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3. August 2008

Freie Wähler für wohnortnahe Schule auf hohem Niveau
 
ROTH/REDNITZHEMBACH - Der Ferienbeginn war für die Freien Wähler (FW) ein willkommener Anlass für ein bildungspolitisches Fachgespräch mit dem Rednitzhembacher Rektor Rainer Thiede. Ziel aller Anstrengungen müsse, so Landtagskandidat Hermann Kratzer, ein wohnortnahes Schulangebot auf möglichst hohem Niveau sein. Stv. Landrat Walter Schnell brachte die zentralen FW-Forderungen auf den Punkt: "Kleinere Klassen, mehr Lehrer".
 
Über die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen des heutigen Schulwesens berichteten Rektor Rainer Thiede und Konrektor Walter Rapke von der Grund- und Hauptschule Rednitzhembach. Die Delegation der Freien Wähler konnte sich von der anspruchsvollen pädagogischen Arbeit an dieser Schule überzeugen. Insbesondere die beispielhafte Elternarbeit wurde von den Gästen mit viel Anerkennung bedacht. Thiede: "Hauptschulen haben einen viel zu schlechten Ruf". Dort werde ausgezeichnete Arbeit geleistet, die an anderen Schularten aufgrund des fehlenden Klassenleiterbezuges so nicht geleistet werden könne.
 
Kompetenzen werden nicht erkannt.

Auch im Landkreis Roth seien, so Hermann Kratzer, Hauptschulstandorte gefährdet. Als Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebes mit 120 Beschäftigten mache er viele positive Erfahrungen mit Hauptschülern.
 
Der Rückgang der Schülerzahlen habe nach Meinung von Rainer Thiede viele Ursachen. Die abnehmenden Geburtenzahlen seien nur ein Grund. Thiede: "Hauptschüler sind heute mit zahlreichen tragfähigen Kompetenzen ausgestattet, die leider von weiten Teilen der Öffentlichkeit aus Unkenntnis nicht erkannt werden". Die Flickschusterei in der Bildungspolitik habe nach Meinung der Freien Wähler dem Image der Hauptschule erheblich geschadet.
 
Mit den konzeptionellen Ideen des BLLV setzte sich Walter Schnell, der für die Freien Wähler als Direktkandidat für den mittelfränkischen Bezirkstag antritt, auseinander. Schnell, selbst lange Jahre als Lehrer in Schwabach tätig, sprach sich für das Konzept der "Regionalen Modellschulen" (RMS) aus. Auf diese Weise könnten gefährdete Schulen enger zusammen arbeiten und unter einem Dach sowohl den Hauptschul- als auch den Realschulabschluss anbieten.
 
Weitere Kernpunkte sind für die Freien Wähler der Ausbau des Angebots an Ganztagesschulen sowie der Mittags-, Hort- und Ferienbetreuung für Schulkinder. Insgesamt müsse das Ziel die Herstellung gleicher Schul- und Lebensbedingungen in ganz Bayern sein, erklärte Kratzer.
 
Für Ausbau der Schulsozialarbeit


Einen breiten Raum nahm in dem Gespräch das Angebot der Schulsozialarbeit ein. Rektor Thiede erläuterte an Hand einiger Beispiele den Wert und die Notwendigkeit dieser wertvollen sozialpädagogischen Arbeit. Die Freien Wähler sprachen sich für einen zügigen Ausbau der längst überfälligen Schulsozialarbeit aus.
 
Nach Auffassung des Rednitzhembacher Schulleiters zählt die Schulsozialarbeit zu den zentralen Aufgaben von Sachaufwandsträgern. Thiede: "Nur wenige Gemeinden sind gewillt hier zu investieren, da sie die Auffassung vertreten, dies sei Angelegenheit des Staates". Rednitzhembach habe nach Meinung von Rektor Thiede hier einen guten Weg eingeschlagen. An Kompetenz- und Finanzfragen dürfe, so die einhellige Meinung der Freien Wähler, die dringend notwendige flächendeckende Einführung der Schulsozialarbeit nicht scheitern.
 
Geld in Bildung gut angelegt
"Im Landkreis Roth machen wir unsere Hausaufgaben" bekräftigte Walter Schnell. So berichteten die Kreisräte Dr. Reinhard Spöri und Richard Götz über die Erweiterung der Rother Realschule. "Das Geld ist gut angelegt",  zeigten sich die beiden FW-Kreisräte überzeugt. Dank der guten Arbeit der Bauleute konnte die geplante Bauzeit verkürzt werden. Für den Schulsport werde derzeit eine Zweifachturnhalle am Gymnasium Roth errichtet.

 

 

Bildungspolitisches Fachgespräch in der Hauptschule Rednitzhembach: v. l. n. r.: stv. Landrat und Bezirkstagskandidat Walter Schnell, Kreisrat und Landtagskandidat Hermann Kratzer, Rektor Rainer Thiede, Kreisrat Dr. Reinhard Spörl und Kreisrat Richard Götz.

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