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26. Januar 2010

Mit Etikettenschwindel ist es nicht getan!

Dr. Paul Kupser, Pressereferent Bezirk Mittelfranken

Pressemitteilung der Freien Wähler Mittelfranken:

Die von der CSU und der Staatsregierung geplante Umwandlung der Hauptschule in Mittelschulen ist keine Lösung der Bildungsmisere in Bayern

Der Freie Wähler Bezirksvorstand Mittelfranken und der Stadtverband Nürnberg der Freien Wähler trafen sich zu einem politischen Gedankenaustausch in Nürnberg. Im Mittelpunkt des politischen Gesprächs stand vor allem die gescheiterte Bildungspolitik der CSU. Seit Jahren versucht man mit markigen Worten und Aktionen die Hauptschule aufzuwerten und dennoch laufen dieser die Schüler davon. Nun soll laut CSU die Umbenennung in Mittelschulen die Rettung versprechen! Außer dem Namen ändert sich aber kaum etwas: Die Lehrer bleiben die gleichen, ebenso die Schüler und die Inhalte. „Das ist ein Etikettenschwindel ersten Ranges“, stellte Jürgen Dörfler, der Vorsitzende des Stadtverbandes Nürnberg, resümierend fest. Walter Schnell, der Bezirksvorsitzende von Mittelfranken, ergänzte: „Das kommt mir vor wie eine Notoperation an einem todkranken Patienten!“ In den zurzeit laufenden „Dialogforen“ wird das Konzept nicht kritisch diskutiert, sondern den anwesenden Kommunalpolitikern, Eltern und Pädagogen „schmackhaft“ gemacht. Walter Schnell: „Hier wird das Versagen der bayerischen Schulpolitik in den Verantwortungsbereich der Kommunen abgewälzt. Scheitert das Konzept Mittelschule kann man die Schuld den Kommunen zuweisen.“

Das kultusministerielle Vorhaben „Mittelschule“ ist ohne Konzept, strukturell und inhaltlich völlig unausgegoren und letztendlich planlos. Einig waren sich die Anwesenden, dass noch viele Fragen ungeklärt wären, z.B. der Schülertransport, die Organisation der praktischen Fächer, die schulorganisatorische Verankerung der Verbünde, die fehlenden Lehrer und eine klare Verankerung in der Schulstruktur.

Durch die Gründung sog. Schulverbünde besteht die Gefahr, dass durch die Bildung größerer Klassen sogar Lehrer eingespart würden. Das ist pädagogisch völliger Unsinn, da gerade die Hauptschüler auf individuelle Hilfen angewiesen sind.

Die Freien Wähler fordern den Minister endlich zur Umkehr auf. Eine vernünftige, nachhaltige Bildungspolitik brauche mehr Lehrer, ein differenziertes Kurs- und Fördersystem, die konsequente Einführung der Ganztagsschule und kleine Klassen.  Mittelfristig ist nur eine Strukturvereinfachung sinnvoll und der Abbau der Stigmatisierung der Hauptschüler durch ein konsequent umgesetztes Sekundarstufen-Schulsystem, das allen Begabungen gerecht wird! Für die Freien Wähler in Nürnberg und Mittelfranken steht fest, dass dies auf Dauer nur ein zweigliedriges Schulsystem leisten kann.

Walter Schnell: „Jahrzehntelange Lippenbekenntnisse der CSU und Schönreden einer gescheiterten Bildungsidee reichen nicht mehr aus! Unsere Schüler verdienen mehr als einen weiteren schon bald überholten Etikettenschwindel!“

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