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Aktuelles

Straßenausbau: Wiederkehrende Beiträge bald auch im Landkreis Augsburg?

Kreisräte der FREIEN WÄHLER haben sich im pfälzischen Pirmasens über ein Erfolgsmodell informiert.

Unsere Kandidaten für die Bundestagswahl

finden Sie unter www.7-schwaben-fuer-berlin.de.

SOMMERFEST

Sonntag, 20. August 2017

Stadelbräu Adelsried

Energiewende vorantreiben

Mit Bezug zur Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses des Landkreises Augsburg am 22.05.2017 in der bifa Umweltinstitut GmbH in Augsburg-Lechhausen fordern die Freien Wähler ein beherzteres Vorgehen bei der Energiewende im Landkreis.

Bundestagswahl

Dr. Markus Brem einstimmig zum schwäbischen Spitzenkandidat zur Bundestagswahl gewählt.

ÖPNV-Tarifgipfel

Drei Zonen sind genug: Parteifreie im AVV-Tarifgebiet machen sich für ländlichen Raum und regionalen Mittelstand stark und initiieren einen ÖPNV-Gipfel.

Klausurtagung FW Schwaben

Teilnahme an der Bundestagswahl beschlossen.

Aktuelle Pressemitteilungen

zu den politischen Themen im Landkreis Augsburg finden Sie hier.

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Fraktionsfahrt nach Thüringen

4.10.2016

Freie Wähler Kreistagsfraktion besucht Kommunalpolitiker in Thüringen

Fraktionsfahrt in den Landkreis Sömmerda wirft zahlreiche Fragen der kommunalpolitischen Gestaltung auf

 

Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler im Landkreis Augsburg führte vor wenigen Tagen ihre diesjährige Informations- und Bildungsreise mit dem Schwerpunkt „Wirtschafts- und Regionalpolitik“ nach Thüringen durch. Organisiert wurde die Fahrt von der Fraktionsspitze um Johann Häusler, Fabian Mehring und Markus Brem, wobei vor allem die beruflichen und politischen Netzwerke des Landtagsabgeordneten Häusler den Zugang zu zahlreichen Detail- und Hintergrundinformationen erst ermöglichten und somit die Reiseteilnehmer einen besonderen Mehrwert und Erkenntnisgewinn aus den fachlichen Inhalten der Fahrt mitnehmen konnten.

Das erste Reiseziel war die Agrargenossenschaft Geratal in Andisleben in der Region Erfurt. Dort arbeiten 80 Personen auf 3.600 Hektar Land in der Nachfolgegesellschaft einer ehemaligen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft der DDR. 650 Milchkühe und 1.200 Zuchtsauen mit einer teilweise sich anschließenden Schweinemast prägen den Betrieb in der tierischen Erzeugung. Schon alleine aufgrund seiner Größe stellt der Gesamtbetrieb ein mittelständisches Unternehmen dar und ist damit eine wichtige Säule der regionalen Wirtschaftsstruktur. Beim derzeitigen Milchpreisniveau verliert der Betrieb derzeit täglich etwa 1.000 Euro – ein wirtschaftliches Problem, welches auch die hiesige Landwirtschaft derzeit akut in Existenzprobleme bringt. Spezielle Produktionszweige wie der Anbau und das Trocknen von verschiedenen Teesorten gehören neben der klassischen Produktion genauso zum dortigen Unternehmen wie die Direktvermarktung in den Dörfern, wo das Unternehmen seine Standorte und Betriebsstätten unterhält. Problematisch ist mittlerweile für die landwirtschaftlichen Unternehmen der Region auch der allgemeine Arbeitskräftemangel und innerhalb des Agrarsektors vor allem die starke Schwankung der Preise für Rohstoffe wie Saatgut und Dünger sowie für Ernteprodukte.

Auch die Besichtigung des Gutes Allmenhausen gehörte zum landwirtschaftlichen Programmteil der Fraktionsfahrt im September. In dem ehemaligen Thüringischen Staatsgut, welches in der DDR als landwirtschaftlicher Staatsbetrieb geführt wurde, werden heute etwa 1.500 Hektar landwirtschaftlicher Fläche von der aus dem Bayerisch-Schwäbischen stammenden Familie Neumair mit entsprechenden Fremdarbeitskräften bewirtschaftet. Die Familie aus dem Ortsteil Bergen kommend (Gemeinde Mühlhausen, Landkreis Aichach-Friedberg) hat vor 20 Jahren den ehemaligen DDR-Staatsbetrieb von der Treuhand übernommen hat und dort hin gesiedelt. Der Raupentraktor mit bis zu 700 PS lässt sich dabei mit der Landwirtschaft in Bayern nicht direkt in Einklang bringen. Kritisch wurden von den Reiseteilnehmern die Arbeitsbelastung aus dem landwirtschaftlichen Unternehmen heraus, vor allem in Arbeitsspitzen wie Saat und Ernte, sowie das hohe finanzielle Risiko der Landwirtschaftsfamilie gesehen, die genauso wie die bayerischen Betriebe derzeit unter den sehr niedrigen Erzeugerpreisen leidet. Die neu gebauten Getreidelager- und Bergehallen sollen einen Teil dieses Marktpreisrisikos abfedern helfen.

Während der erste Teil der Fraktionsfahrt im Zeichen der Wirtschaftspolitik mit besonderem Blick auf die Landwirtschaft des heutigen Thüringens stand, war der zweite Teil der Fraktionsfahrt von der Kommunalpolitik und dem örtlichen Tourismus geprägt. Hierzu zählte die Besichtigung und Informationsbeschaffung zum größten Gemälde der Welt, dem „Bauernkriegsgemälde“ in Bad Frankenhausen. Sowohl das Gemälde selbst als auch die touristische Gestaltung der näheren Region überzeugten die Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Augsburg, nämlich dahingehend, dass man auf Basis vorhandener Ressourcen mit einer Politik der lokalen und regionalen Verwurzelung eine ganze Region weiterentwickeln und die entsprechende Umwegrendite solcher Wirtschaftsförderungsmaßnahmen für die Region als Chance erschließen kann. Die Besonderheit des überdimensionalen Ölgemäldes des Malers Werner Tübke auf 1.800 Quadratmeter Leinwand sind die zahlreichen Motive aus dem sogenannten „Bauernkrieg“, der in der blutigsten der zahlreichen Schlachten im Mai 1525 zwischen dem Kyffhäusergebirge und Bad Frankenhausen endete und über 6.000 Bauern unter ihrem Anführer Thomas Münzer das Leben kostete. Auf diesem Berg steht heute das Museumsgebäude, welches das Gemälde umschließt; dieses wurde damals im September 1989 als letztes großes Gebäude der damaligen DDR noch kurz vor dem Fall der Berliner Mauer im Rahmen einer Thomas-Münzer-Ehrung der Öffentlichkeit übergeben. Heute ist die touristische Erschließung des Museumsbergs sowie das nahegelegene Kyffhäuser-Denkmal aus dem 19. Jahrhundert eine wichtige Säule des Fremdverkehrs und der regionalen Wertschöpfung.

Am späten Nachmittag dann traf die Reisegruppe auf Kommunal- und Landespolitiker des Landkreises Sömmerda in Thüringen. Das Treffen fand in Straußfurt, der Partnergemeinde von Biberbach, statt. In Vertretung des Landrats hieß Bürgermeister Olaf Starroske sowie Kreis- und Gemeinderäte des Landkreises die Reisegruppe aus Augsburg willkommen. Im Vordergrund der Diskussion stand die Ansiedelungspolitik sowie die Wirtschaftsförderpolitik des Landkreises und der Gemeinde Straußfurt angesichts gewaltiger struktureller Änderungen seit der Wende 1989/1990.  In einem gemeinsamen Festabend wurden dann zwischen den Kommunalpolitikern und den anwesenden Gästen die Gespräche vertieft und der weitere gegenseitige Austausch verbunden mit einer Einladung in den Landkreis Augsburg vereinbart.

Auf der Rückreise legte die Fraktion noch einen Stopp zur Stadtbesichtigung in der Innenstadt von Erfurt ein, der 210.000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt Thüringens. Die Besonderheit der historischen Stadt Erfurt ist, dass sie im zweiten Weltkrieg nur teilweise zerstört wurde und die Innenstadt von Bombenangriffen weitgehend unversehrt blieb. Somit konnten die Reiseteilnehmer eine sehenswerte, renovierte historische Altstadt erleben und sich wichtige Informationen zur lokalen Entwicklung vom städtischen Reiseführer geben lassen.