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Bayerns Innen- und Verkehrsminister Herrmann unterstützt Forderung nach Elektrifizierung - IG E und Freistaat Bayern ziehen an einem Strang

Von li nach re: Günter Finzel, Stadt Bayreuth, Strukturentwicklung; Landrat Armin Kroder; OB'in Brigitte Merk-Erbe, Stadt Bayreuth; Minister Joachim Herrmann, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Michal Pospisil, Stadt Eger; Stefan Schell, Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr. Foto: Privat.

NÜRNBERGER LAND (lra) – Die Sprecher der Interessensgemeinschaft „Elektrifizierung Nürnberg – Bayreuth /Cheb (IG E)“ haben vor kurzem mit Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale erörtert. Dabei haben Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe, Landrat und Ratsvorsitzender der Europäischen Metropolregion Nürnberg, Armin Kroder (Nürnberger Land), sowie Michal Pospisil von der Stadt Eger die Erkenntnisse über die Positionen von Bahn, Bund und EU einbezogen, die beim hochkarätig besetzten deutsch-tschechischen Symposium der IG E im Januar in Marktredwitz gewonnen werden konnten.

Minister Herrmann hat im Gespräch nochmals bekräftigt, dass der Freistaat Bayern uneingeschränkt hinter der Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale stehe und die Maßnahme mit Priorität beim Bund für den kommenden Bundesverkehrswegeplan angemeldet hat. „Wir sind uns einig, dass für Deutschland eine Ausbauverpflichtung besteht, da diese Strecke ins transeuropäische Verkehrsnetz der Europäischen Union aufgenommen wurde“, betont Oberbürgermeistern Merk-Erbe. Dabei spiele es keine Rolle, dass die Deutsche Bahn zuerst den für den Güterverkehr benötigten Ostkorridor Hof – Regensburg ausgebaut haben möchte, da beide Strecken laut den EU-Planungen bis 2030 zu elektrifizieren sind.

Michal Pospisil weist darauf hin, dass „für die rasche Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale auch die Vereinbarung mit Deutschland aus dem Jahr 1995 zum gemeinsamen Ausbau spricht, die von tschechischer Seite bereits 2012 erfüllt worden ist“. Das tschechische Verkehrsministerium fühle sich laut Pospisil von Deutschland im Stich gelassen und fordert daher den baldigen Weiterbau von der Staatsgrenze bei Cheb bis Nürnberg. Minister Herrmann wird das weitere Vorgehen bei der Elektrifizierung daher bei einem Gespräch mit seinem tschechischen Amtskollegen Dan Ťok am 2. April in Prag besprechen.

Zwar laufen derzeit auf bayerischer Seite die Vorplanungen für den verbleibenden Abschnitt Nürnberg – Marktredwitz an. Doch ist damit der weitere rasche Ausbau noch nicht gesichert, da er im Bundesverkehrswegeplan 2015 erneut verankert und anschließend finanziert werden muss. Ein wichtiges Argument für den Streckenausbau sollten aus Sicht der Gesprächsteilnehmer die guten Chancen für eine EU-Förderung sein, von denen sowohl Planung als auch Bau profitieren können.

Zustimmend beurteilen die IG-E-Sprecher den Hinweis von Minister Herrmann, dass der Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale auch im Kontext mit der möglichen S-Bahn-Erweiterung im Nürnberger Nordosten auf der Strecke rechts der Pegnitz zu betrachten sei. Hier müssten Synergieeffekte bei der Planung und Finanzierung genutzt werden.

„Auch unser Anliegen, dass die Baumaßnahmen an Brücken, Tunnel und Fahrdraht bereits jetzt weitsichtig geplant und koordiniert werden müssen, um die Belastungen für Anlieger und Fahrgäste so gering wie möglich zu halten und um Kosten zu sparen, hat Minister Herrmann aufgegriffen“, stellt Landrat Kroder erfreut fest. Denn hierzu wird demnächst ein Abstimmungsgespräch mit der Deutschen Bahn erfolgen, zu dem der Innenminister persönlich einlädt.