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10. September 2008
Schullandschaft im Landkreis in Bewegung
LANDKREIS ROTH - In ihrer Feriensitzung im Rother Landratsamt befaßte sich die Kreistagsfraktion der Freien Wähler (FW) vor allem mit dem Schulwesen und den Kinderbetreuungsangeboten im Landkreis Roth. Über die vielen laufenden und geplanten Schulbaumaßnahmen freuten sich FW-Fraktionsvorsitzender Alfred Zottmann und seine elf Kreistagskollegen.
Besonders die Sporthallensituation in Hilpoltstein erhitzte noch einmal die Gemüter. Für die Kreisräte Michael Pfeiffer und Hermann Kratzer war es eine richtige Entscheidung. Andere sprachen die hohe Kostenbelastung für den Landkreis und die erforderlichen Sparmaßnahmen an anderer Stelle an. Letztlich signalisierte die Fraktion der Freien Wähler zum gefundenen Kompromiß einstimmig grünes Licht.
Erfreulich bewerteten die Kreisräte auch den zügigen Fortgang bzw. Abschluß der Arbeiten an der Realschule Roth, dem Gymnasium Roth und dem Förderzentrum in Roth. "Jeder Euro in die Bildung investiert, ist ein Euro für die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes" resümierte der Büchenbacher Kreisrat Helmut Bauz.
Ehrliche Aussage zum Gymnasium Wendelstein gefordert
"Das Gymnasium Wendelstein kann kommen, der Bedarf ist vorhanden, der Landkreis hat die nötigen Grundstücke erworben und steht zum Standort Wendelstein", erklärte stv. Landrat Walter Schnell. Man sei bei den Freien Wählern sehr gespannt, ob die positiven Signale aus München ehrlich oder vielleicht wieder nur Luftblasen sind. Konsequent und fair wäre es, so Walter Schnell, wenn die Staatsregierung noch vor der Landtagswahl ihre Entscheidung bekannt geben würde.
Klage über Lehrermangel
Kreisrat Hermann Kratzer berichtete von vielen Gesprächen mit Eltern und Lehrern, bei denen immer wieder der Lehrermangel an den unterschiedlichen Schulen angesprochen wurde. Nach seiner Meinung muß vor allem die Grundschule wohnortnah und überschaubar sein. Klassengrößen von 25 Schülern sollten die absolute Obergrenze sein, fordert Hermann Kratzer.
Als Schlag ins Gesicht wertet Kratzer, der auch Landtagskandidat der Freien Wähler ist, die Meldung, dass im kommenden Schuljahr von 1735 Bewerbern nur 424 als Beamte und 341 Lehrkräfte in einen Zeitvertrag übernommen werden. So werden sich leider 970 erfolgreich ausgebildete Lehrkräfte bei der Agentur für Arbeit melden müssen. Gleichzeitig würden Schulen verzweifelt nach Lehrkräften von außerhalb Ausschau halten.
Kinderbetreuung ausbauen
"Für uns Freie Wähler hat die Betreuung von Kindern eine große Bedeutung", erklärte Kreisrätin Elisabeth Bieber aus Roth. Daher wolle man auch als ersten Schritt das letzte Kindergartenjahr kostenfrei anbieten, ergänzte Hermann Kratzer. Walter Schnell zeigte am Beispiel der Gemeinde Kammerstein auf, dass auch ein kleine Gemeinde über ein umfangreiches Betreuungsangebot über die Kinderkrippe, den Kindergarten und den Kinderhort verfügen kann. "In Kammerstein finden mittlerweile alle Kinder zwischen 6 Monaten und 10 Jahren einen Platz", erklärte Schnell. Ausdrücklich dankten die FW-Kreisräte für die vielen attraktiven Angebote in den Ferienprogrammen der Gemeinden.
Das Ausbluten der Hauptschulen war ein weiteres Thema in der Fraktionssitzung. "Wir befürchten auch im Landkreis Roth nach der Schließung von Teilhauptschulen weitere Schließungen von Hauptschulen", erklärte der Gredinger Bürgermeister und Kreisrat Manfred Preischl. Mit der Ganztagesklasse an der Hauptschule könne man einen vernünftigen Weg finden.



