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Fahrt nach Flössenbürg

PRESSEMITTEILUNG vom 17.07.2016

 

Die Teilnehmer der bildungspolitischen Exkursion lassen sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg umfassend informieren.                                       Foto: Breitenfellner

 

HARTENSTEIN / ALTDORF - Die Freie Wähler Gemeinschaft Hartenstein und Umgebung veranstaltete gemeinsam mit dem Bildungswerk für Kommunalpolitik Bayern eine öffentliche bildungspolitische Tagesfahrt zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Den Abschluss dieser sehr informativen und emotional bewegenden Exkursion unter dem Motto „Licht ins Dunkel der Geschichte bringen“ bildete der gesellige Ausklang im „Grenz-Zoigl“ in Ranna.

FWG-Vorsitzender Werner Wolter konnte zahlreiche interessierte Teilnehmer auf der von seinem Stellvertreter Dominik Gentsch hervorragend organisierten Fahrt begrüßen, darunter auch die Hartensteiner Gemeinderatsmitglieder Matthias Körber und Stephan Weber sowie die beiden Altdorfer FW-Stadträte Adalbert Loschge und Cordula Breitenfellner. In einer knapp dreistündigen geführten Besichtigung wurden der Gruppe Hintergründe, Zahlen, Daten und Fakten über das KZ Flossenbürg und seinem Außenlager Hersbruck erläutert.

Die Gründung des Konzentrationslagers Flossenbürg im Mai 1938 war Teil einer Funktionserweiterung des gesamten KZ-Systems durch die SS. Die Lager sollten nicht mehr nur dazu dienen politische Gegner oder nicht ins ideologische Schema passende Personen des Nationalsozialismus zu internieren, zu terrorisieren und zu vernichten. Die SS wollte nun auch wirtschaftlichen Profit aus der rücksichtslosen Ausbeutung von Häftlingen ziehen. Den Menschen wurden ihre Würde und ihre Seele genommen. Aus den Menschen wurden Nummern. Mit wahnwitzigen Bauprojekten der NS-Führung für das sog. Tausendjährige Reich, welche baulich sichtbar vor allem in Nürnberg und Berlin verwirklicht werden sollten, stieg auch die Nachfrage nach Granit als Synonym für ewige Haltbarkeit enorm, weswegen der oberpfälzische Ort Flossenbürg mit seinen großen Granitvorkommen als idealer Standort für ein KZ-Hauptlager angesehen wurde. Aufgrund des Kriegsverlaufs stellte sich die NS-Führung ab 1942 auf einen langen Weltkrieg ein. Die Häftlinge wurden nun vorrangig für die Rüstungsindustrie eingesetzt und nicht mehr im Steinbruch. Im Zuge dessen wurde ab Juli 1944 auf dem Areal einer leerstehenden Kaserne in Hersbruck ein KZ-Außenlager eingerichtet.

Der in Hersbruck befindliche Denkmalort gab auch den Anstoß zu dieser Bildungstour. Das KZ-Hersbruck mit Tarnnamen Dogger, B 7 lag am östlichen Stadtrand der mittelfränkischen Kleinstadt. 9.000 Häftlinge aus ganz Europa wurden hier gefangen gehalten. Sie mussten im benachbarten Happurg eine unterirdische Stollenanlage für eine Rüstungsfabrik errichten. Vernichtung durch Zwangsarbeit: mehr als 4.000 Häftlinge haben sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode gearbeitet. Auf einem Gedenkstein in der Amberger Straße steht bedeutungsvoll geschrieben: „Wer sich des Vergangenen nicht erinnert, ist dazu verurteilt es noch einmal zu erleben.“

Eigentlich sollte das Thema „Der nationalsozialistische Terror und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft“ im Fokus der bildungspolitischen Reise stehen, doch die Veranstaltung wurde von der Aktualität der Terrorereignisse in Nizza überschattet. „Die seit Monaten latente Bedrohung sorgt auch bei uns zulande in der Bevölkerung für eine gewisse Angst und Verunsicherung. Diese durchaus kritische Situation wird zusätzlich von manchen Spitzenpolitikern in ihrer ideologischen Hetze verantwortungslos befeuert oder für ihre Machtansprüche missbraucht. Das dunkle Vermächtnis der NS-Schreckensherrschaft sollte uns eigentlich Mahnung genug sein! Die Errungenschaft unseres freiheitlichen demokratischen Wertesystems darf nicht geopfert werden, wenn wir unseren Kindern und nachfolgenden Generationen eine liebens- und lebenswerte Heimat hinterlassen wollen“, so Werner Wolter.

Die Teilnehmergruppe war sich einig: „Unsere Gesellschaft muss wachsam sein. Gerade die schönen und guten Seiten unserer Lebensart dürfen wir uns nicht madigmachen oder gar zerstören lassen. Das zeigt den Terroristen, dass die Menschen auf Dauer vor dem Terror nicht weichen.“ Und um diese Aussage zu unterstreichen fand in geselliger Runde begleitet von zünftiger bayerischer Stubenmusik der Ausklang der Veranstaltung im direkt an der Gebietsgrenze zwischen Mittelfranken und Oberpfalz gelegenen urigen Wirtshaus „Grenz-Zoigl“ in Ranna statt.

 V.i.S.d.P.:  FWG Hartenstein und Umgebung, 1. Vorsitzender Werner Wolter Großmeinfeld 2, 91235 Hartenstein