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25. Januar 2008

Freie Wähler für wohnortnahe Hausarztversorgung

Dr. Jürgen Büttner im Gespräch mit Elisabeth Bieber

Hausärzte in Not

ROTH - Am 30.1. entscheiden die bayerischen Hausärzte in Nürnberg, ob sie alle aus dem Kassensystem aussteigen. Die Freien Wähler im Landkreis Roth wollen den Hausärzten im Landkreis in dieser schwierigen Phase den Rücken stärken. Sie sprechen sich eindeutig für die wohnortnahe hausärztliche Versorgung der Patienten aus.

Im Dezember hatten die Freien Wähler die Publizistin und Initiatorin der Aktion „Patient informiert sich“, Renate Hartwig, zu Gast in der Rother Stadthalle. Hartwig und die Freien Wähler appellieren deswegen an alle Patienten: „Rufen sie ihren Hausarzt an, schicken Sie ihm ein Fax, eine E-Mail oder einen Brief. Unterstützen Sie die Hausärzte. Noch nie ist so etwas in Deutschland je passiert“.

Diesen Schritt machen aus Sicht der Freien Wähler die Hausärzte auch für die Menschen und die gesicherte Versorgung der Landkreisbürger. Kreisvorsitzender und stv. Landrat Walter Schnell: „Es ist für unsere Bürger enorm wichtig, dass die Aktion der bayerischen Hausärzte gelingt. Denn nur so werden sie in Zukunft überhaupt noch für uns da sein können. Derzeit ist nahezu jeder zweite bayerische Hausarzt über 58 Jahre alt, kein junger Arzt hat mehr Lust, in diesem System zu arbeiten. Die Ärzte ersticken in Bürokratie und Arbeit und haben keine auskömmliche Vergütung. Die Politik hat offenbar die hausärztliche Versorgung aufgegeben“.

Die Freien Wähler befürchten vor allem die weitere Ausdünnung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Bürgermeister Thomas Schneider aus Röttenbach, stv. Kreisvorsitzender der Freien Wähler, zeigt daher Verständnis für die Aktion der Hausärzte. Schneider: „Deshalb kann der einzige Weg nur noch so aussehen, raus aus dem System und das gemeinsam! Einer für Alle und Alle für Einen ist die einzige Chance, wenn wir Patienten dem geplanten Verkauf an amerikanische Investoren entgehen wollen“.

Der kommende Ausstieg aus diesem korrumpierenden System hat nach Aussage des Rother Hausarztes Dr. Jürgen Büttner bei Politik und Krankenkassen die Nerven blank gelegt. Büttner: „Fast täglich flattern den Hausärzten derzeit Schreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns auf den Tisch, die eindringlich vor dem Systemausstieg warnen und alle möglichen Schreckensszenarien malen, in der Hoffnung, die Hausärzte würden klein bei geben“.

Für Elisabeth Bieber, 3. Bürgermeisterin und Kreisrätin aus Roth ist die Forderung klar: „Bange machen gilt nicht. Wir Patienten müssen jetzt Solidarität mit unseren Ärzten zeigen. Deshalb: „Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin, bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie ihn oder sie unterstützen, weil Sie wollen, dass er auch morgen noch für Sie da ist.“

 

 

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