Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

28. August 2008

„Hochprozentige“ Führung

Brennereivorstand Wolfgang Straußberger informierte den FW-Landtagskandidaten Hermann Kratzer, FW-Ortsvorsitzenden Helmut Wirth und FW-Bezirkstagskandidaten Walter Schnell (von links) über das Brennereiwesen. Foto: Wieser

Kandidaten der Freien Wähler besuchten Genossenschaftsbrennerei in Rohr

ROHR (nw) — Die Freien Wähler (FW) besuchten die Genossenschafts­brennerei in Rohr. Hermann Kratzer, Direktkandidat für den Landtag, und Walter Schnell, Listenkandidat für den Bezirkstag, sowie die Mitglieder des FW-Ortsverbandes Rohr mit Orts­vorsitzendem Helmut Wirth ließen sich von Brennereivorstand Wolfgang Straußberger und von Brennmeister Hermann Betsch in die Feinheiten des Brennereiwesens einführen.  

In Mittelfranken gibt es noch neun landwirtschaftliche Genossenschafts­brennereien. Acht befinden sich im nördlichen Landkreis Roth. 1968 grün­deten 27 Landwirte die Brennereige­nossenschaft Rohr. Die Zahl der Mit­glieder ist mittlerweile auf 19 ge­schrumpft.

Viele Jahre wurden nur Stärkekartoffeln zu hochprozentigem Alkohol verarbeitet. Seit einigen Jah­ren stelle Getreide neben den Kartof­feln die Hälfte der Rohstoffe dar, erläuterte Vorstand Straußberger.

Die Brennereigenossenschaft Rohr ist mit 4300 Hektolitern Brennrechten eine der größten landwirtschaftlichen Genossenschaftsbrennereien in Mittel­franken. Das Problem ist jedoch, dass seit Jahren nur 50 Prozent des Kontin­gents gebrannt werden dürfen. In der nun zu Ende gehenden Brennperiode waren es 60 Prozent. „Auch für die im Oktober beginnende neue Periode sol­len es wieder 60 Prozent werden“, hofft Straußberger. Die landwirt­schaftlichen Brennereien seien sehr stark von der Politik und vom Haus­halt des Bundes abhängig, gab der Brennereivorstand zu verstehen.

Der erzeugte Alkohol wird von der Monopolverwaltung des Bundes über­nommen, weil es in Deutschland bis 2010 noch das Branntweinmonopol gibt. „Möglicherweise wird es bis 2017 verlängert“, deutete der Brenne­reivorstand an. Auf Nachfrage von Walter Schnell erklärte Straußberger, dass es seit 15 Jahren bergab gehe. „Beim Auslaufen des Branntweinmo­nopols wäre dies das Ende der Rohrer Brennereigenossenschaft“, antwor­tete der Brennereivorstand auf Nach­frage von Hermann Kratzer.
 
Teure Überprüfung des Tanks
 

Wolfgang Straußberger kritisierte die immer neuen bürokratischen Vor­schriften. Jüngstes Beispiel ist die Überprüfung des Alkoholtanks, weil Alkohol seit kurzem eine Gefahren­klasse höher eingestuft wird. „Diese Überprüfung verursacht bei uns Zusatzkosten von 3300 Euro.“ Her­mann Kratzer berichtete als Unterneh­mer von ähnlichen Erfahrungen durch neue, oft kostspielige Vorschrif­ten. Walter Schnell kritisierte, dass von Bürokratieabbau nichts zu spü­ren sei. „Nicht nur die Landwirt­schaft, sondern auch das Handwerk und der Mittelstand klagen über immer neue Vorschriften.“ Beim Rundgang durch die verschie­denen Anlagenteile der Brennerei erläuterte Brennmeister Hermann Betsch die einzelnen Verarbeitungs­gänge. Er zeigte den Weg der Kartof­feln, von der Lagerung bis zur Gewin­nung des hochprozentigen Alkohols im Betriebsgebäude. Ab Oktober wer­den am Tag 18 Hektoliter Alkohol in der Rohrer Brennerei produziert. Dafür sind 300 Zentner Kartoffeln oder 90 Zentner Getreide notwendig. Für den Produktionsablauf werden täglich 500 Liter Heizöl benötigt, wie Betsch den Zuhörern erklärte.  

Die Brennereigenossenschaft unter­hält zusätzlich eine Lagerhalle für die Saatkartoffeln und für die zu ver­arbeitenden Stärkekartoffeln. Das Getreide wird nicht auf dem Brenne­rei- Areal gelagert, sondern erst zur Verarbeitung von den Landwirten angeliefert.

Zum Seitenanfang