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Aschermittwoch

Politischer Aschermittwoch in Deggendorf

Sachlichkeit statt „Drauf-Hauen“

Armin Kroder und Freie Wähler aus dem Nürnberger Land beim politischen Aschermittwoch 

DEGGENDORF – Der politische Aschermittwoch ist traditionell ein Tag des verbalen „Drauf-Hauens“ auf den politischen Gegner. Dass es auch etwas seriöser geht, bewies Landrat Armin Kroder in der Stadthalle von Deggendorf. Begleitet von 70 begeisterten Freien Wählern aus dem Nürnberger Land hatte der stellvertretende Landesvorsitzende der Freien Wähler als Hauptredner neben Bayerns FW-Chef Hubert Aiwanger seinen ersten großen Aschermittwochs-Auftritt.

Es ist 6.25 Uhr: Ein trotz eisiger Kälte und morgendlicher Frühe gut gelauntes Grüppchen um Altlandrat Helmut Reich wartet am Laufer Landratsamt darauf, von den beiden Bussen nach Deggendorf eingesammelt zu werden. Organisiert haben die Fahrt die Freien Wähler um Bürgermeister Werner Wolter und Georg Steger aus Hartenstein. Kreis- und Gemeinderäte sowie „Fans“ von Lungsdorf über Alfeld, Lauf und Altdorf wollen ihren jungen Landrat auf der großen politischen Bühne unterstützen. Ausgestattet mit Semmeln, Kaffee, „Sitzkissla“ und gespannter Freude steigen alle in den Bus. Munter geht es dann dort über alte Bundeswehrzeiten, den Sinn von Kreisverkehren oder den Erfolg des Winterdienstes. Natürlich ist auch der Wahlsieg von Robert Ilg in Hersbruck ein großes Thema: Er wird wohl ein schweres Erbe antreten, so der Tenor. 

Zweites Frühstück als Stärkung

Viertel vor acht rollen die beiden Busse an Regensburg vorbei. Für viele Mitfahrer ist der politische Aschermittwoch eine Premiere: Werden sie alle zusammen sitzen können? Was wird „ihr Armin“ wohl sagen? Wird er Gas geben? Zünftige Bierzeltstimmung erwartet Aschermittwochs-Neuling Joachim Lang, FW-Kreisvorsitzender und Bürgermeister in Leinburg: „Das ist eine tolle Sache für uns, dass Kroder so nahe an der Landesspitze dran ist.“ Die ersten packen bereits das zweite Frühstück aus.

Gegen halb neun ist die Deggendorfer Stadthalle erreicht und mit einer Tasche voller geschenkter FW-Werbeutensilien bepackt beginnt der Kampf um die besten Plätze, ganz vorne vor der Bühne. Ingrid und Gerhard Kroder, die stolzen Eltern des Landrats, haben dort ebenso ihren Platz wie Hersbrucks künftiger Bürgermeister Robert Ilg und seine Familie, die im Auto angereist sind. Das Hallo und die Glückwünsche zum Wahlsieg sind groß. Die Stimmung bei der stärksten lokalen Abordnung in der 1000-Mann-Halle ist gelöst: Digitalkameras werden für Erinnerungsfotos ausgepackt, bei der Marschmusik der Jugendblaskapelle Plattling sind die heimischen Freien Wähler mit Klatschen und Pfeifen dabei, Papa Kroder juchzt gar vor Freude.

Kurz vor 10 Uhr: Kaum dem Dienstwagen entstiegen, haben Armin Kroder und seine Frau Britta – stilecht im schwarzen Dirndl – nur wenig Zeit, Freunde und Anhänger zu begrüßen, denn der zünftige Einmarsch mit Hubert Aiwanger steht an. Beim Entrollen des Plakats „Die FW Nürnberger Land grüßen Deggendorf“ strahlt Kroder übers ganze Gesicht. Bei Bier und Breze lauschen die Fahrer aus dem Nürnberger Land aufmerksam den ersten Grußrednern und klatschen laut, was sie zu einem beliebten Kameramotiv des BR macht. 

Fränkische Sachlichkeit

Vor so vielen Menschen hat der zweitjüngste Landrat noch nie gesprochen. Etwas aufgeregt ist er deshalb schon, wie er hinterher zugibt: „Aber Lampenfieber ist gut für die Konzentration, dann ist man wach.“ Das sind auch die Mitgereisten aus dem Nürnberger Land, die jedes Wort „ihres Armin“ aufsaugen. Nach einem kräftigen „Pack mer’s“ spricht Kroder rund eine Stunde lang über Sachpolitik auf Welt-, EU-, Bundes- und Landesebene. Sein Tenor dabei: „Wer Nieten in Nadelstreifen“ oder ähnliche Beschimpfungen hören will, muss woanders hingehen.“ Dafür wird er mit einem ersten Zwischenapplaus belohnt. Beleidigungen sind in Kroders Rede tatsächlich Fehlanzeige, scharfe Worte findet er trotzdem: Falsche Aussagen von Politikern gegenüber den Bürger nennt er eine Frechheit, auch die Lobbyisten bleiben nicht ungeschoren. Trotz ernster Themen wie Klimapolitik, Wirtschaftskrise oder Hartz IV ist immer Zeit für einen Witz. Seine Vergleiche und Beispiele aus dem Alltag der Zuhörer über Gurken oder Traktorensitze, die er in Fränkisch zum Besten gibt, verleihen Kroder Authentizität. Das kommt gut an in der Halle, ebenso seine Sachlichkeit.

Merklich steigt des Landrats Blutdruck bei der Bildungspolitik: „Es kann doch nicht sein, dass es nicht wichtig ist, was der glaa Zwerg in der Birne hat, sondern der Papa im Geldbeutel!“ Dafür erntet Kroder Bravo-Rufe und viel Applaus. Den Gästen aus dem Nürnberger Land hat „ihr Armin“ gut gefallen. Und auch Ehefrau Britta meint strahlend, dass ihr Mann diese „neue Herausforderung bestens gemeistert“ hat.

Blitzlichtgewitter und tosender Applaus der FW-Familie begleiten den Auftritt Hubert Aiwangers. Beim Landeschef bekommen alle Parteien in scharfen Worten ihr Fett weg: „Gelbsucht“ der FDP, „schwarzer Kohlenkeller mit Leichen und Untoten“ bei der CSU, die „Bayern an die Wand gefahren“ habe, „keine Transparenz bis zur Unterhose“ beim „Gendreck“ sind nur einige seiner markigen Boshaftigkeiten. Unten am Biertisch gefällt´s: „Das muss denen doch so gesagt werden!“.

Stolz auf den Vize-Chef

Nach 60 Minuten lautstarker Rhetorik und ausladender Gestik ist Aiwanger heiser, das Publikum zufrieden. Öffentlichkeitswirksam wirft der Landeschef noch Blumen in die Menge, bevor er sich ein letztes Mal mit Kroder auf der Bühne zeigt. Kurz vor 13 Uhr intonieren der bayerische Einheizer und die personifizierte fränkische Sachlichkeit zum Abschluss mit ihren Anhängern voller Inbrunst die Bayernhymne.

Kroder bleibt nicht viel Zeit für die Mitgereisten aus der Heimat. Seine Freude über die Unterstützung ist groß, jedem einzelnen dankt er herzlich. Zurück im Bus sind die Kroder-Fans stolz auf ihren Vize-Chef, konnten aus seiner Rede mehr an Inhalt mitnehmen. Aiwanger setzte halt auf Emotionen. „Aber so haben sie sich nichts gegenseitig weggenommen“, bilanziert Lang.

Am späten Nachmittag verlassen die ersten zwar geschafft, aber fröhlich den Bus. Organisator Steger ist hochzufrieden. Die Planungen für den politischen Aschermittwoch 2011 laufen schon.

Quelle : Andrea Pitsch, Hersbrucker Zeitung

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