Seiteninhalt
Herbstausflug 2011
15.10.2011
Herbstausflug 2011 der Freien Wähler Abenberg nach Würzburg
Es war wieder soweit. Am Samstag, 15.10.20111 machten sich die Freien Wähler Abenberg mit Anhang zum Herbstausflug auf den Weg nach Würzburg. Bei frischen Temperaturen, aber herrlichem Sonnenschein wurden wir in bewährter Weise von der Firma Gilch über die Landstraßen bis zur oberfränkischen Weinmetropole chauffiert.
Pünktlich um 10 Uhr war Ankunft am Residenzplatz. Begleitet von erstaunten Blicken über die Größe des monumentalen Bauwerks, ging es zur gut 1stündigen Residenzführung. So mancher der gut 25 Zuhörer aus Abenberg staunte, welche Einzigartigkeiten sich hinter den Gemäuern verbergen.
Die Würzburger Residenz ist eines der bedeutendsten Schlösser Europas. Die UNESCO nahm sie bereits 1981 – als drittes Bauwerk in Deutschland – in die Liste der zum Welterbe gehörenden Objekte auf.
Als aktuelles Highlight darf erwähnt werden, dass die Würzburger Residenz Hauptdrehort für den aktuelle Hollywood- Blockbuster „Die drei Musketiere“ war, der 2010 überwiegend im fränkischen Raum produziert wurde.
Erbaut wurde sie 1720 – 1744 nach Plänen Balthasar Neumanns. Das einzigartige Treppenhaus – eine einzige, freitragende Muldenkonstruktion – offenbart das Genie Neumanns, der damals noch am Anfang seiner Karriere stand. Bei der Ausstattung wirkte eine große Zahl hervorragender Künstler mit, darunter der Stuckateur Antonio Bossi und der bedeutendste Freskenmaler der Zeit, der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo, der im Treppenhaus das größte zusammenhängende Fresko der Welt schuf, welches die (damals) 4 (!) Kontinente abbildet. Faszinierend, was die Künstler damals für ein Bild von den Menschen und deren Kulturen in ihren Ländern hatten.
Bei der Zerstörung der Stadt 1945 blieben das Treppenhaus, der Weiße Saal, Kaisersaal und Gartensaal erhalten. Die Paradezimmer, ausgestattet in reichstem Rokoko, wurden wiederhergestellt, die Möbel und Gobelins wurden fast vollständig gerettet. Der Wiederaufbau dauerte nahezu 40 Jahre. Von den etwa 340 Räumen der Residenz sind 42 heute Schauräume. Außerdem werden Teile der Residenz von der Universität und vom Martin-von-Wagner-Museum genutzt.
Das Hauptwerk des Antonio Bossi in der Würzburger Residenz ist sicher der Weiße Saal, ein in weiß gehaltener Raum, der somit den vorausgehenden (Treppenhaus) wie auch den nachfolgenden Raum (Kaisersaal) als Kontrast und zur Beruhigung der Augen diente. Bossi hat hier in einmaliger Weise in etwa neun Monaten von 1744 bis 1745 einen großen Festsaal mit Freihandstuckfiguren ausgeschmückt, wie sie sonst nur noch im Gründamastenen Zimmer im Nordflügel zu bewundern sind. Drachen und Pfaue sind zu sehen, in den Ecken hat Bossi zu Ehren der ersten zu erwartenden Besucher, des Kaiserpaares, Trophäengruppen postiert. Nach schier unersättlicher Arbeitssucht für dieses Meisterwerk verlor der Künstler den Verstand. Von da an vegetierte er vor sich hin.
Die kompetente Residenzführerin hatte zur Erheiterung so manche Geschichte zu erzählen, die neben Schmunzeln auch das ein oder andere Naserümpfen hervorrief. Badezimmer sucht man auf Plänen und in Beschreibungen vergebens. Kein Wunder: Die gab es nicht in der Residenz. Das hing mit einer gewissen Scheu des Barock-Menschen vor dem Waschen zusammen. Man traute dem oft unsauberen Wasser nicht so recht. Konnte das nicht durch die Haut ins Innere des Körpers dringen und die Gesundheit schädigen? Also wusch man sich eher selten. Man beschränkte die Körperhygiene lieber auf das Abreiben mit trockenen Waschlappen oder vertraute dem Puder.
Wenn der Verdauungstrakt sein Recht verlangte, setzte sich der Hausherr, der Fürstbischof auf einen transportablen Leibstuhl. So manche Audienz mit hochdotierten Gästen war gepaart mit den Duftnoten, denen man heutzutage wohl eher aus dem Wege gehen würde. Bis heute hält sich der Ausdruck „stinkreich“, wenn man von den Wohlhabenden dieser Welt spricht, wenn auch in anderem Zusammenhang.
Die Kaiserzimmer sind auf zwei Flügel aufgeteilt, wobei das Appartement im Südflügel das eigentliche Kaiserappartement darstellt. In ihrer Aufteilung entsprechen beide den Anforderungen an Gästezimmer für kaiserlichen Besuch: Die Abfolge von Antechambré, Audienzzimmer und Schlafzimmer wird zusätzlich durch das Spiegelkabinett vollendet. Dank der großzügigen Abmessungen des Hauses befinden sich hinter den Paradezimmern Dienerschaftsgänge, welche das ganze Haus durchziehen und von welchen früher die Zimmer beheizt wurden.
Im Nordflügel befinden noch weitere Gästezimmer sowie am Ende das „Grünlackierte Zimmer“.
Das Wetter meinte es gut mit uns und so wurde von einem Großteil der Teilnehmer der Gang durch den großräumigen und akribisch gepflegten Hofgarten gerne angenommen.
Dann schlenderte die Reisegruppe in Richtung Innenstadt, die auffallend gefüllt war. Es war die Zeit, wo jeder - frei von Programm - die Stadt erkunden konnte. Zunächst war es an der Zeit, den Magen zu stärken. Publikumsmagneten wie die „Alte Mainbrücke“ oder die „Würzburger Marienkapelle“ oder sogar die „Festung Marienberg“ waren zweifellos einen Verdauungsspaziergang wert. Leider ist der Dom bis Ende 2012 wegen Renovierungsarbeiten für Besichtigungen gesperrt.
Um 16 Uhr ging es auf die Heimfahrt. Aber nicht ohne noch vorher noch einmal einen Stopp einzulegen, um den kulinarischen Genüssen zu folgen. In der Wein- und Gipsstadt Iphofen (Hauptsitz der Firma Knauf) war mitten am Marktplatz das Hotel „Gasthof Goldene Krone“ das Ziel. In gemütlicher Runde mit netten Gesprächen ließ man diesen wunderschönen Tag bei Wein und Bier ausklingen.
Wieder einmal ein gelungener Ausflug, mit feinem Gespür für den geplanten Ablauf, noch dazu das passende Wetter. Alle waren sich einig. Der nächste Ausflug kommt bestimmt und die Vorfreude ist jetzt schon spürbar.
(TomW)




















