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1. August 2008

Freie Wähler im Landkreis Roth zu den Verbesserungen für Hausärzte  
Versprechungen sind eine typische CSU-Wahltaktik  
    
Roth (jr) - Freude und mahnende Worte in einem fand Walter Schnell als Kreisvorsitzender der Freien Wähler im Landkreis Roth für die jetzt ausgehandelten Verbesserungen für Hausärzte. Freude, weil mit Unterstützung der Freien Wähler für die Hausärzte die Staatsregierung dem wohl unerwartet großen Druck der Hausärzte nachgegeben hat und mahnende Worte, da die Landtagswahl noch nicht vorbei ist und erst dann überprüfbar wird, ob die Versprechungen nur für den Wahlerfolg waren und umgesetzt werden.                
 
„Wir haben es in der Bildungspolitik gesehen - von den 2003 hier versprochenen Verbesserungen ist nichts umgesetzt worden. Im Gegenteil, es wurden immer nur Schnellschüsse gemacht, wenn wieder mal Feuer unterm Schulhausdach war“ bewerteten die hiesigen Landtagskandida-ten der Freien Wähler Hermann Kratzer, Dr.Stefan Singer und Werner Winter bei einem Arbeitstreffen den jetzt ausgehandelten „Waffenstillstand“ zwischen dem Hausärzteverband und der bayerischen Staatsregierung mit den angekündigten Verbesserungen für die Hausärzte.
„Allein wenn ein bayerischer Staatsminister sagt, er müsse jetzt schnell ein Problem nach dem anderen abarbeiten, heißt das doch, dass die Staatsregierung in den letzten vier Jahren kein Interesse hatte, die anfallenden Probleme zu lösen“ bestätigt auch Walter Schnell. Die ange-kündigten Verbesserungen für die Hausärzte begrüßen die Kandidaten der Freien Wähler einhellig, denn nur mit einem wohnortnahen Hausärzte- und Fachärztenetz kann für Bayern das gut funktionierende Gesundheitssystem erhalten bleiben. „Und die Freien Wähler waren die einzigen, die den Hausärzten bei ihrem jetzt scheinbar erfolgreichen Kampf von Anfang an geholfen haben“ erinnert Dr.Stefan Singer, selbst Hausarzt in Abenberg.

„Die Versprechen der CSU haben ein Haltbarkeitsdatum bis zum Wahlsonntag“
Einig sind sich die FW-Kandidaten aus dem Landkreis Roth aber auch, dass jetzt so kurz vor der Wahl gemachte Versprechungen mehr als kritisch zu sehen sind. „Dringende Probleme sollen mit großartigen Versprechen auf Erledigung nach der Wahl aus dem Blickfeld des Wahlkampfs genommen werden, um die eigenen Probleme zu vertuschen. Wer keine dringenden Probleme hat, ist auch nicht offen angreifbar“ hinterfragt Hermann Kratzer die überraschend schnelle Einigung mit den Hausärzten und ergänzt „Der Wähler kann entscheiden, ob er sich wieder von der Vielzahl der Versprechen einlullen lässt bis zum Wahlsonntag oder ob er bereit ist, die au-genscheinliche „Wir haben keine Probleme“-Taktik der CSU zu beenden.
Dass die jetzt ausgehandelten Versprechen in sich schon wieder Probleme beherbergen, zeigen die Reaktionen anderer Facharztgruppen nach Veröffentlichung der Einigung. „Die Staatsregie-rung hat mit dem Versprechen das Hausärzteproblem abgehakt und schaut jetzt gespannt zu, wie sich die Hausärzte und Fachärzte untereinander zerfleischen. Dabei braucht unsere Bevölkerung wohnortnah sowohl Hausärzte wie auch Fachärzte. Allein deshalb ist diese Einigung zur jetzigen Zeit ein fauler Kompromiß ganz im Wahlkampfstil der CSU“ bilanziert Werner Winter.                   

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