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Interview mit Walter Schnell

Interview mit Bezirksrat Walter Schnell von den Freien Wählern

 

WOPO: Sie sind jetzt schon lange in der Politik. Was bewegt Sie, wieder anzutreten?

Kommunalpolitik bereitet mir Freude. Mit vielen anderen zusammen konnte ich viel für die Menschen bewegen und meinen Beitrag zur positiven Entwicklung unserer Heimat leisten. Die Unwissenheit mancher Kandidaten entsetzt mich. Einige kennen offenbar die Bezirksordnung nicht und haben utopische Vorstellungen. Der Bezirk ist ein kommunales Selbstverwaltungsgremium und kann nicht die Probleme der Welt lösen. Wir brauchen im Bezirk Kompetenz, Erfahrung und Weitblick!

WOPO: Sie haben schon viel erreicht. Was war bis jetzt die Krönung Ihrer politischen Karriere?

Die Krönung politscher Arbeit ist es, wenn man die Lebensumstände der Menschen verbessern kann. Da führten viele kleine Bausteine in Zusammenarbeit mit vielen Kollegen/innen im Landkreis Roth zu guten Ergebnissen. Dazu gehören Kinderkrippen genauso wie die Unterstützung von Familien und des Ehrenamtes oder die Schaffung von Möglichkeiten, dass Menschen in Würde alt werden können. Wenn diese zu mir sagen „das passt schon“, dann freut es mich sehr.

WOPO: Es werden auch viele politische Neulinge in den Bezirkstag eintreten. Was raten Sie diesen Neulingen?

Die vielfältigen Bezirkseinrichtungen besuchen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen kennen lernen und vor allem im Bezirkstag, der gerne als Sozialparlament bezeichnet wird, die Schwächsten der Gesellschaft im Blick haben.

WOPO: Sie haben sehr viele politische Ämter z. B. Stellvertretender Landrat, Bezirksrat, sowie Erster Bürgermeister der Gemeinde Kammerstein. Haben Sie da noch Zeit für ein Privatleben?

Wenn einem die Arbeit Freude macht, ist es auch kein Problem mehr zu arbeiten. In der Kommunalpolitik kann man Dinge verändern und gestalten. Das gibt einem eine hohe Arbeitszufriedenheit. Ich mache dies gerne und mit Leidenschaft. Deshalb macht es mir nichts aus, ein paar Stunden mehr zu arbeiten. Meine Frau ist vor kurzem an Krebs gestorben. Die liebevolle Begleitung vieler Menschen und meine Arbeit helfen mir bei der Trauerbewältigung.

WOPO: Sie sind im Bezirkstag in vielen Ausschüssen z.B. in Kultur, Wirtschaft, Jugend und Sport. Wollen Sie in diesen Ausschüssen bleiben oder streben Sie andere an?

Ich bin auch Beauftragter des Bezirkstages für das “ Fränkisches Freilandmuseum“ in Bad Windsheim. Das ist mein Interessensgebiet und daher würde ich das gerne weitermachen. Nach der Wahl werden wir sehen, wer für die Freien Wähler im Bezirkstag sitzt. Wir werden dann entsprechend der Kompetenzen und Neigungen die Besetzung der Ausschüsse vornehmen.

WOPO: Spielt bei Ihnen auch der Glaube eine wichtige Rolle in der Politik?

Ich bin Christ und von Jugend an in der Kirche engagiert. Mein christlicher Glaube ist für mich eine Grundlage für mein politisches Handeln. Das ökumenische Miteinander der christlichen Kirchen ist mir wichtig, dazu zählt auch Toleranz gegenüber anderen Religionen.

WOPO: Auf Ihrem Plakat werben Sie mit „Unser Landkreis braucht eine starke Stimme im Bezirkstag!“. Was meinen Sie damit?

Wichtig ist, dass die Interessen des Landkreises Roth und unserer Heimat in Ansbach kompetent und erfolgreich vertreten werden. Als erfahrener Kommunalpolitiker weiß ich, wo die Musik spielt, welche Probleme die Menschen im Landkreis haben. Als Stv. Landrat stehe ich im ständigen Austausch mit unserem Landrat Herbert Eckstein. Daher kann ich unsere Positionen bestens vortragen. Oberste Priorität hat für mich das Gebot der Sparsamkeit. Jeder Euro, der in Ansbach ausgegeben wird, fehlt in den Kommunen und damit den Menschen vor Ort. Nervig auch die Zunahme der Bürokratie gerade im Sozialwesen. Wir brauchen z. B. auch im Landkreis Roth eine psychiatrische Tagesklinik und weitere Angebote für Kinder und Jugendliche. Das sind klassische Bezirksaufgaben. Wir brauchen mehr gestandene Kommunalpolitiker im Bezirkstag, die wissen, was vor Ort los ist, und weniger Interessensvertreter der Sozialverbände oder Berufsstände. Da ich die Herausforderungen unseres Landkreises bestens kenne, möchte ich diese mit einer starken Stimme in Ansbach vertreten.

WOPO: Was halten Sie von den Vorschlägen von Gesundheitsminister Spahn mit der Organspende?

Ich könnte damit leben, aber viele Menschen sind damit überfordert. Wegen der Sorge des Missbrauchs ist die Bereitschaft zur Organspende zurückgegangen. Vertrauensbildende Maßnahmen müssen unbedingt gefördert werden. Die Organspende ist eine individuelle Sache. Der Mensch muss entscheiden, ob er das will oder nicht. Es soll keine 2-Klassen-Gesellschaft entstehen, in der derjenige, der es sich leisten kann, ein Organ bekommt, und der andere nicht.

WOPO: Mit welcher Partei im Bezirkstag haben Sie bis jetzt am besten zusammengearbeitet?

Wir Freie Wähler sind die starke Kraft der Mitte! Von daher haben wir im Bezirkstag viele eigene Vorschläge gemacht, manche sind durchgegangen, andere nicht. Wir sind offen, für Vorschläge von allen Seiten und kooperieren mit allen demokratischen Parteien.

WOPO: Im Bezirkstag wird es jetzt auch bunter. Es bewerben Sich einige neue Parteien. Wie sehen Sie Ihre Chancen dabei?

Ich bin jetzt 2 x in den Bezirkstag gewählt worden. Ich stehe auf Platz 1 der Freien Wähler. Ich sehe meine Chancen gut. Wir brauchen eine starke und kompetente Vertretung in Ansbach, daher bitte ich um Ihre Stimme.

WOPO: Die AFD will in den Bezirkstag. Was halten Sie von dieser Partei und wie würden Sie mit diesen neuen Kollegen umgehen?

Ich habe Verständnis, dass Bürger ihren Protest zum Ausdruck bringen wollen. Es muss aber jeder AFD-Wähler wissen, dass mit der AFD auch Demokratiefeinde und Rechtsradikale in die Parlamente gewählt werden. Hass und Hetze haben keinen Platz in der politischen Auseinandersetzung. In den zurückliegenden Monaten habe ich viele Gespräche geführt und Menschen überzeugen können, dass eine Stimme für die AFD keine Lösung bestehender Herausforderungen darstellt. Ich würde nie einen einzelnen AFD-Bezirksrat im Vorfeld verurteilen, sondern abwarten, wie sich dieser inhaltlich einbringt. Das gehört für mich zu meinem Verständnis guter politischer Kultur!

WOPO: Bei den Bürgern ist eine Wahlverdrossenheit eingetreten. Woran liegt der Hauptgrund nach Ihrer Meinung?

Das liegt an den Fehlleistungen der Politik! Erinnern Sie sich an die Forderung nach einer Maut für Ausländer? Die CSU hat vor 5 Jahren mit dieser Forderung die Wahl gewonnen. Was ist jetzt daraus geworden? Nichts, außer dass mehrere Millionen Euro verbrannt worden sind! Wenn Seehofer als Parteivorsitzender der CSU alles tut, um der Bundeskanzlerin und seinem Nachfolger Söder zu schaden, dann ist es Zeit für eine Erneuerung dieser Partei.

WOPO Was wünschen Sie sich von den Wählern?

Ich wünsche mir, dass die Wähler die beste Wahl für den Landkreis Roth und für unsere Heimat treffen. Wochenpost aktuell wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Wahl und bedankt sich für das nette, offene Gespräch.

Interview führte: Udo Mahn und Ulrike Beck