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Bayerns Bildung - REIF für die Zukunft

Ein Bildungskonzept für lebenslanges Lernen vor, während und nach der Schule.

© contrastwerkstatt - Fotolia.com

Das bayerische Bildungssystem steht angesichts der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen im sozialen, familiären und ethnischen Bereich sowie des demographischen Wandels sowie der Umsetzung der Inklusion vor großen Herausforderungen.


Neben einem eklatanten Rückgang der Geburten- und damit Schülerzahlen in vielen Regionen hat auch die Heterogenität der Kinder und Jugendlichen in einem Maße zugenommen, für die die bisherigen schulischen und bildungspolitischen Gegebenheiten nicht mehr ausreichen.

Bildung ist ein komplexes Thema und längst nicht auf den Bereich Schule beschränkt. Wir FREIEN WÄHLER fordern deshalb ein Gesamtkonzept Bildung, angefangen von der frühkindlichen Bildung über die Schule und später Hochschule bis hin zur Erwachsenenbildung - also ein Gesamtkonzept vor, während und nach der Schule. Mit anderen Worten: Wir wollen ein Konzept für lebenslanges Lernen!

So sind nicht nur viele Schulstandorte in Gefahr, sondern auch die Betreuung und das Unterrichten der Kindern, Schüler, Studierenden und Erwachsenen erfordert neue Maßstäbe und Herangehensweisen, dem wir mit der Regionalen Entwicklung individueller Förderung (REIF) begegnen wollen. Das Bayerische Bildungssystem steht vor gewaltigen Veränderungen, denen sich die FREIEN WÄHLER stellen wollen.

Das REIF-Konzept

Regional:
Wir wollen die Entscheidungsträger vor Ort (Schulfamilie, Kommunalpolitiker etc.) in Abstimmung mit dem Kultusministerium entscheiden lassen, wie in ihrer Bildungsregion (Landkreis oder darüber hinaus) ein möglichst flächendeckend vorhandenes hochwertiges Bildungsangebot für die Zukunft aussieht. Im Bereich der Hochschulen wollen wir die Zusammenarbeit mit Bildungsträgern vor Ort (Uni Würzburg hat z.B. Verträge mit Gymnasien der Region) anstreben.

Entwickeln:
Wir wollen ein Bildungssystem mit Perspektive schaffen, dabei das bestehende System optimieren und passgenaue Lösungen vor Ort durch neue Modellschulen – aber auch neue Formen der frühkindlichen wie erwachsenenpädagogischen Bildung – ermöglichen. Dies soll zum Erhalt möglichst vieler Schulstandorte und zum Aufbau neuer attraktiver Lernorte mit einem höchstmöglichen Bildungsangebot führen.

Individuell:
Wir wollen eine qualitative individuelle Förderung für jedes Kind, jeden Studierenden und jeden Erwachsenen, die die Eigenheiten jeder Persönlichkeit berücksichtigt. Das bedeutet für den Schulunterricht, dass Lehrkräfte durch ein verbindliches Pädagogen-Trio aus Förderlehrer, Inklusionslehrer und Sozialpädagogen an jeder Schule unterstützt werden und kleinere Klassen (bis maximal 25/20) ermöglicht werden.

Fördern:
Wir wollen eine quantitative individuelle Förderung durch mehr Lehrpersonal (Erzieherinnen, Schul- und Hochschullehrer sowie Erwachsenenpädagogen). Für die Schulen bedeutet dies u.a. eine höhere, schulbezogene Lehrerstundenzuweisung, die aus einer ausreichenden, schülerunabhängigen Pflicht-Zuweisung sowie einer deutlich erhöhten Förderzuweisung (Differenzierungsstunden) besteht und regionale (strukturschwache ländliche Räume) wie soziale Milieus (Großstadt-Brennpunktschulen) gleichermaßen zusätzlich berücksichtigt.

I. Frühkindliche Bildung


Talente erkennen, begleiten, fördern
Im Mittelpunkt steht das Kind. Es hat ein Recht auf individuelle Bildung und Förderung. Sein Talent muss erkannt, begleitet und gefördert werden.

Bei der Kleinkindbetreuung müssen die Familien selbst die Wahl haben, welches Betreuungsmodell sie bevorzugen. Ob die Eltern Vollzeit oder Teilzeit berufstätig sind, die Betreuung der Kinder innerhalb der (Groß-)familie oder durch flexible Tagesmütter organisieren oder öffentliche Betreuungseinrichtungen in Anspruch nehmen, soll ausschließliche Entscheidung der jeweiligen Familie sein. Ideologien haben hier nichts zu suchen und werden auch der Lebenswirklichkeit nicht gerecht. Der Staat muss die Rahmenbedingungen schaffen, welche die Erwerbstätigkeit der Mütter und/oder Väter zulassen.

Das zeitliche Angebot für Kinderbetreuung muss dringend mehr an die Bedingungen der modernen Arbeitswelt angepasst werden. Bei einer Berufstätigkeit von ca. acht Stunden müssen die Betreuungseinrichtungen somit flexibler geöffnet haben. Vor allem Unternehmen, in denen vermehrt abends oder am Wochenende gearbeitet wird, sollten Anreize und Hilfestellung zur Errichtung eigener Kinderbetreuungsangebote erhalten.

Für die qualifizierte frühkindliche Betreuung ist es unumgänglich, dass genügend Zeit für das einzelne Kind bleibt. Dies erreichen wir durch eine pauschale Sockelfinanzierung, die auch Zeit für Leitung, Vorbereitung und Elterngespräche in allen Betreuungseinrichtungen berücksichtigt. Für eine bessere und frühzeitige Förderung von Sprache, Musik, Motorik und Sozialkompetenz ist eine höhere Betreuungsintensität je Kind angesagt, also eine weitere Absenkung des Betreuungsschlüssels. Dies verursacht natürlich Kosten, die aber als gesamtgesellschaftliche Investition anzusehen sind und damit nicht bei den Kommunen abgeladen werden dürfen. Der Freistaat ist hier gefordert, in diese „Zukunftsaufgabe mit hoher Rendite" zu investieren.

Der bürokratische Aufwand bei der regelmäßigen – vielfach monatlichen - Datenerfassung und Finanzierung muss abgebaut werden. Ein gemeinsames kostenloses Mittagessen für alle Kinder ohne komplizierte und lebensfremde Buchhaltung oder Vereinfachungen beim Thema „Gewichtungsfaktoren" sind hier beispielhaft zu nennen.

Die Attraktivität des Berufsbildes Erzieherin muss dringend erhöht werden. Für die Betreuung und Bildung unseres Nachwuchses brauchen wir bestens ausgebildetes und motiviertes Personal, das bereits jetzt schwer zu finden ist. Erzieherinnen brauchen deshalb eine bessere Bezahlung und sichere Arbeitsplätze. Sie üben einen ehrenwerten Beruf aus, der ein vernünftiges Auskommen - auch für eine Familie – ermöglichen muss. Auch hier ist der Freistaat mehr in die Pflicht zu nehmen.

Frühkindliche Bildung für jedes Kind ist die Basis für Chancengleichheit beim späteren schulischen und beruflichen Lebensweg - der Staat ist verantwortlich für die Rahmenbedingungen, unter denen Eltern ihre Kinder bekommen und erziehen wollen!

II. Schulische Bildung


Wir wollen mehr Eigenständigkeit (personell, finanziell) für Schulen, kleinere Klassen (Höchstgrenze: 25 Schüler an weiterführenden Schulen, 20 an Grundschulen) und mehr pädagogisches Personal (Förderlehrer, Inklusionslehrer, Schulsozialarbeiter verbindlich an jeder Schule) sowie einen gezielten, qualitativen und flächendeckenden Ausbau zu Ganztagsschulen.

Wir FREIE WÄHLER bekennen uns grundsätzlich zum gegliederten Schulwesen. Wir wollen jedoch überall dort, wo das bestehende Schulsystem an Grenzen stößt, mit dem Schaffen regionaler Schulmodelle passgenaue Lösungen vor Ort ermöglichen.

Wir wollen mit einem Schulentwicklungsplan, den die Entscheidungsträger vor Ort, erstellen, das bestehende System weiter entwickeln. So können passgenaue Lösungen vor Ort durch geschickte Ressourcennutzung der bestehenden Schulen unter Berücksichtigung der speziellen Gegebenheiten im ländlichen oder städtischen Raum verwirklicht werden.

Die Veränderungen in der Schullandschaft rechtfertigen auch ein differenziertes Herangehen an Schulen im ländlichen Raum und rein städtischen Milieus. Deshalb brauchen wir keine zentralistisch verordnete Bildungspolitik, sondern flexiblere Lösungen und von den Verantwortlichen der Schulfamilie und Politik vor Ort entworfene regionale Schulmodelle.

Wir FREIEN WÄHLER wollen eine stärkere Vermittlung von Werten und Sozialkompetenzen im Unterricht. Dazu wollen wir eine flächendeckende Ausweitung einer qualifizierten Ganztagsbeschulung. Wir wollen Parallelstrukturen zwischen Halbtags- und Ganztagsschulen abbauen. Wir wollen ein durchdachtes Konzept im Ganztagsbetrieb mit verstärkter Kooperation zwischen Schulen und Vereinen/ Musikschulen und eine stärkere Gewichtung von Musik, Kunst und Sport im Ganztagsbetrieb (mindestens vier der zwölf Stunden).
Wir fordern an den Schulen durch spezielle Projekte oder Lehrmethoden (z.B. Service Learning) ehrenamtliches und soziales Engagement der Schüler/innen zu fördern und anzuerkennen.

Die Lehrpläne müssen in allen Schularten auf ihre Nachhaltigkeit überprüft werden, so dass erlerntes Wissen und Kompetenzen den Anforderungen und Zielen des jeweiligen Schulabschlusses entsprechen.

Wir wollen keine ideologische und zentralistische Bildungspolitik, sondern pragmatische, gut durchdachte Lösungen, die gemeinsam mit den Beteiligten entwickelt werden sollen.

III. Hochschulbildung


Die Studierenden im Mittelpunkt


Für uns FREIE WÄHLER stehen die Studierenden im Zentrum unserer Hochschulpolitik. Wir sind der Auffassung, dass wir für ein bereicherndes, gesellschaftliches und politisches Zusammenleben eigenständig denkende, kritische Bürger benötigen. Aus diesem Grundverständnis leiten sich unsere zentralen Forderungen ab:

Es ist unser Ziel, Studiengebühren für ein Erststudium abzuschaffen, um so den Zugang zur Hochschulbildung allen Studierwilligen und -berechtigten zu ermöglichen. Hochschulfinanzierung ist Sache des Staates, die Last der Hochschulfinanzierung darf nicht den Studierenden aufgebürdet werden.

Wir fordern ein breit zugängliches Stipendiensystem, eine ausreichende BAföG-Förderung und mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende an den Hochschulstandorten ein, denn nur wenn allen Studierwilligen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – der Zugang zu Hochschulbildung ermöglicht wird, kann auch dem Akademiker- und Fachkräftemangel langfristig erfolgreich begegnet werden.

Wir setzen uns für die die Stärkung der demokratischen Mitbestimmung der Studierenden in den verschiedenen Gremien (z.B. Hochschulrat, Senat) sowie eine transparente Hochschulpolitik (z.B. Öffentlichkeit der Sitzungen) ein, denn unsere Studierenden sollen aktiv bei der Gestaltung der Studienbedingungen vor Ort mitwirken können.

Wir fordern mehr Internationalität im Studium, denn interkulturelle Kompetenz ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. So wäre es wünschenswert, wenn jedes Bachelorstudium ein Auslandssemester beinhalten würde und die im Ausland erbrachten Studienleistungen an bayerischen Hochschulen flexibel anerkannt werden.

Wir fordern eine Verschlankung der zeitlich eng gestalteten und inhaltlich überladenen Bachelor-Studiengänge. Die Studierenden brauchen mehr zeitlichen und inhaltlichen Gestaltungsspielraum.

Wir setzen uns für eine angemessene Bezahlung und Ausstattung unseres Lehrpersonals und des akademischen Mittelbaus ein, denn nur durch verbesserte Arbeitsbedingungen sichern wir langfristig die Qualität der Lehre an den bayerischen Hochschulen.

Wir wollen Hochschulen sowohl in den Ballungszentren als auch im ländlichen Raum gleichermaßen fördern.

Wir setzen uns dafür ein, dass an den Hochschulen durch spezielle Projekte oder Lehrmethoden (z.B. Service Learning) ehrenamtliches und soziales Engagement an den Hochschulen gefördert und anerkannt wird.

IV. Erwachsenenbildung


Erwachsenenbildung ist nach unserer Auffassung ein eigenständiger, gleichberechtigter Hauptbereich des Bildungswesens. Das Lernen im Lebenslauf muss das Ziel verfolgen, zur Selbstverantwortung und Selbstbestimmung des Menschen beizutragen. Wir wollen das Gesetz zur Erwachsenenbildung in vielen Bereichen reformieren und die Angebote im Sinne eines lebenslangen Lernens ausbauen:

Wir wollen ein breites Weiterbildungsangebot wie z.B. Angebote zur Nachholung der grund-legenden Bildungsabschlüsse, Schulungen zur. Medienkompetenz, Kurse zu Gesundheits- und Umweltbildung und Bildungsangebote zu Familienfragen und Werteerziehung.

Wir wollen viel stärker als bisher bildungsferne Schichten für lebenslanges Lernen erreichen.

Bildungsanreize wie zum Beispiel Bildungsgutscheine und Weiterbildungsdarlehen müssen verstärkt zum Einsatz kommen.

Wir wollen, dass die staatlichen Mittel für die Erwachsenenbildung deutlich aufgestockt werden.

Bildungspolitik wird heute immer noch viel zu stark als Schulpolitik angesehen; sie ist aber weit mehr: nämlich das Lernen im Lebenslauf, das gemeinwohlorientiert, flächendeckend und qualifiziert arbeiten muss.

V. Inklusion


Die FREIEN WÄHLER bekennen sich ausdrücklich zur Umsetzung der UN-Konvention zur Inklusion. Wir sehen sie als einen langfristigen Prozess, bei dem alle am Bildungsprozess Beteiligten zusammenarbeiten müssen.

Dabei wollen wir bewährte Strukturen (Fördereinrichtungen) erhalten und inklusive Beschulung überall dort ermöglichen, wo sie sinnvoll umsetzbar ist. Dabei dürfen die Kosten für die Inklusion nicht einseitig den Kommunen aufgelastet werden. Wir wollen unabhängige Beratungsstellen für Fragen der Inklusion, einen deutlichen Ausbau des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes, qualifizierte Schulbegleitung und Ansprechpartner an den Hochschulen für die Belange der Inklusion.

Im Bereich der schulischen Inklusion müssen die Klassengrößen und die Richtlinien zur Klassenteilung den Erfordernissen der Inklusion angepasst und der Inklusionsgedanke in der Lehrerbildung verankert werden

Download der Resolution als PDF-Datei

Resolution_Bayerns_Bildung_-_REIF_für_die_Zukunft.pdf261 KB