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1. September 2010

Freie Wähler: Praxensterben im ländlichen Raum entgegenwirken

MdL Dr. Peter Bauer, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Wähler im Landtag

 

ROTH/SCHWABACH/HILPOLTSTEIN - Die Freien Wähler (FW) im Landkreis Roth wollen dem drohenden Hausärztemangel insbesondere im ländlichen Raum entgegenwirken. Eine entsprechende Position wurde bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Freien Wähler in Greding verabschiedet. Junge Ärzte brauchen nach einhelliger Auffassung der Freien Wähler Anreize, damit sie gerade in den ländlichen Regionen Praxen eröffnen oder weiterführen.

Um die Tätigkeit der Hausärzte attraktiver zu machen, fordert FW-Kreisvorsitzender Hermann Kratzer auch auskömmliche Honorare für die Mediziner.  Auch die Möglichkeit von „Filialpraxen“ sollte es geben, in denen ein Hausarzt zeitweise arbeitet. Die wohnortnahe medizinische Grundversorgung müsse in einem modernen Sozialstaat eine Selbstverständlichkeit sein, erklärte dazu stv. Landrat Walter Schnell. Das von MdL Dr. Peter Bauer, dem  gesundheitspolitischen Sprecher der Freien Wähler, ins Gespräch gebrachte Konzept zur Entwicklung des Gesundheitswesens in Deutschland sei der richtige Weg um den derzeitigen und künftigen Anforderungen an das Gesundheitswesen gerecht zu werden.

Nach den Plänen der Regierung soll die ambulante Versorgung in Zukunft von sog. medizinischen Versorgungszentren durchgeführt werden. Die Freien Wähler fürchten, dass dabei das Patientenwohl nicht mehr im Vordergrund stehen dürfte, da diese als Aktiengesellschaften nach den Prinzipien der Gewinnmaximierung betrieben werden können.

Nicht vergessen werden sollten die Schwierigkeiten, denen sich viele Facharztpraxen ausgesetzt sehen, so Dr. Ulrich Karl, Zahnarzt und Marktrat in Allersberg. Auch hier beobachte man ein Praxensterben im ländlichen Raum und die Abwanderung gut ausgebildeter Mediziner ins besser bezahlende Ausland. Der Gredinger Bürgermeister Manfred Preischl fordert schließlich die Streithähne in den Regierungsparteien auf, endlich die ideologischen Gräben zu überwinden und gemeinsam ein bezahlbares und menschenwürdiges Gesundheitssystem zu bauen.

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