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18.03.2008

LAUF (gz) – Mit einer klaren Mehrheit von 59,8 Prozent hat Armin Kroder (FWG) die Stichwahl um das Landratsamt gegen Norbert Dünkel gewonnen. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 47,7 Prozent gegenüber 64,7 Prozent vor zwei Wochen. Im Landkreis Amberg-Sulzbach holte Richard Reisinger (CSU) 65 Prozent gegen Amtsinhaber Armin Nentwig (SPD). Eindeutiges Ergebnis auch bei der Bürgermeisterwahl in Lauf: Als erster grüner Bürgermeister in Mittelfranken gewann Benedikt Bisping mit 62,8 Prozent vor Rainer Deuerlein (CSU) die Nachfolge von Rüdiger Pompl (CSU).

Der gestrige Abend war die etwas andere „Kreistagssitzung“ im großen Sitzungssaal. Kurz nach 18 Uhr füllten sich die Bänke mit überwiegend Anhängern der Freien Wähler, die schon gegen 18.15 Uhr bei den ersten Meldungen aus Röthenbach und Alfeld Grund zum Jubeln hatten. Bei allen Meldungen aus den einzelnen Gemeinden lag ihr Kandidat Armin Kroder vorn. Der eilte vorerst noch mit angespanntem Gesicht von auf ihn gerichteter Fernsehkamera zu hingehaltenem Mikrofon, vergewisserte sich im Stimmenzählzentrum immer wieder über die einlaufenden Ergebnisse.

Schon bald stabilisierte sich der Vorsprung der Freien. Von den CSU-Vertretern saß vorerst nur als einer von wenigen Engelthals Bürgermeister Günther Rögner im Saal, der aus seiner Gemeinde aber auch nur ein Patt von 321 zu 321 Stimmen melden konnte. Während Armin Kroder zwischendurch Vater, Mutter und die gesamte Familie im Landratsamt begrüßte, kam im großen Saal unter seinen Anhängern erstmals lautstarker Jubel auf. Denn zwischendurch wurde dort das Bürgermeister-Wahlergebnis aus Lauf gemeldet: Der auch von den Freien unterstützte Grünen-Bewerber Benedikt Bisping hatte die Stichwahl mit fast 63 Prozent überraschend deutlich für sich entschieden.

SPD- und Grünen-Kreisräte ließen sich praktisch gar nicht blicken. Um 18.50 Uhr schließlich, als noch gar nicht alle Gemeinden ausgezählt waren, rauschte ein strahlender Norbert Dünkel in den Sitzungssaal ein und gratulierte dem Wahlsieger Kroder mit persönlichen Worten: „Ich wünsche dir alles Gute für den Landkreis und stehe bereit, wenn du einen Rat brauchst.“ Der Verlierer hatte auch schon sein Statement für die Presse und die Kamera des Bayerischen Fernsehens dabei: Die CSU habe sich viel Mühe in einem fairen und engagierten Wahlkampf gegeben. Jetzt sei es wichtig, dass alle Fraktionen im Kreistag wieder miteinander zusammenarbeiten, um das Nürnberger Land innerhalb der Metropolregion Nürnberg gut zu positionieren. Die eigene Niederlage erklärte Dünkel mit „landespolitischen Dingen“. Denn im ganzen Landratswahlkampf habe es kein Thema gegeben, für das seine Partei hätte abgestraft werden können. Allerdings sei es für die CSU zuletzt schon schwer gewesen gegen eine Allianz von Rot, Grün und Freien. Der Wähler habe wohl, siehe auch Lauf, neue Gesichter bevorzugt. Damit müsse man zurechtkommen.

Während dann die Kameras zum Sieger hinschwenkten, zeigte der Unterlegene Steher-Qualitäten. Zu Mitarbeitern des Landratsamtes sagte der Lebenshilfe-Geschäftsführer Dünkel scherzhaft: „Das Landratsamt bekommt den Chef, den es sich wünscht und die Lebenshilfe behält den Chef, den sie sich wünscht.“ Und zu den eigenen Parteifreunden wie Marlene Mortler und Kurt Eckstein, denen der Schock ins Gesicht geschrieben stand: „Was schaut ihr denn so, es ist ja keiner gestorben.“

In Armin Kroders Gesicht war inzwischen das Sieger-Lächeln eingekehrt, vor allem als immer mehr Parteifreunde und Kumpel an ihn zum Gratulieren herandrängten. In einem ersten Statement versicherte auch er, mit allen demokratischen Parteien im Kreistag zusammenarbeiten zu wollen. Der Wahlkampf der Freien, die sich auf Sachthemen und Personen konzentriert hätten, habe zum Erfolg geführt. Die Stimmung für den Wechsel sei bei der letzten Wahlveranstaltung für Grünen-Bürgermeisterkandidat Bisping in Lauf spürbar gewesen, wo auch Nürnbergs OB Maly auftrat. Von der Reporter-Nachfrage darauf hingewiesen, versicherte Kroder, dass mit ihm als neuer Landrat eigentlich kein Wechsel, sondern Kontinuität erzielt sei. Das Amt bleibt in den Händen der Freien Wähler.

Darüber freute sich auch der scheidende Landrat Helmut Reich, der die eigene „ehrliche Wahlkampfführung“ lobte und seinem jungen Nachfolger „eine glückliche Hand und Gottes Segen“ wünschte. Reich drückte auch Dünkel die Hand in der Hoffnung, dass der Wahlkampf keine Wunden hinterlasse.

Die CSU-Vertreter zogen sich erst einmal zurück, um ihre eigenen Wunden zu begutachten. Die „Kreistagssitzung“ am Wahlabend entwickelte sich zunehmend zur Sektparty der FWG.

 

Quelle : Hersbrucker Zeitung (HZ)

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