Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Boxenstopp der Freien Wähler......[mehr]

 

Während die Netzbetreiber voraussichtlich im Frühjahr 2017...[mehr]

Neuer Geschäftsführer gewählt..........[mehr]

Zur Überraschung der Freien Wähler Kreisfraktion [mehr]

Soziales und Finanzen im Blick - Kreistagsfraktion besucht Rummelsberg mehr

Junge Freie Wähler Nürnberger Land gegründet....[mehr]

Zu den Seiten des Bezirksverbandes gelangen sie hier.  Link

Seiteninhalt

Milchpreiskrise

 

Die FW-Kreistagsfraktion mit Landrat Armin Kroder im Stallgebäude des Milchviehbetriebs von Familie Scharrer in Kühnhofen mit einem Milchviehbestand von 200 Kühen. Foto: privat

 

NÜRNBERGER LAND – Eurokrise, Inflation, Flüchtlingskrise, islamistische Terrorbedrohung, Brexit und auch Milchpreiskrise – in Deutschland jagt seit Jahren ein Sorgen-Hype den nächsten. Die FREIE WÄHLER Kreistagsfraktion stattete aufgrund der wahrscheinlich noch länger anhaltenden und für etliche Milchbauern existenzbedrohenden Milchkrise dem landkreisweit größten Milchviehbetrieb von Agraringenieur Rainer Scharrer in Kühnhofen einen Informationsbesuch ab.

Die FW-Kreistagsfraktion mit Landrat Armin Kroder im Stallgebäude des Milchviehbetriebs von Familie Scharrer in Kühnhofen mit einem Milchviehbestand von 200 Kühen. Foto: privat

Die FW-Kreistagsfraktion ging beim Besuch des Milchviehbetriebs Scharrer der Frage nach, warum sank der Milchpreis für die Erzeuger von 42 Cent/kg im Jahr 2013 innerhalb drei Jahre so drastisch in den Keller auf jetzt nur noch unwirtschaftliche und damit existenzbedrohende knappe 25 Cent/kg?

Die Situation bzgl. Preisverfall am Milchmarkt ist nicht neu. Auch zu Zeiten der Milchquote als Instrument der Milchmengensteuerung, welche Ende März 2015 politisch gewollt abgeschafft wurde, gab es zeitweise katastrophale Milchpreise. Schon in den vergangenen Milchmarktkrisen hat sich zudem deutlich gezeigt, dass die bestehenden Kriseninstrumente nicht in der Lage sind, im Krisenfall erhebliche Wertschöpfungsverluste der Milchviehhalter sowie immense Kosten für die öffentlichen Haushalte zu verhindern.

Die Milchwirtschaft ist ein Milliardengeschäft. Der Außenhandel mit Milchprodukten hat für die deutsche Milchwirtschaft einen zunehmend hohen Stellenwert. Da inzwischen beinahe die Hälfte der in Deutschland produzierten Milchmenge exportiert wird, spielen internationale Absatzmärkte für deutsche Molkereien eine zentrale Rolle.

Allen Beteiligten der Milchwirtschaft ist zudem klar, dass Milchpreise auf dem derzeitigen Gesamtniveau für die deutschlandweit etwa 70.000 Milcherzeuger und 150 Molkereien über einen längeren Zeitraum nicht tragbar sind und unweigerlich zu einem verstärkten Strukturwandel mit Betriebsaufgaben auf beiden Seiten führen wird.

Doch wie konnte es zu dieser Krise in so kurzer Zeit überhaupt kommen?

Wie haben sie sich alle vollmundig und euphorisch aus dem Fenster gelehnt in den letzten Jahren und den Wegfall der Milchquote gefördert: Horst Seehofer, Ilse Aigner, Christian Schmidt, die Bundeslandwirtschaftsminister aus dem schönen Bayern. Seit' an Seit' nur mit dem Deutschen Bauernverband, ohne den

Bundesverband Deutscher Milchviehhalter: "Der globale Milchmarkt wird als einer der dynamischsten Wachstumsmärkte eingeschätzt. Die Nachfrage nach sicheren und hochwertigen Milcherzeugnissen wird vor allem in den Schwellenländern deutlich steigen". Den Milchbauern wurde also empfohlen sich für den Weltmarkt zu rüsten und entsprechend zu investieren, zumal auch noch die Futtermittel und die Betriebsmittel günstig sind.

Ursache für den Preisdruck ist nun die derzeitige Milchüberproduktion bei den drei führenden Milcherzeugerregionen EU, USA und Indien. Gleichzeitig stockt in China und Russland die Nachfrage und vielen anderen Staaten fehlt die Kaufkraft. Die Milcherzeuger befinden sich jetzt in einem Teufelskreis, einer Systemkrise. Durch die Überproduktion verschärfen sie selbst weiter den Preisverfall, auf der anderen Seite müssen sie jedoch ihre Kredite bedienen und den Viehbestand versorgen. Die Milchkühe stehen nun mal weiter im Stall, sie nicht zu melken wäre Quälerei, die auf Höchstleistung getrimmte Milchproduktion lässt sich nicht mit dem Stromschalter mal eben ausknipsen, sondern nur ganz behutsam reduzieren.

Politik und Bauernverband haben die Bauern fast blind zur Expansion angetrieben und müssen nun deren Verschuldung subventionieren. Statt Millionenhilfen zu bewilligen, die nur einen Bruchteil der Wertschöpfungsverluste der Milcherzeuger mindern und keinerlei nachhaltigen Effekt in der Milchwirtschaft bewirken, wäre es an der Zeit, Mittel und Wege zur Mengenbegrenzung zu prüfen. Das aktuelle Preisdesaster muss jedoch nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa Anlass sein, genau über den Milchmarkt der Zukunft nachzudenken.

Die FW-Kreistagsfraktion war sich abschließend einig: „Es ist aus dem jetzigen Verhalten der dafür politisch Verantwortlichen ersichtlich, dass hingegen früherer Verlautbarungen die bäuerliche Landwirtschaft erhalten zu wollen, künftig nur noch die industrielle Landwirtschaft Nutznießer dieser Politik sein wird. Wir fordern hier eine sofortige Kurskorrektur! In jedem Betrieb müssten die für so ein Desaster Verantwortlichen ihren Hut nehmen, nur hier drückt man diesen auch noch unser gutes Steuergeld in die Hand, um es im Endeffekt nutzlos zu verbrennen!"

 

 

Zum Seitenanfang