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30.09.2007
Kreisverband bei der Dorfgemeinschaft Münzinghof

MÜNZINGHOF (fu) – Echte Bewunderung und volle Anerkennung zollten heimische Kommunalpolitiker der Freien Wähler der enorme Arbeitsleistung und außergewöhnlichen Fürsorge, die Hauseltern, SozialarbeiterInnen, PraktikantInnen und viele weitere HelferInnen bei der Rundumbetreuung den ihnen in der Dorfgemeinschaft Münzinghof anvertrauten Menschen angedeihen lassen. FW-Mitglieder des Kreisverbandes bzw. des Kreistages mit Landrat Helmut Reich, Bezirksrat Klaus Hähnlein und Landratskandidat Armin Kroder informierten sich bei einem mehrstündigen Rundgang und in anschließenden Gesprächen sehr ausführlich über das (Zusammen-)Leben der rund 120 BewohnerInnen des zur Stadt Velden gehörenden Ortes.
Geschäftsführender Vorstand Hans-Werner („Timm“) Lossen schilderte den interessierten Kommunalpolitikern das „besondere Gemeinwesen“ der seit 1978 bestehenden Dorfgemeinschaft Münzinghof. Zusammen mit der seit über 25 Jahren dort tätigen Hausmutter Gabi Offermanns sowie dem Werkstattleiter Wolfgang Seel bot er detaillierte Einblicke in die einzelnen Wohn- und Arbeitsbereiche. Die Gäste durften sich u.a. in den einzelnen Werkstätten, etwa dem Metallbau oder der Schreinerei, umsehen, wo Behinderte und Nichtbehinderte, in der Regel angeleitet von einem Handwerksmeister, gemeinsam Aufträge etwa für heimische Firmen ausführen. Dabei wird natürlich besonders auf die Fähigkeiten und das handwerkliche Geschick der zu Betreuenden Rücksicht genommen.
Erzeugnisse aus der eigenen Landwirtschaft und der angeschlossenen Gärtnerei dienen nicht nur zur Selbstversorgung, sondern werden auch in der Region - mit einem festen Kundenstamm bis Nürnberg – und in einem kleinen Laden vermarktet. Dazu gehören eine Bäckerei und ein Käserei, alles blitzsaubere Betriebe, von deren (kontrollierten) Qualitätsprodukten sich die Besucher zum Schluß selbst überzeugen konnten.
Anschließend erläuterte Hans-Werner Lossen in großer Runde zusammen mit mehreren Dorfbewohnern Sinn und Ziele der Gemeinschaft. Das dörfliche Zusammenleben im Familienverband stehe ganz im Gegensatz zur üblichen Heimbetreuung. Die Schutzbedürftigen seien Teil der jeweiligen Hausgemeinschaft. Die geringe Fluktuation von Personal und Bewohnern spreche für das „Wohlfühlen“ und den guten Namen “Münzinghof“.
Derzeit seien Konzepte für verschiedene Bauvorhaben im Entstehen. Besonderes Anliegen sei ein Familienhaus für Senioren. Dadurch bekämen ältere Menschen, aber auch Bewohner „im Rentenalter“ die Chance, möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung („Heimat“) und mit den ihnen lieb gewordenen Menschen weiterleben zu können. Auch wolle man zusätzlichen Wohnraum für Mitarbeiter schaffen. Die bestehenden, z.T. an eine gemeinsame Holzheizung angeschlossenen Gebäude würden derzeit von sechs Großfamilien bewohnt. Grenzen der Erweiterung sehe er natürlich durch die Lage des Ortes im umgrenzenden Landschaftsschutzgebiet. Die durch die Stadt Velden gewährte Unterstützung bei den Vorplanungen erhoffe er sich auch seitens des Landratsamtes.
Bezirksrat Klaus Hähnlein dankte im Namen aller für den beeindruckenden Rundgang bzw. die ausführlichen Erläuterungen. „Alle Hochachtung und gebührlicher Respekt“ vor dem, was in Münzinghof unternommen werde, um Menschen mit Behinderung in Familien- und Arbeitsgemeinschaften zu integrieren. Es sei schon eine besondere Einrichtung, in der Betreuer und Betreute rund um die Uhr zusammenleben und sich gegenseitig helfen würden. Das wirke sich auffallend positiv auf die Therapiebemühungen aus.
Bei einem gemeinsamen Abendimbiss wurden, wie schon erwähnt, ausschließlich selbst hergestellte Backwaren, Käse, Wurst und Gemüse aufgetischt. Bei soviel Gastfreundschaft und guter Bewirtung legten Landrat Helmut Reich, FW-Landratskandidat Armin Kroder und ihre FW-Begleiter gerne einen größeren Obolus in das am Ausgang bereitgestellte Sparschwein.
