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23. August 2007
Politikoffensive für den ländlichen Raum gefordert
ROTH – Eine echte Politikoffensive für den ländlichen Raum fordern die Freien Wähler (FW). Bei einem Informationsgespräch in Kammerstein forderten FW-Landesvorsitzender Hubert Aiwanger, der stv. FW-Landesvorsitzende Werner Winter aus Wendelstein und FW-Kreisvorsitzender Walter Schnell insbesondere Perspektiven für die Menschen in den Landkreisen. Der im letzten Jahr gewählte Hubert Aiwanger aus Rottenburg in Niederbayern bemüht sich um regelmäßige Kontakte zu den Freien Wählern vor Ort.
„Wir dürfen das flache Land nicht verloren geben und mit Landkreiszusammenlegungen reagieren, wir brauchen glaubwürdige Perspektiven überall in Bayern“, erklärte Aiwanger. Stv. Landrat Walter Schnell sprach sich insbesondere für flächendeckende und erschwingliche DSL-Anschlüsse bis spätestens Ende 2008 aus. Die Verfügbarkeit von schnellen DSL-Anschlüssen sei für Gewerbetreibende und Familien ein absolut entscheidendes Kriterium bei einer Standortwahl.
Von großer Bedeutung sei auch eine wohnortnahe Beschulung mit einer Absenkung der Mindestschülerzahlen pro Klasse, führte Walter Schnell aus. „Wir brauchen auch wieder Perspektiven für ländliche Hausarztpraxen, damit sich das Ausbluten der Hausärzte und die damit verbundene Verschlechterung der Gesundheitsvorsorge für die Menschen nicht weiter fort setzt, forderten die Freien Wähler. Schnell: „Dennoch ist nicht jammern angesagt, der ländliche Raum hat über die Naherholung und den Tourismus hinaus viel zu bieten, z. B. ein hohes ehrenamtliches Engagement der Menschen“.
Freie Wähler lehnen Transrapid ab
Für Investitionen in die Infrastruktur zum Nutzen von Arbeitsplätzen auf dem Land statt Transrapid in München sprach sich der Wendelsteiner Marktgemeinderat Werner Winter aus. „Wir brauchen kein Prestigeobjekt in München, vielmehr einen verstärkten Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im ganzen Land“, ergänzte Walter Schnell.
Werner Winter und Hubert Aiwanger berichteten von den Bestrebungen in den bayerischen Großstädten Freie Wähler stärker zu etablieren. Besondere Anerkennung erhielt Werner Winter für seine erfolgreichen Bemühungen um die Gründung eines Freie Wähler – Ortsverbandes in Nürnberg. Hubert Aiwanger: „Die Freien Wähler setzen zuerst auf den Bürger, sind keinerlei Ideologie verpflichtet, sprechen sich gegen die zunehmende Bürokratie aus und streben eine Entlastung der Bürger an“. Diese Botschaft müsse auch bei den Bürgern in den Großstädten ankommen.
Ehrliche Wahlaussagen angemahnt
Für die Landtagswahl 2008 mahnen die Freien Wähler ehrliche Wahlaussagen an. Es könne nicht sein, dass es wie nach der letzten Landtagswahl wieder ein böses Erwachen gebe. Damals habe man beispielsweise überstürzt das achtklassige Gymnasium (G8) eingeführt, entgegen den Versprechungen vor der Wahl die Beamtenarbeitszeit erhöht anstatt Bürokratie abzubauen, erfolgreiche Strukturen (z. B. Forst) zerschlagen und die Fördertöpfe (z. B. Bau von Abwasseranlagen) eingefroren. Dies habe gerade den Menschen, Betrieben und Gemeinden in strukturschwächeren ländlichen Gebieten sehr geschadet.




