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26. August 2008
Freie Wähler auf „Kuhstall-Tour“ – für eine bessere Agrarpolitik Landkreis Roth
Fragen der Landwirtschaft sind aus Sicht der Freien Wähler von besonderer Bedeutung für die Arbeit des Bayerischen Landtags und des mittelfränkischen Bezirkstags. Deshalb haben die Kandidaten der Freien Wähler für den Landtag Hermann Kratzer und den Bezirkstag Walter Schnell zusammen mit Kreisrat Michael Pfeiffer, Kreisgeschäftsführerin Isolde Krahle und dem Vorsitzenden der Kammersteiner Freien Wähler Bernd Weiß den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Reichel im Kammersteiner Gemeindeteil Putzenreuth besichtigt.
Landtagskandidat Hermann Kratzer, der selbst aus der Landwirtschaft kommt und seinen Betrieb noch im Nebenerwerb bewirtschaftet, zeigte sich beeindruckt vom Betrieb Reichel. Dieser zählt zu den größten Milchviehbetrieben in Mittelfranken. Vor dreißig Jahren haben Robert und Elfriede Reichel den landwirtschaftlichen Betrieb mit 7 Milchkühen übernommen. Inzwischen wurde auf 180 Kühe erweitert. Große Probleme bereitet dem Betrieb, der zusammen mit dem Sohn Erwin und einem Auszubildenden bewirtschaftet wird, der derzeitige Milchpreis. Robert Reichel berichtete, dass bereits ein Preis von 30 Cent (60 Pfennig) je Liter bezahlt wurde. Nach einem kurzen Hoch im Frühjahr 2008 liege der Milchpreis inzwischen bei lediglich 34,5 Cent.
Um jedoch kostendeckend arbeiten zu können sei ein Milchpreis von mindestens 43 Cent erforderlich. Die derzeitige Einnahmesituation könne nur durch die große Menge etwas kompensiert werden. Dies wiederum habe fatale Folgen für die Lebensqualität der Familie, betonte der Betriebsinhaber Robert Reichel, der selbst 30 Jahre Gemeindrat in Kammerstein war. An eine Entlastung durch zusätzliches Personal oder einen geringeren Viehbestand könne bei diesem niedrigen Milchpreis nicht gedacht werden.
„Die derzeitige Politik fördert mit ihren Entscheidungen das Sterben der bäuerlichen Landwirtschaft“, machte Reichel deutlich. Bezirkstagskandidat Walter Schnell, der als Bürgermeister der Gemeinde Kammerstein die Entwicklung des Betriebes Reichel hautnah miterlebt hat, brachte seine Anerkennung über die Leistung und den Mut zur Investition der Familie Reichel zum Ausdruck. „Die Überlegungen zur Abschaffung der Milchquote kämen einer Enteignung gleich und würden die letzten kleineren Betriebe kaputt machen“, waren Schnell und Reichel überzeugt.
Hermann Kratzer forderte eine Reform in der Agrarwirtschaft. „Die bürokratischen Hürden und Vorschriften gerade in der Landwirtschaft binden die Betriebsinhaber immer mehr an den Schreibtisch statt in den Stall oder auf den Traktor. Hier müsse die Politik deutlich bessere Grundlagen schaffen“, betonte Kratzer. „Unsere Bauern brauchen für ihre guten Lebensmittel faire Preise. Der Erhalt unserer Kulturlandschaft bedeutet Lebensqualität“ zeigte sich Kreisrat Michael Pfeiffer überzeugt.
Beim Rundgang durch den Betrieb beeindruckte die Besucher besonders das Milchkarussell. Rund 100 Kühe können hier in einer Stunde gemolken werden und die Computer zeigen jede Unstimmigkeit sofort auf, erläutere Juniorchef Erwin Reichel. Beim abschließenden Imbiss mit frischer Milch und frischem Käse wurde von den Besuchern ausführlich und engagiert eine bessere Landwirtschaftspolitik gefordert, damit das Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft lohnend ist und unser Landschaftsbild erhalten bleibt.





