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Jahresabschlussrede

Jahresabschlussrede Landrat 20.12.2010

- Es gilt das gesprochene Wort -

Liebe Kreistagskolleginnen und -kollegen,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Bürgerinnen und Bürger,

das Jahr 2010 neigt sich dem Ende zu, Weihnachten und der Jahreswechsel stehen vor der Tür. Wir alle freuen uns auf ein paar freie Tage, auf Feiern im Familien- und Freundeskreis, auf Zeit für uns und unsere Nächsten. Unsere Landkreisbürgerinnen und -bürger haben 2010 sicherlich Gutes und weniger Gutes erlebt; vermutlich gab es bei dem einen oder der anderen Anlass für Sorgen, aber sicher auch schöne Erfolge.

Die Tage zwischen den Jahren bringen nicht nur eine willkommene Pause im Alltagsbetrieb; sie geben uns auch Muße, den Blick noch einmal auf das ablaufende Jahr zu werfen sowie nach vorn zu sehen in das bereits zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.

Unser Landkreis hat alles in allem ein gutes Jahr hinter sich gebracht. Die Zukunft kann natürlich niemand genau voraussehen, aber es besteht Anlass für vorsichtige Zuversicht. Die Wirtschaft im Nürnberger Land hat die Finanz- und Wirtschaftskrise recht gut verkraftet, die Konjunktur nahm wieder Fahrt auf, die Stimmung hat sich gebessert. Daher in diesem Zusammenhang ein herzliches Dankeschön und ein dickes Lob an unsere Unternehmen, die zusammen mit den Belegschaften mit viel Ideenreichtum und Einsatz die Krise zumindest vorläufig recht gut gemeistert haben.
Der Aufschwung hat sich positiv auf die Auftragsbücher unserer Firmen und Betriebe ausgewirkt, die Arbeitslosenquote liegt bei drei Prozent – was begründete Hoffnung bietet, dass die Steuereinnahmen unserer Gemeinden steigen werden. Auch wenn es bei manchen Gemeinden sicherlich besser aussieht als bei anderen. 2010 war für unsere Gemeinden – aufgrund des Krisenjahrs 2009 – finanziell betrachtet ein ziemlich übles Jahr. Nur 9 von 27 Gemeinden konnten einen Haushalt mit ausreichender Zuführung zum Vermögenshaushalt vorlegen. Bei vielen gingen die in den Jahren 2005 bis 2008 erzielten Erfolge beim Schuldenabbau wieder verloren. Die Verschuldung nähert sich wieder ihrem Höchststand von 2004. Der Landkreis Nürnberger Land ist sich dieser schwierigen Lage der kreisangehörigen Gemeinden bewusst und wird dies in seine Überlegungen zur Gestaltung des eigenen Haushalts 2011 mit einstellen – das, so denke ich, können wir (der Kreistag Nürnberger Land) bereits jetzt den Bürgermeistern, Stadt-, Markt- und Gemeinderäten zusichern. Heuer hat der Landkreis die Erhöhung der Bezirksumlage um 1,5 Prozentpunkte alleine geschultert und damit große Solidarität mit den Gemeinden gezeigt. Dies soll selbstverständlich auch 2011 so bleiben. Allerdings ist aufgrund des riesigen Sprungs in der Bezirksumlage (plus 4,8 Prozentpunkte) der Landkreis leider nicht mehr in der Lage, diese Erhöhung alleine zu tragen. Daher könnte ich es mir gut vorstellen, wenn wir die zusätzliche Last der Bezirksumlage jeweils zur Hälfte tragen: 2,4 Prozentpunkte die Gemeinden über eine Erhöhung der Kreisumlage und 2,4 Punkte der Landkreis selbst durch Rücklagenentnahme und Schuldenaufnahme. Ich sehe darin ein erhebliches Entgegenkommen des Landkreises seinen kreisangehörigen Gemeinden gegenüber mit dem Ziel, den Gemeinden selbst Luft zum Atmen zu lassen und die Kreisumlage unter der – meines Erachtens – wichtigen psychologischen Marke von 50 Prozent zu halten. Denn wir wollen den guten Geist in der kommunalen Familie wahren.

Rückblick

Der Kreistag Nürnberger Land und seine Verwaltung konnten gemeinsam im zu Ende gehenden Jahr einiges bewegen. Unser Landkreis hat 2010 viel investiert in Bildung, Infrastruktur und Kreisentwicklung. Investitionen in unsere Schulen, aber auch in Radwege und Straßen sowie Projekte wie unser Regionalmanagement stärken unser Nürnberger Land als Wirtschaftsstandort und Heimat. Wie gewohnt wollen wir unseren Landkreis klug, besonnen und nachhaltig weiter entwickeln und fit für die Zukunft machen. Wir trafen und treffen Entscheidungen, die sich natürlich an der Sache orientieren und die die für mich ganz besonders wichtigen Aspekte der Gleichbehandlung und Gerechtigkeit berücksichtigen. Exemplarisch – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – seien einige Maßnahmen genannt:

Fast schon traditionell investiert der Landkreis Nürnberger Land in seine Schulen:
Steigende Schülerzahlen und Raumnot machten eine erneute Erweiterung der Räumlichkeiten am Gymnasium in Hersbruck nötig. Es wurden sechs neue Klassenzimmer für rund 900.000 Euro geschaffen. Das Gebäude war – wie versprochen - rechtzeitig zum Schuljahresbeginn 2010/11 fertig geworden. Der Landkreis Nürnberger Land wird auch weiterhin alles dafür tun, dass unsere Schulen unseren Kindern und Kindeskindern einen guten Start in die Zukunft ermöglichen.

Am 20. Oktober feierten wir Richtfest für die neue Dreifach-Turnhalle in Hersbruck. Am 21. Juli billigte der Kreisausschuss die Baukosten in Höhe von 5,3 Millionen Euro, wovon der Landkreis Nürnberger Land für den Schulsport rund 2,75 Millionen Euro übernimmt. Der Landkreis ist um Kostenreduzierung bemüht und stellt einen Teil seines Grundstücks beim Förderzentrum als Tauschfläche zur Verfügung. Die Mitglieder des Zweckverbands Sportzentrum (der Landkreis Nürnberger Land, die Stadt Hersbruck und die Gemeinden Kirchensittenbach und Reichenschwand) investieren mit dem Hallenneubau in die Zukunft – insbesondere in die Zukunft der Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums, der Realschule, des Gymnasiums und auch der Grund- und Hauptschule.

Durch die neuen Übertrittsregelungen in den Schulen (Realschule und Gymnasium) sind auch an der Realschule in Röthenbach die Schülerzahlen angestiegen und dadurch der Bedarf einer zweiten Sporthalle gegeben. Baubeginn dafür war am 13. September. Die Baukosten betragen ca. 2,1 Millionen Euro. Die Fertigstellung wird zum Schuljahresbeginn im September 2011 erwartet.

Auch personell gibt es Neues von unseren Schulen zu vermelden: An drei von vier unserer Gymnasien hat die Schulleitung gewechselt. In Altdorf trat Regina Fleischer die Nachfolge von  Karlheinz Graß an (ihr Mann leitet ja das Gymnasium Hersbruck), in Lauf ist Thomas Freimann der neue Leiter (vorher: Engelhardt Grötsch) und in Röthenbach kam Hans Wittmann für Peter Scharrer.
Auch unsere Berufsschule Nürnberger Land freut sich über eine neue Leitung: Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 wurde Reinhard Knörl zum Schulleiter bestellt. Allen vier neuen Schulleitern wünschen wir zum neuen Amt und Aufgabenbereich auch an dieser Stelle nochmals alles Gute.
Mein Dank geht dabei besonders an Lothar Schuster für dessen engagierten Einsatz als stellvertretender Schulleiter der Staatlichen Berufsschule Lauf während der langen Vakanz nach dem Weggang von Gerhard Krug.

Besonders freut mich auch, dass wir an den drei Röthenbacher Schulen – Mittel-, Realschule und Gymnasium – das Projekt Coolrider mit durchführen konnten. In dem Projekt geht es ja darum, dass Schülerinnen und Schüler als Fahrzeugbegleiter auf dem täglichen Schulweg in den öffentlichen Verkehrsmitteln und an den Haltestellen beispielsweise Konflikte zwischen Schülern gewaltfrei lösen helfen. Die Fahrzeugbegleiter sollen in erster Linie Zivilcourage und faires Verhalten vorleben. Die Vorbildfunktion der „Coolrider“ soll gewissermaßen ein Zeichen setzen. Ein Zeichen des menschlichen Miteinanders in unserer Gesellschaft.
Auch das Theater Kalles Roadshow, das an vier Schulen im Landkreis aufgeführt wurde, geht in diese Richtung. Ziel der Show ist, junge Zuschauer, auch über die Schulzeit hinaus, für das Bus- und Bahnfahren zu animieren, um sie langfristig als Kunden zu binden und sie im Sinne einer nachhaltigen Verkehrserziehung über den ÖPNV zu informieren.

Viele Meilensteine bringt unseren Landkreis Nürnberger Land die Weiterentwicklung des S-Bahn-Netzes im VGN-Gebiet voran. Unsere ohnehin schon herausragende verkehrliche Erschließung mit gutem ÖPNV, über vier Autobahnen und mit GVZ und Flughafen in Nürnberg wird durch die Verlängerung der S 1 bis nach Hartmannshof und den neuen Haltepunkten Happurg und Feucht Ost auf der S 3 auch im SPNV weiter verbessert. Bei allen noch bestehenden echten Problemen und weniger gravierenden Problemchen steht die Freude darüber deutlich im Vordergrund. Im Jubiläumsjahr der Deutschen Bahn ein insgesamt sehr schöne Sache. Zumal die erste Fahrt von Nürnberg nach Fürth mit dem Adler vor 175 Jahre von einem „Landkreisbürger“ wesentlich mitbestimmt wurde: Johannes Scharrer aus Hersbruck.

Neben den Schulen, die einen wesentlichen Teil der Bildungsarbeit tragen, haben wir im sozialen Bereich ebenfalls Beiträge geleistet für einen besonders lebenswerten Landkreis. So wurde die Jugendsozialarbeit weiter ausgebaut (vier neue Mitarbeiterinnen an vier weiteren Schulen (Kunigundenschule Lauf , Hauptschule Schnaittach und Mittelschule Burgthann sowie am sonderpädagogischen Förderzentrum in Altdorf), im Bündnis für Familie den Familienwegweiser neu aufgelegt, konnte erneut ein Kindertag an Buß- und Bettag in unserem Landratsamt durchführt werden (der recht gut ankam) und eine weitere Stelle in der Koordinationsstelle "Frühe Hilfen" (vormals genannt: Koordinierende Kinderschutzstelle – KoKi) geschaffen werden. Die Koordinationsstelle ist besetzt mit zwei Sozialpädagoginnen, die mit einem großen Netzwerk von Mitarbeiterinnen der Gesundheitshilfe und der Jugendhilfe zusammenarbeiten. Kinderschutz ist für das Jugendamt des Landkreises Nürnberger Land grundsätzlich ein ganz wichtiges Aufgabenfeld. Deshalb wurde eine enge Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Nürnberg vereinbart, so dass pädagogische Fachkräfte auch außerhalb der Öffnungszeiten des Landratsamtes zu erreichen sind. Über die zentrale Kinderschutznotrufnummer 09123/9506950 des Landkreises Nürnberger Land sind während der Dienstzeiten immer Fachkräfte des Jugendamtes erreichbar. Außerhalb der Dienstzeiten erfolgt im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit dem Stadtjugendamt Nürnberg eine Rufweiterleitung auf die dortige Kinderschutzhotline. Meldungen an das Jugendamt sind somit zu jeder Tages- und Nachtzeit unter der Kinderschutznotrufnummer möglich. Nachdem auch in Nürnberg erfahrene sozialpädagogische Fachkräfte die Rufbereitschaft wahrnehmen, stellt diese Kooperation eine qualitative Verbesserung dar, die einen wichtigen Beitrag zu einem achtsamen Kinderschutz im Nürnberger Land leistet.

In diesem Zusammenhang auch ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön an unsere Bürgermeister und deren Stadt-, Markt- und Gemeinderäte: Bayernweit ist unser Nürnberger Land überdurchschnittlich gut mit Krippen- und Kita-Plätzen versorgt – dank einer engagierten und verantwortungsvollen Politik in den Rathäusern unserer Städte, Märkte und Gemeinden. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, auf die ich als Landrat besonderen Wert lege – gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, die auch unser Nürnberger Land trifft.

Bezüglich des Neubaus der Fachakademie für Sozialpädagogik in Altdorf sowie des Schulschwimmbades in Altdorf sind wir große Schritte vorwärts gekommen. Wir sind kurz davor, das Bad als Schulsportanlage gemeinsam auf die Gleise zu setzen. Im Ziel, dieses Schulschwimmbad zu bauen, sind sich Stadt und Landkreis einig und ziehen am gleichen Strang – sogar am selben Ende! ;-)
Der Landkreis Nürnberger Land hat sich dabei immer als verlässlicher Partner der Stadt Altdorf erwiesen – und das wird er auch bleiben. Erstmals existiert ein gemeinsamer Zeitplan, der das weitere Vorgehen in Sachen Schulschwimmbad im nächsten Jahr regelt. Neben vertraglichen und steuerrechtlichen Fragen, die geklärt werden müssen, wird ein VOF-Verfahren zur Beauftragung eines Generalplaners durchgeführt, eine aktualisierte schulaufsichtliche Genehmigung bei der Regierung von Mittelfranken beantragt und die Planungsunterlagen für den FAG-Antrag bis spätestens 15. Oktober 2011 bei der Regierung eingereicht. Ich bin begründet zuversichtlich, dass wir dies alles im nächsten Jahr über die Bühne bekommen werden.
Genauso zuversichtlich bin ich bezüglich des geplanten Neubaus der FAKS. Trotz mancher zwischenzeitlicher Irritationen (die für entsprechende Schlagzeilen in den Heimatzeitungen gesorgt haben), ist die Atmosphäre zwischen den beiden verbliebenen Spielkameraden – Stadt Altdorf und Landkreis Nürnberger Land – gut und vertrauensvoll. Es ist halt wie bei Spielkameraden üblich: Manchmal wird es ein bisschen ruppig (weil man unterschiedliche Auffassungen hat), aber meistens ist man sich doch einig. Der Landkreis Nürnberger Land wird in Vorleistung gehen und das Grundstück in der Fritz-Bauer-Straße kaufen – im Vertrauen darauf, dass die Stadt Altdorf für dieses wie für das Grundstück in der Hersbrucker Straße im Jahr 2011 den Satzungsbeschluss zur Änderung der Bauleitplanung im Sinne des Landkreises fasst.

Highlight im Tiefbaubereich war sicherlich die Sanierung der Kreisstraße von Grünsberg nach Burgthann, deren Eröffnung wir erst jüngst feierten. Die Fahrbahn war in schlechtem Zustand, als sich die Kreisgremien entschlossen, die Strecke für eine Million Euro sanieren zu lassen. Das war dringend nötig, weil die Straße ofenkundig für das gestiegene Verkehrsaufkommen nicht mehr angemessen war. Außerdem war es wichtig für uns – Kreistag und Verwaltung –, auf der Strecke mehr Sicherheit zu schaffen, was unter anderem durch den Bau einer Querungshilfe in Grünsberg und den Ausbau des Geh- und Radwegs gelang. Die beiden alten Eichen, die zunächst unbedingt als Baumtor vor Grünsberg erhalten werden sollten (worauf sogar die Straßenplanung abgestellt wurde), mussten allerdings leider gefällt werden. Denn als die Fahrbahnen schließlich fertig waren, stellte sich heraus, dass die Bäume von Pilzen befallen und nicht mehr zu retten waren. Ein Zugtest ergab, dass ihre Standsicherheit nicht mehr gegeben war, so dass sie zum Schutz der Verkehrsteilnehmer doch noch gefällt werden mussten. An ihrer Stelle sollen Ersatzbäume gepflanzt werden.

Auch die Radwege Grünsberg – Burgthann und Burgthann – Ezelsdorf sind in diesem Zusammenhang zu erwähnen. 1989 wurde ein kombinierter Geh- und Radweg zwischen Grünsberg und Burgthann angelegt. Der Geh- und Radweg wechselte an der freien Strecke von der Westseite auf die Ostseite der Kreisstraße. Diese Querungsstelle an der freien Strecke stellte, insbesondere für den Radverkehr, eine Gefahrenstelle dar. Nunmehr verläuft der Geh- und Radweg durchgängig an der Ostseite der Kreisstraße. Am Beginn des Weges am Ortsausgang von Grünsberg wurde eine Verkehrsinsel als Querungshilfe errichtet.
Bereits am 14. November 1990 hatte der Bauausschuss des Landkreises Nürnberger Land beschlossen, zwischen Burgthann und dem Abzweig nach Ezelsdorf an der Kreisstraße LAU 22 einen Radweg zu planen und nach Bereitstellung der Mittel zu bauen. In den folgenden Jahren wurde eine Entwurfsplanung erstellt und im Jahr 1995 ein Zuwendungsantrag gestellt. Die Maßnahme konnte zunächst leider aus wirtschaftlichen Gründen vom Landkreis nicht realisiert werden. Gleichzeitig mit dem Landkreis plante die Gemeinde Burgthann die Fortführung des Radweges von der Kreisstraße LAU 22 über Heinleinshof nach Ezelsdorf, um eine Randweganbindung des Ortsteiles Ezelsdorf zu schaffen und den Radweg in das Netz einzuordnen. Durch die gemeindliche Maßnahme ist die Anbindung an das Radwegenetz gegeben.

Beim Thema Radwege freut es mich besonders, dass unsere politischen Bemühungen, den Radweg Lauf – Altdorf voran zu bringen, zumindest teilweise von Erfolg gekrönt waren. Viele Radfahrer hoffen auf eine durchgehende Verbindung von Lauf nach Altdorf entlang der Staatsstraße 2240. Der erste Schritt dazu ist mit dem etwa zwei Kilometer langen Geh- und Radweg von Lauf nach Himmelgarten gemacht. Bisher mussten die Radler einen Umweg durch den Wald über Schönberg nehmen, wenn sie nicht gefährlich nah an den Autos vorbeifahren wollten, die auf der Staatsstraße bis zu 100 Stundenkilometer schnell sind. Die Kommunen Altdorf, Lauf, Leinburg und Röthenbach übernehmen mit dem Bau und dem Unterhalt des Radwegs die Aufgabe des Freistaats. Er bezuschusst das Projekt mit rund 75 %. Für Lauf ist die Finanzierung gesichert. Ich hoffe sehr, dass nächstes Jahr weitere Fördermittel, beispielsweise für Röthenbach, fließen werden. Denn es kann und darf nicht sein, dass Radfahrer ihr Leben aufs Spiel setzen müssen wegen Formalitäten auf ministeriellen Papieren.

Ebenso ein gemeinsamer politischer Erfolg war der Bau des Kreisverkehrs in Diepersdorf, den wir nach am 28. Mai eröffnen konnten. Wir haben uns alle für dieses Bauvorhaben eingesetzt. Die Gemeinde Leinburg und der Landkreis haben lange dafür gekämpft und an einem Strang gezogen. Der Kreisverkehr ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit. Die Federführung beim Bau des Kreisverkehrs lag beim Staatlichen Bauamt Nürnberg, die Federführung beim Kanal- und Wasserleitungsbau bei der Gemeinde Leinburg.

Personelle Änderungen gab es nicht nur in den Schulen, sondern auch im Landratsamt: Als neue Abteilungsleiterinnen für Bauen und Umwelt sowie Jugend, Familie und Soziales begrüßten wir Diana Pichl und Melanie Zuric, neuer Leiter des Referats Kreisentwicklung wurde unser ehemaliger Kämmerer Bernd Hölzel, seine Nachfolge wiederum trat der langjährige Leiter unserer Abfallwirtschaft, Werner Rapp an. Ihm wiederum folgte Michael Oberleiter nach, der mit dem Thema „unumgängliche Erhöhung der Müllgebühren“ gleich voll ins kalte Wasser geworfen wurde. Das Thema musste heute zu einem Abschluss gebracht werden. Als neue Gleichstellungs- und Familienbeauftragte ist seit August Anja Wirkner in Amt und Würden, Petra Hofmann verstärkt das Team der Touristinformation Frankenalb, Christina Reinhardt ist unsere neue Regionalmanagerin und auch über hervorragende Auszubildende verfügen wir: Thomas Katolla und Ramona Barin, beide Verwaltungsfachangestellte, haben jeweils Besonderes geleistet. Thomas Katolla konnte seine Prüfung mit der Note 1,6 abschließen und ist damit bayernweit auf Platz acht von fast 600 Prüflingen. Ramona Barin hatte noch andere Herausforderungen zu meistern. Die Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern ist die erste und bisher einzige Verwaltungsfachangestellte in ganz Bayern, die ihre Ausbildung in Teilzeit absolvieren konnte. Trotz Doppelbelastung von Ausbildung und Kindererziehung, erzielte sie mit der Note 2,2 einen guten Abschluss. Ihr Beispiel zeigt einmal mehr, dass familienfreundliche Arbeitspolitik in Zukunft möglichst flexibel gestaltet werden muss, damit gut ausgebildete junge Menschen ihren Platz im Arbeitsleben finden und ausfüllen können. Gratulation auch an dieser Stelle unseren beiden tollen Azubis und ein herzliches Willkommen allen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Mit den Personalwechseln und -veränderungen sind wir für die anstehenden Herausforderungen gut aufgestellt. Sie zeigen darüber hinaus, wie wichtig Personalentwicklung und -förderung auch und gerade in unserem Hause sind. Als Landrat und damit Leiter der Verwaltung begrüße ich es sehr, wenn sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderen Aufgabengebieten zuwenden, sich weiterentwickeln und neuen Herausforderungen stellen.

Personaländerungen gab es auch im ehrenamtlichen Bereich des Kreispersonals: Dr. Ina Schönwald wurde zur neuen Kreisheimatpflegerin ernannt als Nachfolgerin des erst jüngst verstorbenen Hans Recknagel. Die promovierte Kunsthistorikerin und gebürtige Schnaittacherin Ina Schönwald, machte ihre Ausbildung in Berlin und schrieb über die Burg Grünsberg im Nürnberger Land ihre Doktorarbeit. Sie kümmert sich vor allem um den südlichen Landkreis – in guter Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises und ihrem Kollegen Robert Giersch. Als ausgebildete Museumspädagogin möchte sie zudem gerne Kindern und Jugendlichen die Heimat mit ihrer Geschichte näherbringen.

Unser Ziel ist es, dass sich das Landratsamt Nürnberger Land als Arbeitgeber bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie auch vor allem nach außen gegenüber seinen Bürgerinnen und Bürgern als fairer und weit blickender Partner präsentiert und dementsprechend handelt. Im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) und seiner Mitarbeit im Innovationsring des Bayerischen Landkreistages hat das Landratsamt Nürnberger Land bereits an Mitarbeiter- sowie Bürger-/Kundenbefragungen im Jahr 1999 teilgenommen. Im Jahr 2009 wurde die Mitarbeiterbefragung wiederholt, heuer die Bürger-/Kundenbefragung, bei der die GfK Nürnberg der Partner des Landkreises war. Insgesamt können wir – auch im Vergleich zu den anderen Landkreisen – mit dem Ergebnis der Bürger-/Kundenbefragung recht zufrieden sein – ein Erfolg, der in erster Linie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihrem freundlichen und hilfsbereiten, sach- und fachkundigen Engagement zu verdanken ist. Bayernweit würden wir noch besser da stehen, wäre unser Gebäude schon in Ordnung – das haben wir von unseren Bürgerinnen und  Bürgern bestätigt bekommen. Die Renovierung des Gebäudes ist also auch aus Sicht der Kundschaft sinnvoll. Am Leitsystem und der Gebäudegestaltung im Inneren müssen wir ebenfalls noch arbeiten.
Sicherlich wollen wir uns mit dem Erreichten nicht zufrieden geben und weiter vorwärts streben. Uns erginge es andernfalls wie dem Ruderer, der gegen den Strom paddelt. Sobald er aufhört, fällt er zurück. Wir wollen uns an den Besten orientieren und bei ihnen nachfragen, was sie besser machen, und abwägen, was man übernehmen kann. Die Dinge, die erkannt wurden, werden wir in der bereits bestehenden Projektgruppenstruktur (die Konsequenz aus der Mitarbeiterbefragung war) bearbeiten.

Ein weiterer Baustein auf diesem konsequenten Weg ist die von mir eingeführte Bürgersprechstunde mit dem direkten Draht zum Landrat. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich hier ohne Terminsvereinbarung an mich wenden, um gemeinsam nach Lösungen für bestehende große oder kleine Probleme zu forschen. Meine bisherigen Erfahrungen mit dieser unmittelbaren Form der Kunden- und Dienstleistungsorientierung sind sehr gut. Die Botschaft ist recht einfach: „Wir sind für Sie da!“.

Neben personellen gab es auch wichtige organisatorische Änderungen im Landratsamt: Unser früheres Referat „Wirtschaftsförderung und Tourismus“ ist gewachsen und nennt sich nunmehr „Kreisentwicklung“. Sie umfasst die Bereiche „Wirtschaftsförderung“, „Ausbildungsplatzakquise“, „Tourismus“, „ENA“, „Regionalmanagement“ und „Bündnis für Familie“. Sie hat eine Reihe von Aktivitäten angestoßen, von denen ich einige nennen möchte:

Als voller Erfolg erweist sich unser heuer neu eingeführtes Unternehmer-Frühstück. Veranstalter sind die IHK-Gremien Altdorf, Hersbruck und Lauf sowie die Wirtschaftsförderung Nürnberger Land. Ziel ist es, die regionale Zusammenarbeit der heimischen Unternehmen zu stärken, das gegenseitige Kennenlernen zu fördern und auf diese Weise heimische Netzwerke zu bilden. Ich freue mich über die neu geschaffene Plattform, die die regionale Zusammenarbeit zwischen den Firmen weiter verbessern wird und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine wesentliche Grundlage darstellt, gestärkt aus der Krise herauszukommen und neue Herausforderungen anzugehen.

In Zusammenarbeit mit der Metropolregion Nürnberg und der Impulse GmbH ist es der Wirtschaftsförderung Nürnberger Land gelungen, ein Projekt zur Unterstützung des Einzelhandels in den Landkreis zu holen. Ziel dieses ESF-Projektes ist es, den Einzelhändlern vor Ort durch Erfahrungsaustausch und Schulungen einzelhandelsspezifische Qualifizierungen anbieten zu können. Die Hälfte der Kosten wird durch das ESF-Projekt finanziert, die andere Hälfte ergibt sich aus den Teilnehmerstunden der Einzelhändler. Daher ist von Seiten des Einzelhandels "lediglich" die Arbeitszeit in das Qualifizierungsprojekt einzubringen. Eine rundum gute und erfolgreiche Sache.

„Nachhaltigkeit als Markenwert“ – Unter diesem Titel lud die Wirtschaftsförderung des Landkreises Nürnberger Land in Kooperation mit der Firma puls Marktforschung aus Schwaig zu einer Veranstaltung für Unternehmer ein. Untersuchungen haben gezeigt, dass Produkte bzw. Marken mit sichtbarer Nachhaltigkeitskompetenz besondere Wachstums- und Ertragschancen haben. Das Seminar gab unter anderem Antworten auf die Fragen: Was verbinden Menschen mit dem Begriff Nachhaltigkeit? Welche Erwartungen stellen sie an Unternehmen? Wie gehen andere Unternehmen mit dieser Thematik um? Ergänzt wurde dies durch Erfahrungsberichte der Unternehmen „Die Möbelmacher“, Neumarkter Lammsbräu und Faber-Castell, einer Podiumsdiskussion und einem anschließendem Get-Together.

Beratungen für Existenzgründer und Unternehmen (regelmäßige Sprechstunden der Aktivsenioren, aber auch durch die Wirtschaftsförderung), ein abgestimmtes Gewerbeflächenangebotssystem und regelmäßige Veranstaltungen wie Gründercheck und sowie saisonale Aktionen des Vereins „Heimat aufm Teller“ runden das Angebot in der Wirtschaftsförderung ab (das hier in seiner Gänze aus Zeitgründen nicht dargestellt werden kann).

Unser Regionalmanagement ist im Juli mit Christina Reinhardt an der Spitze erfolgreich gestartet. Grundlage ihrer Arbeit bildet das Handlungskonzept, das im Vorfeld mit Akteuren aus dem Landkreis entwickelt wurde. Die wichtigsten Handlungsfelder sind eine intensivere touristische Vermarktung des Landkreises, die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe, eine Profil- bzw. Markenbildung für den Landkreis, um ihn als Einheit nach außen zu vermarkten und zu positionieren sowie die Themen demographische und gesellschaftliche Entwicklung und Bildung.
Am 10. August fand auf Burg Hartenstein die Übergabe des Förderbescheids des Freistaats Bayern durch Staatssekretärin Katja Hessel und Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer statt, am 30. September die erste Sitzung der Steuerungsgruppe. Wir waren uns fraktionsübergreifend immer einig, dass der Regionalmanager eine wichtige und sinnvolle Sache ist. Doch bei aller berechtigten Freude sollte man die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Der Job unserer Regionalmanagerin wird eine Daueraufgabe sein. Mir sind auch nachhaltige Erfolge lieber als Schnellschüsse, die als Strohfeuer nur allzu schnell verpuffen.

Ein Großteil der Projekte des Regionalmanagements sind dem Handlungsfeld Tourismus zugeordnet. Das Nürnberger Land hat kulinarisch viel zu bieten. Es ist außerdem ein ideales Erholungsgebiet mit reizvoller Landschaft. Dies bestätigen nicht nur alljährlich die vielen Stammurlauber und Naherholungssuchenden, sondern auch Geschäftsreisende, die gerne im Nürnberger Land Tagungen abhalten. Dies alles liegt nicht nur an der landschaftlichen Schönheit und den guten Wander- und Radfahrmöglichkeiten als Schwerpunkte unserer Region, sondern auch am sehr guten Service in Verbindung mit hoher Qualität in unseren Hotels und Gaststätten. Unsere Gastronomie ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor im Nürnberger Land sowie eine tragende Säule für den Fremdenverkehr.

Das Projekt „Marke und Markenlogo“ hat als weiterer Schwerpunkt des Regionalmanagements die Schaffung einer einheitlichen Marke und eines einheitlichen Markenlogos für Gewerbe, Handel und regionale Vermarktung zum Ziel. Das Projekt „Neuausrichtung Tourismusstrategie“ beinhaltet die grundlegende Neuausrichtung mit Zielgruppendefinition und Zielgruppenansprache, um mehr Potenzial auszuschöpfen, als durch bisherige Werbeaktivitäten.
„Förderung der regionalen Vermarktung – Markenbildung original regional aus dem Nürnberger Land“ macht sich zum Ziel, die Vermarktung regionaler Produkte durch Markenbildung und Zertifizierung zu unterstützen.
Diese drei Projekte aus dem Handlungsfeld Marke und Profil tragen dazu bei, die Landkreisidentität zu fördern. Die Projekte sollen zu einem regionalen Dachmarkenprozess Nürnberger Land zusammengeführt werden unter der Beachtung bestehender Marken und Submarken, um Kosten zu senken und ein einheitliches Auftreten des Landkreises als Tourismus- und Wirtschaftsregion, aber auch als Heimat für seine Bürgerinnen und Bürger nach innen und außen zu garantieren.
Zunächst gilt es, die bestehenden Strukturen und vorhandenen Marken zu analysieren, um in einem zweiten Schritt die Markenidentität und -positionierung zu klären. In dieser Phase werden die Alleinstellungsmerkmale und Stärken der Region herausgearbeitet. Anschließend gilt es den Einsatz der neuen Marke sowie die Beziehung zu Partnermarken und Submarken zu analysieren (Klärung der Markenarchitektur). Den letzten Schritt vor der Markenimplementierung stellt die Corporate-Design Entwicklung dar.
Den wesentlichen Erfolg solch eines Projektes macht eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung sowie unter den wichtigen Meinungsträgern und Organisationen aus. Bedingung hierfür ist deren aktive Einbeziehung und eine stetige Kommunikation während des Prozesses in einer prozessbegleitenden und prozessgestaltenden Arbeitsgruppe. Die Einbeziehung der metropolitanen Ebene in diesen Markenbildungsprozess ist ein wichtiges Element. Sicherlich wird man dabei ohne die professionelle Begleitung einer geeigneten Agentur nicht auskommen.

Nach meiner Einschätzung werden wir im Nürnberger Land ganz besonders von der sich ja gerade erst entwickelnden Strahlkraft der Marke „Europäische Metropolregion Nürnberg“ profitieren: Wir tragen als einzige Gebietskörperschaft – neben Nürnberg – „Nürnberg“ im Namen. Diese Chancen müssen wir nützen!

Eine Bürgerstiftung des Landkreises bildet eine Art Klammerfunktion zu den bestehenden Stiftungen, da überregionale Projekte von kommunalen Stiftungen nicht unterstützt werden können. Gerade kleine Kommunen im Landkreis profitieren von einer Bürgerstiftung, da sie alleine solch ein Vorhaben nur erschwert umsetzen können. Die Steuerungsgruppe hat sich darauf geeinigt, die strategische Ausrichtung sowie die weiteren erforderlichen Schritte in einem Gründungsarbeitskreis erarbeiten zu lassen. Die Vorarbeiten haben ergeben, dass ein gesellschaftlicher Querschnitt sowie die Beteiligung fachlich qualifizierter Akteure in einem Gründungsarbeitskreis hilfreich sind. In einem weiteren Schritt gilt es Gründungsstifter zu gewinnen und die Idee in der Wirtschaft, bei den Kommunen, den Kreisgremien sowie in der Bevölkerung zu platzieren. Des Weiteren bedarf es einer endgültigen Ausarbeitung der Stiftungssatzung mit der Festlegung des Stiftungszwecks, bevor das stiftungsaufsichtliche Anerkennungsverfahren sowie das Verfahren zur Gemeinnützigkeit durchschritten werden kann. Wichtig ist, dass eine Landkreisstiftung gerade keine Konkurrenz zu gemeindlichen Stiftungen sein soll, sondern eine Dienstleistung des Landkreises insbesondere für kleinere Gemeinden, um auch diesen ohne eigenen Verwaltungsaufwand die Möglichkeiten des Stiftens für ihr Gemeindegebiet zu eröffnen.

Ein weiterer wichtiger Baustein im Bestreben, unser Tourismus-Angebot für Urlauber, Tagesausflügler und insbesondere auch Naherholer aus der Metropolregion adäquat auszubauen, ist die Gästebefragung, die im Sommer 2009 von CenTouris (Uni Passau) im Rahmen des Tourismusbarometers Bayern auch im Nürnberger Land / der Frankenalb durchgeführt wurde. Erfreulich war, dass unsere Gäste praktisch nichts an den Angeboten auszusetzen hatten – außer dem schlechten Wetter. ;-)
Allerdings haben wir erkannt, dass die Möglichkeit der Onlinebuchung noch sehr viel Potenzial birgt – was wir mit dem neuen Internet-Auftritt nutzen werden. Neben einem besseren Überblick über die zur Verfügung stehenden Angebote wird so auch ein direkter Preis-Leistungs-Vergleich ermöglicht. Es lohnt sich, in eine qualitativ hochwertige und benutzerfreundliche Webseite zu investieren. Der interessierte Urlauber sollte schnell, einfach und übersichtlich alle Informationen erhalten, die er für seine Urlaubsentscheidung benötigt. Dabei spielt das so genannte Social Web (wie Facebook oder Twitter) bei der Reiseentscheidung und Urlaubsbuchung eine zunehmende Rolle. Gäste können so zum Beispiel zeitnah über konkrete Angebote, Attraktionen oder Veranstaltungen informiert werden.
Darüber hinaus sollte es – so die Handlungsempfehlungen in der Studie – oberstes Ziel sein, dass die Gäste sich nicht nur zufrieden, sondern begeistert auf den Heimweg machen. Mit kreativen, zielgruppenorientierten Aktionen (z. B. „Gäste werben Gäste“) kann die Mundwerbung zusätzlich angekurbelt werden und zur Neukundengewinnung beträchtlich beitragen. Erstbesucher sollten durch spezifische Angebote und Vorteile zum Wiederbesuch animiert werden.
Für Unterkunftsbetriebe sollten darüber hinaus nicht nur der Preis, sondern vor allem Service, Qualität und Komfort die entscheidenden Erfolgskriterien sein.
Dem Landkreis lag und liegt Gästewerbung sehr am Herzen; dafür investiert er auch gerne Arbeit und Geld. Wir werden die gezielte Ankurbelung von Naherholung und Fremdenverkehr durch unsere Tourist-Information weiterhin betreiben und fortsetzen.

Ein ganz besonderer Baustein im touristischen und kulturellen Angebot in unserem Landkreis sind die Entdecker-Touren, die unsere beiden Kreisheimatpfleger (Dr. Ina Schönwald und Robert Giersch) heuer zum ersten Mal angeboten haben. Eine ganz tolle Sache, wie ich finde. Das Konzept verbindet auf gelungene Weise Kultur und Natur. Durch Themenwanderungen, Exkursionen, Führungen und einem Regio-Camp konnten sich kulturgeschichtlich Interessierte neue Ansichten und Einsichten erschließen. Die Beschäftigung mit dem Erbe unserer Vorfahren, die uns über 300 Burgen, Schlösser und Herrensitze hinterlassen haben, zeigt einerseits die Vergänglichkeit von Staats- und Herrschaftsgebilden, andererseits die Langlebigkeit von Baudenkmälern, Kunstgegenständen und Naturdenkmälern. So lernen Landkreisbewohner wie Gäste unter fachkundiger Leitung unserer Kreisheimatpfleger die Schätze vor Ort kennen.

Der „Ulrich-von-Königstein-Weg“ im Nürnberger Land wurde mit dem Qualitätssiegel „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet. Die Wanderstrecke gehört damit zu den 50 schönsten Routen Deutschlands. Der Rundweg verknüpft auf etwa 52 Kilometern Länge die Wirkungsstätten des Reichsministerialen Ulrich von Königstein. Neben den weithin bekannten landschaftlichen Sehenswürdigkeiten der südlichen Frankenalb, wie Hohler Fels und Jungfernsprung bei Happurg sowie Steinerner Rinne bei Engelthal, sind es aber gerade die weniger spektakulären, kleinen Kostbarkeiten, wie etwa die Hinterhaslacher Heide, die den neuen Wanderweg so charmant machen.
Die Erfolgsstory des Projekts kann sich wirklich sehen lassen: Nach nur zweimonatiger Planungszeit durch die in Lauf ansässige Schettler Consulting KG konnte der Weg durch ehrenamtlichen Kräfte des Fränkischen Albvereins e.V. markiert werden. Einen wichtigen Beitrag für das gute Gelingen lieferten die umfangreichen Vorarbeiten von Kreisheimatpfleger Robert Giersch, dem Ideengeber zu dem Vorhaben, und die Erkundungen von Heinz Ziegler aus Engelthal. Eine Broschüre zum neuen Weg ist seit Frühjahr erhältlich.
Im bundesweiten Vergleich hat der Fränkische Raum damit seine schon vorhandene Vorrangstellung in Sachen Wandern weiter ausbauen können: Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine solche Fülle an Spitzenwanderwegen, wie in unserer Metropolregion.

Neu von unserer Tourist-Information ist auch der "Wanderwegweiser Frankenalb" und der Radtourenführer, der zusammen mit unserem Radfahrbeauftragten Bernhard Zunner erstellt wurde.

Die Energieberatungsagentur ENA wurde neu strukturiert und organisatorisch wie personell neu aufgestellt: Sie richtet seit diesem Jahr ihre Arbeit ganz auf den Landkreis Nürnberger Land aus. Die bisherigen Gesellschafter, die Landkreise Roth und Nürnberger Land, sind übereingekommen, die Beratungen in ihren Kreisen in Eigenregie durchzuführen. Die Entwicklung eines nachhaltigen Klimakonzeptes im Landkreis sowie die Umsetzung energiepolitischer Ziele ist dabei eine der Hauptaufgaben. Die Beratung von interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Firmen aus dem Kreis wird in vollem Umfang beibehalten.
Die ENA hat im vergangenen Jahr 2009 ca. 700 kostenlose Erstberatungen von Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Dazu gehören umfangreiche Beratungen im Landratsamt und am Telefon zu allen energetischen Fragen (z. B. Dachdämmung, Außenwanddämmung, Fenster, Heizung, Wärmepumpe, thermische Solaranlagen, Fotovoltaikanlagen, Hackschnitzel, Pellets, Stückholz, Neubaustandard, Förderung). Ebenso wurden Firmen beraten, wie sie ihre Betriebe energetisch optimieren und sanieren können, z. B. durch Wärmeverbundsysteme und verbesserte Effizienz bei Wärmeprozessen.

Die ENA hat in Kooperation mit dem Fahner-Verlag einen neuen Energie-Ratgeber heraus gegeben. Der Wille zum Energiesparen und schonenden Umgang mit der Umwelt und unseren Ressourcen ist mittlerweile tief im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Was jeder Einzelne tun kann, zeigt die neue Broschüre, die sowohl in gedruckter Form, als auch im Internet als PDF-Datei vorliegt. Sie gibt Informationen und Tipps zum umweltbewussten und energiesparenden Verhalten sowie zur Nutzung regenerativer Energien. Sie wendet sich an Mieter und Hausbesitzer, aber auch an Bauherren sowie an Unternehmer mit kleineren bis mittleren Betrieben.
Die Thematik ist weit gefasst: Vom richtigen Lüften über Strom- und Wassersparen bis zu Sanierungsmaßnahmen, aber auch zu umweltfreundlicher Mobilität, informiert die Broschüre fachlich fundiert und trotzdem gut verständlich.
Der sparsame und schonende Umgang mit Energie sowie unseren Ressourcen ist das Thema der Zukunft und für unsere Kinder und Kindeskinder von entscheidender Bedeutung. Energiesparen geht jeden von uns an. Auch der Landkreis kommt durch Bau- und Sanierungsmaßnahmen seiner Vorbildfunktion nach.

Die Arbeiten zur Sanierung des Ämtergebäudes kommen gut voran. Eigentlich wollten wir laut Plan zwar schon ein Stückchen weiter sein, doch den Endtermin können wir einhalten, sagt der Planer, um die Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II zu erhalten. Immerhin: die meisten Gewerke liegen im Soll.
Im Mai haben wir das Nebengebäude in Betrieb genommen. Es hat sich – wie ich finde – gut bewährt. Die Zulassungsstelle, die unter anderem dort vorübergehend untergebracht war, hat ihre angestammten Räumlichkeiten inzwischen wieder bezogen.
Die Fenster im Bauabschnitt I sind weitgehend eingebaut, das Gebäude wurde rechtzeitig winterfest – auch wenn uns einige Wochen mit milderen Temperaturen und ohne Schnee im Hinblick auf den Zeitplan sicherlich gut getan hätten. Die Fassade ist gedämmt, es fehlen aber noch die Aluminiumbleche als Abschlussverkleidung.
Zurzeit laufen die Innenarbeiten (Brandschutz und Haustechnik).
Bisher konnten wir rund 275.000 Euro einsparen. Einen Teil davon wollen wir für die Sanierung der WC-Anlagen hernehmen.
Gespannt darf man sein auf den umgebauten Sitzungssaal. Hier hatten wir ja gemeinsam einstimmig im Bauausschuss beschlossen, ihn kommunikativer zu gestalten und daher die Bestuhlung um 180 Grad zu drehen, wobei wir die vorhandenen Stühle und Tische erst einmal weiter verwenden wollen und eine Großleinwand an der Deckenschräge anbringen.

Die Mitarbeiterinnen am Infopunkt des Landratsamts tragen seit Ende Oktober einheitliche Dienstkleidung. Die gewählte Businesskleidung zeigt ein einheitliches Erscheinungsbild unseres Amtes gegenüber den Kunden und der Öffentlichkeit. Damit wird der Infopunkt als "Visitenkarte des Hauses" und erste Anlaufstelle für Amtsbesucher/innen noch besser herausgestellt. Die Ausstattung des Infopunktpersonals mit einheitlicher Dienstkleidung ist ein weiterer Schritt, mit dem wir zeigen wollen: Das Landratsamt ist ein modernes, professionelles und kundenorientiertes Haus.
Das Infopunktpersonal sowie die Vertretungskräfte vom Schreibdienst haben Schulungen zu den Themen "Telefontraining & Kundenkommunikation" absolviert. Sie arbeiten ferner seit Anfang des Jahres mit der neuen, modernen Telefonanlage. Es wurde ein zweiter Vermittlungsplatz eingerichtet, um Spitzenbelastungen abzufedern. Die neue Telefonanlage arbeitet mit Vermittlungsplänen und bietet ein gutes Anrufmanagement.

Zur Feier des 20-jährigen Jubiläums der deutschen Einheit hatte der Landrat unseres Partnerlandkreises Erzgebirgskreis, Frank Vogel, u. a. eine Delegation aus unserem Nürnberger Land nach Annaberg eingeladen. Die Erzgebirger veranstalteten für Vertreter aus allen Partnerlandkreisen einen tollen Festabend und ein umfang- und abwechslungsreiches Besuchsprogramm, das die Gastgeber zusammengestellt hatten, um zu zeigen, wie die Erzgebirger ihre Heimat in den letzten zwanzig Jahren umgestaltet haben. Neben der Kreisstadt Annaberg-Buchholz besuchten die Delegationen die Städte Oberwiesenthal, Marienberg und Stollberg, ferner die Zinnkammern in Pöhla sowie das Erzgebirgsstadion in Aue, dessen Eigentümer der Erzgebirgskreis ist. Ebenso sportlich ging es zu beim Besuch der Außenstelle des Olympiastützpunktes Chemnitz/Dresden in Oberwiesenthal – der Eliteschule des Wintersports (eine Außenstelle des Landkreisgymnasiums St. Annen) – und beim Besuch des Appartementhotels „Jens Weißflog“ Oberwiesenthal, wo der Olympiasieger persönlich die Gäste begrüßte und bewirtete. Der Erzgebirgskreis entstand am 1. August 2008 aus den vorher selbständigen Landkreisen Annaberg (Partnerlandkreise Nürnberger Land und Emmendingen), Aue-Schwarzenberg (Partnerlandkreise Neustadt/Aisch – Bad Windsheim und Ansbach), Stollberg und Mittlerer Erzgebirgskreis (Partnerlandkreis Kalisz in Polen). Kreisstadt und Sitz des Landratsamtes ist – wie im Altlandkreis Annaberg – die Stadt Annaberg-Buchholz.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
das waren nun ein paar Gedanken zu unserer gemeinsamen Arbeit für unseren schönen und starken Landkreis Nürnberger Land in der EMN. Es wurde noch viel mehr geleistet, aber eine vollständige Aufzählung würde den Zeitrahmen sprengen und ist sicher auch nicht in Ihrem Sinne. Alles Wichtige wurde ja im Lauf des Jahres von der lokalen Presse in gewohnt professioneller Weise berichtet: Dafür ganz herzlichen Dank an dieser Stelle.

Damit will ich den Rückblick auf 2010 beenden und mich dem Ausblick auf 2011 zuwenden, das sicherlich ein spannendes und herausforderndes Jahr für den Landkreis Nürnberger Land werden wird.

Ausblick

2011 wird der Landkreis sicherlich keine großen Sprünge machen können. Es wird von der Finanzlage her gesehen ein eher schwieriges Jahr für den Landkreis werden. Die Lage ist in dieser Hinsicht ausgesprochen unerfreulich. Die kommunale Familie hat auf Bezirksebene keinen einzigen Cent zusätzlich erhalten. Alle Forderungen, die die Städte, Kreise und Bezirke an die Staatsregierung erhoben haben, haben leider nichts Zählbares erbracht. Der Bezirk Mittelfranken war gezwungen, die Umlage um 4,8%-Punkte nach oben zu schrauben. Diese Erhöhung trifft uns gewaltig. Das bedeutet Mehrausgaben für den Landkreis in Höhe von 2,4 Millionen Euro.
Darüber hinaus – das wissen Sie – beziehen sich die Landkreiseinnahmen fürs nächste Jahr auf das Krisenjahr 2009, weil der Landkreis systembedingt immer zwei Jahre hinterherhinkt. Das hatte 2010 Vorteile – weil wir uns auf das Boomjahr 2008 beziehen konnten – , aber das wird 2011 Nachteile mit sich bringen. Allein durch die gesunkene Umlagekraft (13 Prozent oder 20 Mio. Euro weniger als heuer) sinken – bei gleichem Kreisumlagenhebesatz – die Einnahmen des Landkreises um neun Millionen Euro.
Da gleichzeitig im Sozialbereich – insbesondere im Jugendbereich – die Ausgaben ebenfalls steigen (und zwar um rund 1,4 Millionen Euro – was vom Kreistag überhaupt nicht wirklich steuerbar ist – Pflichtaufgaben! –), befindet sich der Landkreis Nürnberger Land 2011 in einer Art unangenehmer Sandwich-Position: Ihm wird durch steigende Ausgaben bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen – finanziell gesehen – die Luft aus den Lungen gedrückt – auch wenn die Schlüsselzuweisungen um gut zwei Millionen Euro steigen. Viel Raum zum Atmen bleibt uns, liebe Kolleginnen und Kollegen, im Haushalt 2011 dennoch nicht. Wir werden uns auf Notwendiges und Erforderliches beschränken müssen – auf das, was auch 2011 unser Nürnberger Land weiter nach vorne bringt. Große Sonderwünsche, die uns sicherlich auch weiter helfen würden, sind 2011 nicht möglich.
2012 könnte es zwar wieder etwas besser werden, weil die Steuereinnahmen unserer Gemeinde heuer – wie gesagt – leidlich bis gut vorangekommen sind, doch angesichts der nach wie vor prekären Haushaltslage der öffentlichen Kassen, der auch in den nächsten Jahren strukturellen Defizite im Bezirkshaushalt und der Schuldenbremse, die nicht nur den Bund, sondern auch die Kommunen treffen wird, können wir vermutlich auch in den folgenden Jahren alles andere als aus dem Vollen schöpfen. Die Krise ist noch nicht vorbei – zumindest nicht für die öffentlichen Haushalte. Insbesondere im Hinblick auf die Problematik des strukturellen Defizits im mittelfränkischen Bezirkshaushalt (das noch mindestens 2012 und 2013 Erhöhungen der Bezirksumlage im gleichen Maße wie für 2011 erforderlich machen wird!) sind im nächsten Jahr eindeutige Schritte fällig. Hier ist der Freistaat Bayern gefordert, frisches Geld ins System zu geben oder strukturelle Änderungen bei den Ausgaben wie Einnahmen der Bezirke herbeizuführen.
Hier ist aber auch der Bund gefordert: Es muss endlich dafür gesorgt werden, dass Entscheidungs- und Finanzverantwortung im Sozialbereich nicht länger auseinander fallen. Wer angibt, der muss auch zahlen! Dieses Prinzip muss endlich durchgesetzt werden! Ein Bundesleistungsgesetz – meinetwegen mit einer Drittelung der Ausgaben zwischen Bund, Land und Kommunen – ist höchst diskutabel! Würde beispielsweise die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbslosigkeit vom Bund finanziert, bedeutete allein dies eine Entlastung des Landkreises um 1,5 Millionen Euro pro Jahr.
Ein Jahr lang können die Landkreise, Städte, Märkte und Gemeinden diesen Kraftakt unter Aufbietung aller Kräfte (sprich: Steuer- bzw. Umlagenerhöhung sowie Ausgabenreduzierung, Rücklagenentnahme und Schuldenerhöhung) vielleicht sogar stemmen, aber sicherlich kein zweites Mal und nicht auf Dauer – zumindest nicht, ohne dass es für die Bürgerinnen und Bürger deutlich spürbar wird. Bibliotheken, Turnhallen, Straßen, kulturelle Veranstaltungen und viele andere kommunale Einrichtungen und Aktivitäten werden darunter leiden müssen. Dies kann die kommunale Ebene mittel- und langfristig nicht selbst ausgleichen!

Dennoch – ich erwähnte es bereits – wollen wir auch 2011 unser Nürnberger Land weiter nach vorne bringen, der Entwicklung des Landkreises weitere Schübe geben. Auf unserer Agenda stehen Maßnahmen, um weiterhin die Bildungssituation zu verbessern sowie Wirtschaft und Familien im Landkreis zu fördern. Das Nürnberger Land ist und bleibt eine Region, in der es sich zu leben, zu lernen und zu arbeiten lohnt:

Im Hochbaubereich investiert der Landkreis Nürnberger Land weiter kräftig (insgesamt rund 11 Millionen Euro in 2011). Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Investitionen des Kreises in seine Schulen. Allein dafür sind im nächsten Jahr 6,8 Millionen Euro vorgesehen. Allerdings leisten wir uns hier auch nur das Nötigste, denn es werden ausschließlich die Projekte weiter betrieben, die bereits begonnen worden sind bzw. bereits für 2010 auf der Agenda standen, wegen ausbleibender Bescheide seitens der Regierung aber nicht mehr heuer begonnen werden konnten, wie die Sanierung der Realschulen in Feucht und Lauf.

In Altdorf sind wir sowohl beim Schulschwimmbad als auch bezüglich des Neubaus der Fachakademie für Sozialpädagogik auf einem guten bis sehr guten Weg. Die Planungen werden so in Angriff genommen, dass bis zum Stichtag 15. Oktober die Fördermittelanträge bei der Regierung von Mittelfranken vorliegen können. Auch die Projektierung der Hackschnitzelanlage(n) in Lauf wird weiter gehen, Haushaltsmittel dafür sind vorgesehen.

Abgeschlossen werden soll ferner der Bauabschnitt I am Ämtergebäude in Lauf. Glücklicherweise haben wir uns hier für die besonnene Variante entschieden – die Sanierung, und zwar Schritt für Schritt. So können wir hier steuern und gegebenenfalls auch Maßnahmen schieben. Das ist ein Stück weit Rettungsmöglichkeit für unsere Haushalte – als „Pufferspeicher“!

Im Tiefbau treten wir im nächsten Jahr ganz kurz. Die Einweihung der Straße und des Radwegs zwischen Burgthann und Grünsberg wird wohl für die nächste Zeit die letzte Straßenbaumaßnahme dieser Größenordnung gewesen sein. Lediglich der Radweg Günthersbühl – Lauf steht 2011 in diesem Bereich auf der Agenda. Mittelfristig müssen wir hier aber aufpassen, dass kein allzu großer Sanierungsstau entsteht. Eine gewisse (eher kurze) Zeit kann man sicher von der Substanz leben, aber eher mittel- als langfristig müssen wir auch den Tiefbau wieder mit ausreichend Mitteln versorgen. Denn das ist ein ganz einfaches Rechenexempel: Jeder Straßenkilometer kostet im Jahr eine bestimmte Summe für den Unterhalt. Bringt man die nicht auf, wird’s am Ende richtig teuer.

In der Kreisentwicklung wird im kommenden Jahr der Markenentwicklungsprozess für das Nürnberger Land thematisch die Arbeit dominieren. Unter Einbeziehung von Repräsentanten der verschiedensten gesellschaftlichen Kräfte aus dem Kreisgebiet wollen wir eine klar umrissene Dachmarke Nürnberger Land herausarbeiten, unter deren Schirm sich auch bereits etablierte Submarken aus z.B. Wirtschaft und Tourismus ohne Identitätsaufgabe wiederfinden können. Ziel ist einerseits die Stärkung der Identität des Landkreises innerhalb der Landkreisbevölkerung und die Schaffung eines klaren Images nach außen. So wie es unter den gravierend veränderten Bedingungen einer globalisierten Welt wichtig und richtig war, mit der Europäischen Metropolregion Nürnberg einen auch noch in Asien wahrnehmbaren hellen Leuchtpunkt auf die Weltkarte zu setzen, so ist es ebenfalls wichtig, auf der kleinräumigeren Ebene des Landkreises die spezifischen Leistungen, Werte und Erlebnismöglichkeiten des Nürnberger Landes zu einem unverwechselbaren Bild zusammenzufügen. Aus diesem Prozess heraus wollen wir zu einem starken Auftritt im Wettbewerb der Regionen um Zukunftsfähigkeit gelangen.

Um die Vielzahl der geplanten touristischen Handlungsfelder im Regionalmanagement auf eine systematisch und strategisch wohl durchdachte Basis stellen zu können, wird zur gleichen Zeit ein Tourismuskonzept erarbeitet werden. Neben der Bestandsaufnahme vorhandener touristischer Angebote und der Festlegung strategischer Ziele wird dort die Entwicklung einer zeitgemäßen, am Kundenverhalten orientierten Marketingstrategie vorrangig zu erarbeiten sein. Die Wiederbelebung der Kommunikation ist uns dabei besonders wichtig. Dies gilt im Verhältnis der Tourist-Informationen bzw. Tourismusvereine untereinander auf Kreisebene ebenso, wie auch zwischen den TIs und den Kunden sowie zu den Leistungserbringern aus Hotelerie und Gastronomie. Erste Schritte sind bereits erfolgt und ermutigen uns, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Die Betrachtung energetischer Fragestellungen wird aus Gründen des Klimaschutzes ebenso, wie unter dem Blickwinkel der regionalen Wertschöpfungspotenziale zunehmend bedeutsam. 2011 wird darüber zu entscheiden sein, ob und in welcher Ausprägung ein Klimaschutz- und Energiekonzept für den Landkreis beauftragt werden soll. Für Maßnahmenumsetzungen hat der Landkreis dann allerdings nur begrenzte Steuerungsmöglichkeiten. Wenn wir in diesen Fragen greifbare Ergebnisse erzielen wollen, wird es deshalb eines anschließenden gemeinsamen und abgestimmten Zusammenwirkens der kommunalen Ebenen, der Energieversorger sowie der Bevölkerung bedürfen, um die ggf. in einer Studie identifizierten Potenziale nutzen zu können.

Dank

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Jahr 2010 war nicht frei von schockierende Geschehnisse wie die Explosion der Ölplattform, die den gesamten Golf von Mexiko verseuchte, das Erdbeben in Haiti, Wald- und Torfbrände in Russland, Erdrutsche in China sowie verheerende Überschwemmungen in Pakistan mit etwa 20 Millionen Betroffene. Doch erinnert sei auch an die Opfer, die wir im Jahr 2010 in unserem Landkreis zu beklagen hatten – insbesondere bei dem tragischen Flugunglück in Lillinghof und bei dem schrecklichen Unfall am Bahnübergang in Hohenstadt, der sich erst unlängst ereignet hat. Ich denke, es gibt kaum jemanden im Landkreis, der von diesen Unglücken nicht innerlich betroffen war. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Ihnen wünschen wir viel Kraft, das Erlebte zu verarbeiten und wieder neuen Mut und neue Lebenskraft zu schöpfen.

Diese Ereignisse werfen die Frage auf, was im Leben wirklich zählt. Jeder hat da natürlich seine eigene Antwort, doch für viele Menschen zählt die Erfahrung, dass jemand für einen da ist und man für andere da sein kann. Zusammenhalt ist ihnen wichtiger als ein dickes Bankguthaben oder eine steile Karriere; Mitmenschlichkeit ist ihre Währung.

Diesen Zusammenhalt, dieses Füreinander-Einstehen gibt es – Gott sei Dank – auch in unserem Nürnberger Land. Das haben auch die Bürgerinnen und Bürger bezeugt, als es darum ging, die Folgen des Flugunfalls von Lillinghof zu mildern bzw. zu überwinden. Es gibt hier im Landkreis viele Menschen, die sich für die Gemeinschaft oder für ihre Mitmenschen einsetzen: Bürgerinnen und Bürger, die sich um Bedürftige kümmern oder unsere Vereine am Leben halten; Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihrem Standort verbunden bleiben; Verantwortliche in Institutionen oder Einzelne, die Kultur- und Sportevents sponsern. Es gibt bei uns viele Menschen, die sich nicht damit abfinden, wenn etwas nicht gut läuft, sondern selber aktiv werden und die Dinge zum Besseren wenden. Sie tragen in unseren Städten, Märkten und Gemeinden viel dazu bei, dass unser Nürnberger Land ein lebenswertes Stück Franken ist und bleibt.
So möchte ich zum Jahresausklang allen, die sich in unserem und für unser Nürnberger Land engagieren, ganz herzlich für ihre Einsatzbereitschaft und ihre tollen Leistungen danken.

Danken möchte ich überdies allen Landkreisbürgerinnen und -bürgern, die an den Feiertagen arbeiten und damit unsere Grundversorgung aufrechterhalten. Auch sie tragen viel zu einem guten Zusammenleben in unserem Landkreis bei.

Insbesondere an hohen Feiertagen denken wir an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wie Feuerwehren, THW, BRK, ASB, Polizei und Notfallseelsorger sowie – vermutlich auch aus unserem Landkreis kommend – an die Soldaten, die im Ausland Dienst tun. Sie nehmen eine viel Kraft erfordernde Arbeit auf sich oder wurden zu sicherlich nicht ungefährlichen Missionen entsandt.

Weiterhin darf ich mich bei Ihnen allen bedanken, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Kreistag. Die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen im Kreistag sowie zwischen Kreistag und Verwaltung klappt – fast – immer reibungslos und einwandfrei auf einer professionellen und sachlichen Ebene. Als kleines Dankeschön haben wir uns gedacht, Sie alle nicht im Regen bzw. Schnee stehen zu lassen: Sie dürfen heute einen Schirm mit Wappen und Schriftzug des Landkreises mit nach Hause nehmen.
Ich danke ferner meinen Stellvertretern Norbert Reh, Achim Dobbert und Andreas Kögel für die immer fleißige und loyale Unterstützung zum Wohle unseres Landkreises.
Und ich danke Ihnen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Landratsamt, für das gute und vertrauensvolle Miteinander.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ein spannendes Jahr liegt vor uns: 2011 bringt neue politische Weichenstellungen, denn nächstes Jahr finden sechs Landtags- und etliche Kommunalwahlen statt. Neue Koalitionen sind denkbar – mit Auswirkungen bis in die Bundespolitik.

Franz von Assisi hat einmal gesagt:

„Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“
Lassen Sie uns, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Bürgerinnen und Bürger, so zuversichtlich wie einst Franz von Assisi das neue Jahr angehen. Diese Zuversicht brauchen auch wir, wenn wir in unserem Nürnberger Land, in unseren Städten, Märkten und Gemeinden auch 2011 etwas bewegen und die Lebensqualität halten und verbessern wollen. Tun wir also erst das Notwendige, dann das Mögliche und vielleicht schaffen wir – gemeinsam – dann ja auch das Unmögliche.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Bürgerinnen und Bürger, frohe und gesegnete Feiertage und alles Gute für das neue Jahr.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

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