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4. September 2008
Stärkung des ländlichen Raums statt Wahlversprechen
„Unsere Region besteht nicht nur aus Großzentren“
Greding/Roth (jr) - Daß nicht nur die Städte und großen Zentren in Bayern wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Regionen sind, sondern auch die ländlichen Regionen, war ein Thema der Freien Wähler bei ihrer jüngsten Kreisvorstandssitzung in Greding. Landtagskandidat Hermann Kratzer nutzte hierbei auch die Gelegenheit, das von ihm geleitete moderne Unternehmen „Trendstore“ mit seiner Angebotsvielfalt vorzustellen, bevor Fördermöglichkeiten des ländlichen Raums und derzeitige Schwachpunkte als Schwerpunkt des Treffens beraten wurden.
Gerade das von Hermann Kratzer und anderen Partnern vor Jahren erfolgreich vor dem Konkurs bewahrte und heute wesentlich größere Einrichtungsgroßunternehmen „Trendstore“ mit seinem Standort Greding in direkter Nähe zur Autobahn bot für die Mitglieder des Rother FW-Kreisvorstands das beste Beispiel, daß erfolgreiche Betriebe nicht nur in den Städten und Zentren bestehen und wachsen können. Neukonzipiert beliefert die Gredinger Firma nämlich heute Handelsketten und Kaufhäuser fristgerecht in ganz Europa mit Ladeneinrichtungen und hat im Messebau mehrere international agierende Unternehmen als langjährige Kunden. Dennoch ist es laut Hermann Kratzer gerade der ländliche Raum, der im Gegensatz zu den permanent vom Freistaat geförderten Zentren wie etwa aktuell der „Metropolregion“ um Nürnberg immer stärker abgehängt wird. Am Beispiel der DSL-Anschlüsse, die jetzt erst kurz vor der Landtagswahl im großen Stil von der bayerischen Regierung für den ländlichen Raum genehmigt und finanziell gefördert werden, machte er die Konsequenzen klar: Mittelständische Betriebe oder auch Spezialfirmen wie „Trendstore“ sind schon aufgrund der oft speziellen Aufträge und kurzfristigen Lieferbedingungen vom schnellen Datenaustausch über leistungsstarke elektronische Datennetze abhängig oder verlieren sonst Kunden und Aufträge.
Bei schlechter Arbeitsplatzsituation droht dem ländlichen Raum Abwanderung
„Wenn wir unseren Bürgern in den ländlich geprägten Gemeinden unserer Region nicht auf Dauer wohnortnahe Arbeitsmöglichkeiten bieten können, ob in der Landwirtschaft, im Handwerk oder in unseren mittelständischen Betrieben und in der Industrie, droht unserer ländlichen Kulturlandschaft langfristig eine anhaltende Abwanderung in die Zentren, wie sie jetzt schon in den ostdeutschen Bundesländern seit Jahren stattfindet“ betonte Kammersteins Bürgermeister Walter Schnell als weitere Konsequenz, wenn mittelständische Betriebe in den Umlandgemeinden keine Überlebenschance haben. „Und da können wir als Umlandgemeinden der Zentren noch so viel Industriegebiete anbieten und fördern“ legte Schnell übereinstimmend mit Büchenbachs Bürgermeister Bauz nach. Auch im Gesundheitswesen sah FW-Landtagskandidat Dr.Stefan Singer als niedergelassener Arzt in Abenberg ähnliche Gefahren: „Mit der Schaffung von zentralen überörtlichen Arzthäusern mit Fachärzten mehrerer Richtungen in einem Haus, wie von den Krankenkassen propagiert, ist die fach- und hausärztliche wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in den Gemeinden auf dem Land bedroht und das bisher funktionierende dichte Ärztenetz zur schnellen Hilfe und Behandlung der Patienten bricht zusammen“ blickte er düster in die Zukunft. „Der Bürger und die Möglichkeit für ihn, in seinem gewohnten Umfeld wohnen, arbeiten und die Freizeit verbringen zu können steht im Mittelpunkt unserer Forderungen für die Stärkung der ländlichen Regionen in Bayern“ fasste Walter Schnell als FW-Kreisvorsitzender zusammen. Als Lösungsansatz nannte er neben der flächendeckenden Förderung der DSL-Anschlüsse auch die Beibehaltung des wohnortnahen Schulsystems mit kleineren Klassen und mehr Lehrern. „Hätte die bayerische Regierung nicht über Jahre zig Millionen in ihren „Transrapid-Traum“ gesteckt, sondern damit die zeitnahe Modernisierung und Förderung des ländlichen Raums langfristig angegangen, hätten wir nicht heute diese Mängel, die jetzt auf die Schnelle mit einem Paket an Wahlversprechen gelöst werden sollen“ stimmte dem auch Hermann Kratzer zu.



