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5. Mai 2007
Wendelsteins Freie Wähler erkundeten "Holzwege"
Sperberslohe (jr) - Die Zukunft des Waldbestands in der Region um Nürnberg und die Vermarktung des natürlichen Rohstoffes Holz standen im Mittelpunkt einer Informationstour der Freien Wählerschaft Wendelstein, die in Sperberslohe mit Land- und Forstwirt Hans Kübler als Vorsitzendem der Forstbetriebsgemeinschaft (FBS) Allersberg den idealen Ansprechpartner hatte.
Zusammen mit den FW-Gemeinderäten Wolfgang Dinkler, Jörg Ruthrof und Werner Winter begrüßte Hans Kübler auf seinem Hof in Sperberslohe die Mitglieder der Freien Wähler und erläuterte zu Beginn der Führung durch die ortsnahen Waldstücke die Geschichte der Waldnutzung. Entscheidend für die bis heute nachwirkende frühere Waldnutzung und die Entstehung des fränkischen "Steckerlaswald" auf den Sandböden in der Region ist die im Mittelalter erlaubte "Streunutzung", wodurch fast kein neues als Waldhumus nutzbares Material wie Äste oder Rinde im Wald verblieb, sondern eingesammelt wurde.
Erst in den "Wirtschaftswunderjahren" nach 1945 wurde das Streusammeln unnötig und der Waldboden hat sich seitdem sehr gut regeneriert, so Hans Kübler. Der heute wesentlich nährstoffreichere Waldboden erlaubt den Waldbesitzern auch den Anbau anderer Baumarten, obgleich die Kiefer bis heute der klassische "Waldbaum" rund um Nürnberg ist. Der bessere Waldboden und die größere Vielfalt an Baumarten ist zugleich ein wichtiger Faktor für den Erhalt des Grundwasserspiegels und die ökologische Filterung des Grundwassers mit dem Effekt einer hochwertigen Trinkwasserqualität.
Forstbetriebsgemeinschaften als starke Lobby für Waldbesitzer
Bei der Begehung kamen viele Themen zur Sprache, auf die Hans Kübler gern Antwort gab. Die Einbindung der Wälder in der Gemeinde Wendelstein in das FFH-Programm zum Naturschutz und Naturflächenerhalt sah er mit gemischten Gefühlen: "Schwierig wird´s zum Beispiel, wenn wir in einem FFH-Schutzgebiet Schädlinge wie den Borkenkäfer haben, dann müssen wir Waldbesitzer schnell handeln und können nur auf schnelle und flexible Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in den FFH-Schaltstellen hoffen". Diskutiert wurden auch die Probleme mit dem Einsatz von Erntemaschinen bei der Waldflächenregulierung.
Als idealer und starker Partner für alle regionalen Privatwaldbesitzer haben sich die Forstbetriebsgemeinschaften bewährt. "Nur durch die Bündelung unserer Interessen als Waldbesitzer in den FBG`s und deren Vertretungsauftrag gegenüber Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben können wir für alle Mitglieder dem vorherigen Pflegeaufwand entsprechende Preise aushandeln" umriß Kübler als Vorsitzender der FBG Allersberg die Chancen und Erfolge der regionalen Forstbetriebsgemeinschaften. Nicht zu kurz kam bei der Begehung auch ein weiteres Standbein der Familie Kübler, sie ist bis heute einmal im Jahr als Köhler aktiv.




