in Einklang zu bringen. Der einfachste und billigste Weg wäre es, wenn die EU die Milchquoten kürzen würde. Auch Verwendungsbeihilfen für Großabnehmer könnten eine schnelle marktentlastende Wirkung zeigen. Kratzer: „Die Entwicklung der Milchviehbetriebe in unserer Heimat ist eine Spielgelbild der Qualität bayerischer, deutscher und europäischer Landwirtschaftspolitik“.

Für Rückfragen: Walter Schnell, Tel. 09122/925515 (d), 09122/3939 (p)