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Ein Fährtenhund und der Spaß...

Der Einzug in den Markgrafensaal wirkte wie ein Triumphzug für Hubert Aiwanger (Bild, rechts). Aber das Händeschütteln mit Bundestagskandidat Hartwig Kohl war noch kein Gratulieren, nur Begrüßung. Foto: A. Pitsch

Ein Fährtenhund und der Spaß an der Politik

HOHENSTADT - „Die müssen ein Schwein sehen, bevors in den Leberkäs kommt!“ Das war nur einer von vielen markigen Sätzen, die Hubert Aiwanger zum Thema Bildungspolitik parat hatte. Der redegewandte Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler war die Attraktion bei der Wahlkampfveranstaltung seiner Partei im Markgrafensaal.

Der war voll besetzt, was Kreisvorsitzender Joachim Lang und Hartensteins Bürgermeister Werner Wolter nicht erwartet hatten. Aber der große Besuch „tut uns gut“. Viele kennen sich, sind wohl aus den Ortsverbänden. Es geht familiär zu im altersmäßig bunt gemischten Publikum - ganz dem FW-Motto entsprechend „Der Mensch im Mittelpunkt“. Aber auch einige Neugierige haben sich nach Langs Einschätzung unter die Zuhörer gesellt.

Vor allem Männer - das spiegelt auch die Kandidatenaufstellung von fünf Herren und nur einer Dame wider - gruppieren sich um die Tische herum, die mit Flyern, Wahlprogramm und Prospekten dekoriert sind. Fähnchen oder Flaggen - Fehlanzeige. Also doch keine klassische Wahlveranstaltung mit Bierzeltatmosphäre?

Doch. Ein Einzug von Aiwanger wie ein Siegesmarsch mit stehenden und klatschenden Gästen sowie Musik der fetzigen „Veltuna Brass“ gehören auch bei der drittstärksten Kraft in Bayern zum Wahlkampf dazu. Während Kreisvorsitzender Lang in seiner Begrüßung das Ziel „zehn Prozent plus x auf Kreisebene“ ausgibt und den FW-Fokus auf die Kommunalpolitik („von unten nach oben gedacht“) erläutert, sitzt Aiwanger schon hemdsärmelig da, bereit zum Reden und Anpacken - ganz seiner Natur entsprechend.

Aber bevor er ans Pult darf, haben erst die Kandidaten das Wort, die laut Moderator Wolter ein breites Spektrum abdecken sollen, „wie es unsere Gesellschaft braucht“. Mit Angelika Feisthammel, Hans-Carl Rathjen (Liste Landtag) und Joachim Lang (Liste Bezirkstag) stellen sich ein Zugreister, eine Körper-Behinderte und ein Bürgermeister humorvoll vor, geben persönliche Einblicke über das intensive Kennenlernen Hersbrucks am Altstadtfest.

Ist die kurze Rede von Bundestagskandidat Dr. Hartwig Kohl über das Gesundheitssystem und den „Ansatz der Freien Wähler“ für ein Neues sehr fachlich, „haut“ Landtagskandidat Dr. Andreas Tiedtke erstmals auf den politischen Gegner ein: Er wirft der Union Überregulierung und damit ein „betreutes Leben“ für den Bürger vor, propagiert vor „meinen Damen und Herren“ die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Der Zwischenapplaus zeigt - das kommt an, auch wenn er nicht sagt, wie der Staat dann finanziert werden soll.

Mit „unheimlicher Kraft und Elan“ (Wolter) tritt Hubert Aiwanger auf die Bühne. Fast eine Stunde wird er ohne Punkt, Komma und Manuskript sprechen. Nach wenigen Minuten erntet er erste „Bravo-Rufe“ der beeindruckten Zuhörer für das Verurteilen des Niedergangs von Straßenzustand und Gesundheitssystem oder das Wettern gegen die Privatisierung von Bahn und Trinkwasser. Ab und an redet er sich in Rage, bezeichnet es als „unterlassene Hilfeleistung“, wenn sich die Freien Wähler nicht im Bund einmischen würden.

Landes- und Bundesthemen vermischen sich bei ihm, aber so geschickt, dass er die Syrien-Frage über mögliche Flüchtlinge, die im Landkreis landen könnten, auf die Kommune herunterbricht. Letztere ist ihm besonders wichtig. Sie soll durch 15 Prozent Kommunalanteil am „Steuerkuchen“ mehr Freiheit und Eigenverantwortung bekommen. Außerdem wettert er gegen Millionengräber wie die dritte Startbahn am Münchner Airport und die Zentralisierung auf die Landeshauptstadt, indem er das „Kulturvolk Franken“ betont. Das Publikum johlt, seine Sympathie ist Aiwanger nun sicher.

„In München am Flughafen brauche ich einen Fährtensuchhund, um mein Auto wiederzufinden!“ Solche Sätze versteht jeder, genau wie wenn Aiwanger eine praxisorientiertere Bildung einfordert: „Heute hat doch keiner der Bosse mehr eine Schaufel in der Hand gehabt!“ Die „Fernsteuerung à la Amerika“ müsse der Selbstständigkeit des Einzelnen weichen. Die Zuhörer lachen und klatschen.

„Politik darf Spaß machen“, meint denn auch Armin Kroder, der sich für den Bezirkstag zur Wahl stellt und 2014 gerne wieder als Landratskandidat antreten möchte. Er möchte im Bezirk für die Landkreisbelange mitreden und würde sich freuen, „wenn Ihr Händlein bei meinem Namen ein Kreuzlein machen würde“.

 

Quelle : Andrea.Pitsch, Hersbrucker Zeitung, 31.08.2013

 

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